Die Zuger Bäuerin servierte den anderen Kandidatinnen der SRF-Kochshow «Landfrauenküche» im ehemaligen Wöschhüsli auf dem Hof in Alosen ZG ein durchdachtes Menü: Jeder Gang war nicht nur fein gekocht, er hatte auch Bezug zur Lokalität. Irène Meier holte sich damit den Sieg der diesjährigen Staffel.

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Sieg. Wie fühlt sich das an?

Irène Meier: Vielen Dank. Am Anfang konnte ich mich ehrlich gesagt noch gar nicht richtig freuen. Ich hatte eher ein schlechtes Gewissen den anderen Frauen gegenüber. Alles ging so schnell und fühlte sich fast unwirklich an. Ich stand plötzlich im Mittelpunkt, alle kamen auf mich zu, umarmten mich, und dann hatte ich auf einmal den Blumenstrauss in der Hand. Es war, als wäre ich kurz in einem Film gelandet.

Wie war es an der Finalsendung?

Wir Kandidatinnen waren schon früh vor Ort und hatten zwischendurch immer wieder Wartezeiten. Diese nutzten wir bewusst, um miteinander zu reden und die gemeinsame Zeit noch einmal zu geniessen. Das professionelle Schminken war für mich etwas Besonderes und fühlte sich sehr ungewohnt an. Als wir dann ins Studio liefen, war ich nervös. Ich versuchte aber, ruhig zu bleiben und entspannt zu lächeln. Gleichzeitig war mir klar, dass ich nichts zu verlieren hatte. Allein diese Erfahrungen machen zu dürfen, war ein Gewinn für mich, unabhängig davon, wie das Resultat am Schluss ausfallen würde.

Welche Tracht trugen Sie während der Finalsendung?

Ich trug eine Zuger Festtagstracht. Ich habe sie ursprünglich fürs Alphornspielen gekauft, zum Beispiel für Auftritte an Jodlerfesten. Die Tracht stammt von meiner verstorbenen Nachbarin. Keine ihrer sechs Töchter wollte sie übernehmen, und nun darf ich sie tragen.

Was hat Ihrer Meinung nach die anderen Kandidatinnen an Ihrem Menü überzeugt?

Das Dessert kam besonders gut an, das haben mir viele gesagt. Ich glaube aber, entscheidend war das Gesamtpaket. Die Kreativität, die kleinen Überraschungen und die Idee dahinter. Unser Ziel war es, nicht einfach nur ein gutes Essen zu servieren, sondern ein Erlebnis zu schaffen. Eine Art Erlebnisgastronomie, bei der Ort, Geschichte und Essen zusammenpassen.

Video Landfrauenküche 2025 Irène Meier: «Wir hatten es von Anfang an lustig» Friday, 21. November 2025

Wie ist es, plötzlich von vielen Menschen erkannt zu werden?

Das ist überwiegend schön, aber auch überraschend. Einige Leute haben mir Mails geschrieben und nachgefragt, wie man zum Beispiel das Wöschchörbli macht. Andere wollten ein Selfie mit mir. Auch Verwandte und Nachbarn wurden immer wieder auf meine Teilnahme angesprochen. Besonders berührt hat mich ein Brief von einem Paar, das vor vielen Jahren hier im Dorf gewirtet hatte. Auch die ehemalige Chefin des Praktikums, bei der ich vor knapp 30 Jahren gearbeitet habe, meldete sich bei mir.

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Gab es auch weniger schöne Rückmeldungen?

Ja, leider schon. Unter den YouTube-Videos gab es deutlich mehr Kommentare als bei früheren Staffeln, und nicht alle waren positiv. Solche Rückmeldungen beschäftigen mich dann schon. Ich beginne zu überlegen, ob ich etwas anders hätte machen sollen, auch wenn ich weiss, dass man es nie allen recht machen kann.

Was hat Ihnen an der Landfrauenküche besonders gefallen?

Ganz klar die Zeit mit den Frauen. Die gemeinsamen Abende, das viele Lachen und wie wir mit der Zeit zu einer richtigen Gemeinschaft geworden sind. Der Wettbewerb geriet schnell in den Hintergrund. Das möchte ich nicht missen. Einige Treffen sind bereits abgemacht. Mein Mann und ich werden uns zum Beispiel mit Lorena Röösli zum Ländlermusikhören treffen und Anfang Januar gehen wir alle zu Rahel Margreth ins Bündnerland zum Schlitteln und Fondue essen.

Was war für Sie eher herausfordernd?

Das Bewerten der anderen Menüs fiel mir schwer, das liegt mir einfach nicht. Rückblickend bedaure ich auch, dass ich das Ganze nicht etwas lockerer angehen konnte. Die Landfrauenküche war über lange Zeit ständig in meinem Kopf präsent. Dazu kam, dass ich im Sommer eine neue Stelle antrat und wir im Vorfeld auch Aufwand hatten, damit der Betrieb und die Wöschhütte ordentlich und gepflegt wirkt.

Wie sieht Ihr Kochalltag aus?

Am Mittag muss es schnell gehen, da ich direkt von der Arbeit nach Hause komme. Deshalb bereite ich vieles frühmorgens zwischen sechs und sieben Uhr vor, während ich die Kinder nacheinander wecke. So kann ich Gerichte timern oder mittags nur noch aufwärmen. Am Abend gibt es oft Reste vom Mittag oder etwas Warmes und Einfaches wie Omeletten oder Toast Hawaii.

Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie auswärts essen gehen?

Ich habe immer Freude an schön angerichteten Tellern, doch das Essen darf bodenständig bleiben. Wenn wir auswärts essen, dann meist in der Region. Wir fahren höchstens zehn Minuten mit dem Auto, das ist uns wichtig.

Landfrauenküche 2025 Irène Meier gewinnt mit ihrem Menü im Wöschhüsli die Landfrauenküche 2025 Saturday, 20. December 2025

Wie haben Sie kochen gelernt?

Vor allem durchs Selbermachen. Bei meinen Eltern habe ich noch wenig gekocht. Später, in meinem Zwischenjahr als Praktikantin in einer Kinderkrippe, musste ich einmal pro Woche für meine Chefin, ihren Mann und die Kinder kochen. Ich studierte Kochbücher und probierte viel aus. Auch beim Kochen für meine eigene Familie habe ich mit der Zeit sehr viel gelernt.

Kocht Ihre Familie auch?

Die Mädchen haben Freude am Kochen. Elena ging sogar als Köchin schnuppern. Beide Mädchen sehen etwas im Internet und möchte es dann gleich nachkochen, zum Beispiel Cinnamon Rolls oder Tiktok-Nudeln. Auch den Dubai-Schokoladentrend haben wir mitgemacht. Patrick ist ein guter Esser und ein kritischer Tester, kocht aber nicht gern. Kilian würde wohl gern kochen, die Küche ist jedoch meistens von den Mädchen oder von mir blockiert. Mein Mann Pirmin hat die letzten Jahre auch mal für die Kinder gekocht, wenn ich nichts vorbereitet habe. Heute bin meist ich dafür zuständig, da ich mittags nun wieder zu Hause bin.

Welche Anregungen haben Sie aus der Landfrauenküche mitgenommen?

Sehr viele. Eigentlich von jeder Frau etwas. Ich möchte zum Beispiel einmal selber Blätterteig herstellen, wie Milena das gemacht hat. Von Stefanie nehme ich mit, Sauerteigbrot zu backen, sie hat mir sogar einen Starter versprochen. Bei Karin habe ich den Glarner Gewürzzucker Magenträs kennengelernt. Vielleicht wage ich mich auch einmal an die Macarons von Lorena, muss unbedingt die Salatsauce von Corina und Rahels Thymian Panna Cotta nachmachen.

Haben Sie schon eine Idee, was Sie mit dem Preisgeld machen möchten?

Mein Bruder hat mir in der Küche sehr geholfen. Er wünschte sich, dass er im Falle eines Sieges einen Jahresvorrat Triangel-Chips bekommt. Der restliche Betrag wird für die Alltagseinkäufe der Familie verwendet. Mit bald schon vier Teenies im Haushalt brauche ich mir keine Gedanken zu machen, dass wir den Betrag nicht aufbrauchen können.

Wie haben Sie Ihren Sieg gefeiert?

Wir haben die Finalsendung gemeinsam als Familie im Fernsehen geschaut. Ein grosses Fest gab es nicht. An Weihnachten sehen wir unsere Verwandten alle wieder, dann werden wir bestimmt noch einmal gemeinsam anstossen.

Der grosse Wettbewerb zur «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche» 2025
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