Es sei derzeit noch offen, ob die kalten Nächte der letzten Woche zu Schäden an den austreibenden Weinstöcken geführt haben, schrieb Beat Felder, Leiter Spezialkulturen beim Luzerner BBZN im «Winzerinfo» Ende April. «Kritisch war es alleweil.» Jedenfalls seien die Reben nach der Kälte in einer Schockstarre gewesen und bräuchten nun Zeit. Sobald die Triebe weiter spriessen, sei aber Beruhigung angesagt und die Frostruten könnten entfernt werden.

Weine aus Region gefragt

Wie sich das Weinjahr 2024 weiter entwickle, sei vom Wetter abhängig. Erfreulich sei jedenfalls der Jahrgang 2023. «Einerseits füllte ein zweiter guter Jahrgang nach 2022 die Keller, andererseits fanden die regen Aktivitäten von ‹Wein Zentralschweiz› Anklang», meinte Felder. Die Rekordernte von 750 000 kg sei wegen Lieferengpässen nötig gewesen. In der Zentralschweiz würden nur 1,2 Flaschen, im Kanton Luzern 1,5 Flaschen Wein pro Einwohner produziert. Das sei halb so viel wie in anderen Weinbaukantonen des Mittellandes. Die Rebflächen sind in der Region auf nun 107 Hektaren weiter angestiegen. Das sei nötig, weil Weinhandel und Gastronomie die AOC-Weine aus der Region weiter pushen würden. Der Anteil der robusten Piwi-Sorten liege bei 40 Prozent. Mit Weinevents wie den derzeit durchgeführten Tagen der offenen Weinkeller soll die Bekanntheit weiter gefördert werden.

Wechsel im Vorstand

DieMitglieder von Wein Zentralschweiz trafen sich Ende März unter der Leitung von Präsident Markus Reinhard auf dem Weingut Eichberg bei Cristina und Mathias Brunner von der gleichnamigen Weinmanufaktur. Der Betrieb ist in den letzten Jahren gewachsen und inzwischen der grösste in der Zentralschweiz. Aus dem Vorstand trat nach zehn Jahren Rafael Schacher aus. Er wurde ersetzt durch Benno Schwager, den Bewirtschafter des Rebberg Aengelberg, Egolzwil.