«Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als Mädchen meiner Grossmutter beim Waschen geholfen habe», erzählt Esther Lüthi. «Sie hatte noch keine Waschmaschine und die Bettlaken wurden auf langen Seilen quer durch die Hostett aufgehängt.» Esther Lüthi ist Bäuerin in Oberburg BE, und bewirtschaftet mit ihrer Familie einen Bauernbetrieb mit Mutterkühen und Mastschweinen. Früher wurde noch nicht so häufig gewaschen. Man hatte weniger Kleider als heute und die Ansprüche waren anders. Zweimal jährlich fand ein Waschtag statt, das bedeutete viel Handarbeit. 

Keramikplatten im Bereich des Lavabos lassen sich leicht reinigen. Ablagen für Reinigungsmittel und Utensilien sorgen für Ordnung. Haushalt Schmutzig rein, sauber raus: Tipps für die ideale Schmutzschleuse auf dem Bauernhof Saturday, 13. September 2025 Heutzutage ist es nicht mehr so, dass wir unsere Nachbarn am Geruch erkennen. Selbst für einen raschen Einkauf in der Landi ist es kaum mehr üblich, mit schmutzigen Überkleidern vom Hof zu gehen. Nicht geändert hat sich, dass Arbeitskleider in der Landwirtschaft dreckig werden, manchmal auch sehr dreckig. Doch wie bringt man die Sachen wieder sauber?  

Erster Schritt: einweichen

Esther Lüthi schwört darauf, sehr schmutzige Wäsche zuerst in Wasser einzuweichen. Das löst die gröbsten Verschmutzungen und spart damit auch Energie und Waschmittel. «Früher hat man die Kleider im Brunnen eingelegt», erinnert sie sich, und ist froh darüber, dass dieser zusätzliche Arbeitsschritt von der Waschmaschine erledigt wird.

Margret Brönnimann ist Bäuerin und Fachlehrerin für das Modul «Reinigungstechnik und Textilpflege» am Inforama Hondrich. Auch sie kennt stark verschmutzte Überkleider aus ihrem Alltag auf dem Hof. «Wenn es mal einen Gülleschlauch verjagt hat, und die Kleider stark verdreckt sind, wähle ich zuerst den Spülgang, bevor ich das reguläre Waschprogramm starte», erläutert sie.

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Lorbeerblätter gegen schlechten Geruch

Bei stark müffelnden Kleidern gibt sie einige Lorbeerblätter in einem Stoffsäckchen der Wäsche bei. Auch Natron oder ein Schluck Essig bewähren sich gegen den Geruch nach Gülle oder Ähnlichem. Für Margret Brönnimann stellt sich aber die grundsätzliche Frage, ob Überkleider wirklich fleckenfrei bleiben müssen. Dem stimmt auch Esther Lüthi zu. Im vielfältigen Alltag bleibt oft kaum noch Zeit, stark beanspruchte Überkleider völlig sauber zu bekommen. Immerhin: Die neuwertigen Textilien aus synthetischen Fasern, aus denen Überkleider heute häufig hergestellt werden, nehmen den Schmutz nicht mehr so stark auf. Das macht es wesentlich einfacher, sie auch optisch wieder sauberzubringen. 

«Die Wäsche an der Sonne aufzuhängen, ist nach wie vor das beste Mittel gegen Flecken und schlechte Gerüche», sagt Esther Lüthi. «Oder man macht sich die Sauerstoffabgabe des Grases zunutze und legt helle, fleckige Kleidung zum Trocknen aufs Gras», fügt Margret Brönnimann hinzu. Bei hartnäckigen Harzflecken oder «Karrenschmiere» entfernt sie zuerst mit Haushaltspapier die groben Verschmutzungen. Dann reibt sie die betroffenen Stellen mit Schweinefett oder Butter ein und lässt dies so einen halben Tag einwirken. Die eingeriebenen Stellen werden anschliessend mit Gallseife behandelt, damit keine Fettflecken entstehen. Margret Brönnimann empfiehlt zudem, stark verschmutzte Wäsche mit 60 Grad zu waschen, da hohe Temperaturen Flecken besonders effektiv lösen.[IMG 2]

Beide Bäuerinnen legen Wert auf Nachhaltigkeit. Daher nutzen sie für die Wäsche aus Schule, Büro und Freizeit meist Eco-Programme mit tiefen Temperaturen. Diese setzen auf längere Einweichphasen. Für farbige Alltagswäsche reicht ein Buntwaschmittel ohne Bleichmittel. Bei fleckiger und sehr schmutziger Wäsche kann gezielt ein Bleichmittel dazugegeben werden. Ist es nicht möglich, die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen, kann man gegen unangenehme Gerüche ein Tuch mit einigen Tropfen eines ätherischen Öls in den Tumbler geben. 

Das hilft gegen Gerüche und Flecken

- Weisse Wäsche separat waschen und gelegentlich ein Bleichmittel hinzugeben.
- Bei Sportwäsche einen Schluck Essig oder etwas Zitronensäure hinzugeben, um Schweissflecken und Gerüche zu entfernen.
- Stark verschmutzte Überkleider zuerst einlegen. Das heisst, bei der Waschmaschine als Erstes den Spülgang anwählen, bevor das reguläre Waschprogramm bei 60 Grad gestartet wird. Oder das (Vorwasch-)Programm stoppen und die Kleider zuerst mindestens eine Stunde einweichen lassen.
- Gegen schlechte Gerüche hilft, einen Esslöffel Natron zur Wäsche zu geben, oder einige Lorbeerblätter in einem Stoffsäckchen mitzuwaschen.
- Flecken auf Jeans und T-Shirts können mit Gallseife vorbehandelt werden.
- Grasflecken über Nacht in Essigwasser einweichen.
- Gegen Flecken von Kaffee, Rotwein und Tomatensauce eignet sich Zitronensäure. Oder man reibt etwas Backpulver ein.
- Blutflecken immer zuerst kalt ausspülen oder kalt einweichen