Zum attraktiven Tagesprogramm des Winter-Zuchtstierenmarkts Sargans SG gehören neben der Nutzvieh-Auktion (Kasten unten) auch die Rangierung der Zuchtstiere und die Präsentation der Nachzuchtgruppen. Diese interessante Kombination lockte auch dieses Jahr viel Volk in die Markthalle Sargans.

Korrekter Vorderstand

42 Stiere waren für die Rangierung und Punktierung am Stierenmarkt angemeldet. Experte Ferdy Bergmann kürte Kriegs Zarino Danillo von Hannes Ackermann aus Mädris-Vermol SG zum Mister. «Ein Stier, der alles verkörpert, was einen korrekten Stier ausmacht, insbesondere im Vorderstand überzeugt mich der Mister», so der Kommentar des Berner Experten. Danillo ist ein Sohn von Kriegs Dream Delina und damit ein Halbbruder von KB-Stier Kriegs Danos Donald.

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Mister Zug in Sargans

Danillo wurde zwar zum Mister gewählt, der grösste Stier in der Markthalle Sargans war er allerdings bei weitem nicht. Das mit Abstand imposanteste Tier war der rund 1300 Kilogramm schwere Schufis O’Malley Otto von Samuel Schaufelberger aus Hittnau ZH. Vom vierjährigen Brown-Swiss-Stier wurde eine Nachzuchtgruppe gezeigt. «Stier Otto zeigt, dass er am diesjährigen Zuger Stierenmarkt nicht ohne Grund Mister wurde», so Philipp Dahinden von Braunvieh Schweiz in seinem Kommentar. 

Nicht nur der Stier selber, auch seine Nachkommen gefielen dem Experten Dahinden. Darunter befanden sich bereits zwei euterstarke Jungkühe und mehrere vielversprechende Rinder.

Aus Meiringen angereist

Gar sieben Kühe und damit ein Drittel aller bereits abgekalbten Tiere wurden vom Original-Braunvieh-Stier Dimitri ausgestellt: Alfred und Judith Anderegg aus Meiringen BE stellten eine herrliche Gruppe von ihrem Stier zusammen, von dem sie im Jahr 2023 bereits eine Halteprämie zeigen konnten. «Die Nachkommen von Dimitri gefallen nicht nur im Exterieur, der Stier überzeugt insbesondere auch in den Fitnessmerkmalen», so Philipp Dahinden.

Tiefere Preise, aber 100-prozentige Verkaufsquote
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Heute hätte man sehr gute Braunviehkühe zu vernünftigen Preisen kaufen können, erklärte ein Ostschweizer Milchbauer im Nachgang der Auktion des Winter-Zuchtstierenmarkts in der Markthalle Sargans. Die 18 angebotenen Kühe galten zwar im Schnitt 3600 Franken, in Anbetracht der Qualität war das aber trotzdem ein eher tiefer Preis. «Im September hätten diese Kühe einige hundert Franken mehr gekostet», betonte auch Marco Gadient, Präsident der Genossenschaft Markthalle Sargans, im Nachgang des Verkaufsanlasses. Viele Bauern hätten in den vergangenen Tagen von ihren Milchabnehmern nicht wirklich erfreuliche Informationen erhalten. Die angekündigten tieferen Milchpreise und die Aufforderung, die Produktion einzuschränken, hätten auf die Kaufbereitschaft an der Auktion gedrückt.

Den Höchstpreis bei den Kühen erreichte mit 4100 Franken eine eiweissstarke Brice-Tochter mit 32 kg Tagesmilch. Auktionator Matthias Süess konnte noch weitere Kühe für 4000 Franken zuschlagen. Auch bei den Rindern galt das teuerste Tier 4000 Franken, im Schnitt kosteten die 24 Rinder 3400 Franken. Sehr gesucht waren Kälber bis fünf Monate: Die zehn Jungtiere lösten einen stolzen Verkaufspreis von durchschnittlich 1800 Franken. «Vor allem die OB-Kälber waren sehr gefragt», so Marco Gadient. Positiv sei auch die Verkaufsquote von 100 Prozent gewesen. Und auch die Umsätze in der Festwirtschaft seien dank der vielen Besucher erfreulich gewesen.