Am 29. April 2022 hielten die Genossenschafter der Landi Weinland ihre Generalversammlung ab. Präsident Leo Schmid zeigte sich erfreut, dass man in den letzten zwei Jahren mit den schriftlichen Versammlungen mit sehr guter Beteiligung wegweisende Entscheide fällen konnte. So wurde den Fusionen mit der Landi Neftenbach AG und Landi Untersee und Rhy zugestimmt und der Kredit für den Bau eines Landi-Ladens in Sulz bewilligt.

132 Mio Franken Umsatz

Besorgt zeigte sich Leo Schmid über den Krieg in der Ukraine, der weltweit die Rohstoffpreise in die Höhe treibt und zu grossen Problemen führt. Von den Auswirkungen ist auch die Landwirtschaft in Form von steigenden Produktionskosten betroffen. Schmid forderte für das laufende Jahr höhere Erlöse, damit die Mehrkosten abgefedert werden können. Zugleich ging er mit dem aktuell vorliegenden Verordnungspaket für Direktzahlungen hart ins Gericht und warnte vor einem Kollaps. «Wir bewältigen hier nur Luxusprobleme und reduzieren damit die inländische Produktion», sagte Schmid. «Gleichzeitig bekommen wir Bettelbriefe, um den Hunger zu bekämpfen.»

Eindrucksvolle Zahlen präsentierte Geschäftsführer Lukas Landolt. Die Landi Weinland erwirtschaftete einen Gesamtumsatz von 131,9 Mio Franken. «Die Landi Weinland ist mit ihrem 2021 erwirtschafteten Umsatz die zweitgrösste Landi der Schweiz», hielt Michael Rück von der Landi Treuhand AG fest. Im internen Finanzrating bezüglich Liquidität, Eigenkapital und Ertragslage erhält die Landi Weinland die Bestnote von zwölf Punkten.

Kredite gutgeheissen

Nach 30-jähriger Tätigkeit, zuerst im Vorstand der Landi Schlatt, später in der Landi Schlatt und Umgebung und jetzt seit vier Jahren in der Landi Weinland, hat Walter Monhart seinen Rücktritt aus der Verwaltung erklärt. Neu wählten die Genossenschafter die 53-jährige Fiona Bührer aus Schlatt in die Verwaltung. Der übrige Verwaltungsrat wurde für weitere vier Jahre im Amt bestätigt.

Unbestritten waren die beiden beantragten Baukredite. Für 800'000 Franken kann die Landi in Marthalen zwei zusätzliche Getreide-Aussensilos mit je 700 m3 Volumen erstellen. Diese Erweiterung der Lagerkapazitäten wird nötig, weil in diesem Jahr zum letzten Mal infolge der hohen Emissionen Getreide in Schlatt angenommen werden darf. Zugleich setzt die Landi verstärkt auf die Übernahme von Biogetreide in Marthalen. Weitere 2,15 Mio Franken fliessen in den Umbau des Volg-Gebäudes in Wagenhausen. Ein Teil der Ladenfläche wird in ein Lager umgenutzt. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert. Die Eröffnung des Landi-Ladens in Sulz erfolgt im September. Im Gegenzug werden die beiden Standorte in Rickenbach und Dägerlen geschlossen.