Mit der Luzernerin Franziska Duss wurde an der Delegiertenversammlung von Braunvieh Schweiz erstmals eine Frau in den Verbandsvorstand gewählt. Franziska Duss gilt als eine sehr erfahrene Braunviehzüchterin. So war sie jeweils mehrere Jahre in Verbänden wie der IGBS oder den Luzerner Jungzüchtern aktiv und wirkte zwölf Jahre als Geschäftsführerin bei Braunvieh Luzern. 

Sie führt selbst einen Milchwirtschaftsbetrieb und ist zudem Lehrerin und Beraterin am Schluechthof in Zug. Franziska Duss ist Nachfolgerin von Josef Portmann, welcher nach fast zwölf Jahren im Vorstand und davon zehn Jahren im Geschäftsausschuss altershalber zurücktrat.

Stierenhalter und Züchter von Original Braunvieh neu im Vorstand

Mit Christian Zürcher aus Trubschachen trat ein weiteres langjähriges Vorstandsmitglied zurück. Der Berner Brown Swiss Züchter hat sich stark für die Rassenpromotion im Kanton Bern, insbesondere für den jährlich stattfindenden Verkaufstag in Schüpbach, eingesetzt. 

Er war dort aktiver Lieferant von braunen Kühen und gilt bis heute innerhalb des Kantons Bern als engagierter Braunviehförderer. An seine Stelle tritt mit Fredl Anderegg aus Meiringen ein Original-Braunviehzüchter. Somit ist die Zuchtrichtung Original Braunvieh wieder im Vorstand von Braunvieh Schweiz vertreten. 

Meisterlandwirt Fredl Anderegg betreibt mit seiner Frau Judith und seinen vier Kindern einen 48-Hektar-Betrieb inklusive Alp mit 46 Original Braunvieh Kühen plus Aufzucht. Fredl Anderegg ist ein überzeugter Stierenhalter und setzt in seiner Zuchtarbeit intensiv auf den Einsatz von Natursprungstieren.

Solidarität im Milchmarkt gefordert

Braunvieh-Schweiz-Präsident Adrian Arnold ging in seinen Ausführungen auf die schwierige Situation im Milchmarkt ein. Er forderte mehr Solidarität in der Branche: «Eine wirtschaftliche Milchproduktion ist auf den Höfen je nach Abnehmer aktuell nicht möglich. Es darf nicht sein, dass einzelne mit Vollgas weitermelken, während bedeutende Produzentenorganisationen ihre Menge einschränken.» 

Zum Glück herrschten aktuell gute Preise beim Schlachtvieh, was den Milchbauern zugutekomme. «Unschön ist allerdings, dass die Preisdifferenz zwischen einer jungen, produktiven Milchkuh und einer alten Schlachtkuh in einem Missverhältnis steht», betonte Adrian Arnold gegenüber den 431 Delegierten sowie 85 Gästen. 

Dennoch rief der Urner dazu auf, sowohl in der Zuchtrichtung Brown Swiss als auch beim Original Braunvieh vermehrt gesext anzupaaren, um mehr weibliche Rassentiere zu bekommen. «Im kommenden Sommer oder spätestens im Herbst werden Milch und auch Jungkühe wieder gefragt sein.»

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Finanzanlagen und Liegenschaften sind profitabel

Erfreuliche Zahlen durfte Martin Rust präsentieren: «Ende 2025 zählten wir 146 762 weibliche Herdebuchtiere, damit blieb dieser Wert gegenüber dem Vorjahr stabil», erklärte der Braunvieh-Schweiz-Direktor in seinem Geschäftsbericht. Auch die Leistungszahlen lagen mit 7127 Kilogramm Milch auf Vorjahresniveau. 

Positiv zeigte sich auch die Rechnung mit einem positiven Verbandsergebnis von 29 000 Franken. Zu verdanken sei dies gemäss Martin Rust den Erfolgen bei den Finanzanlagen von 589 000 Franken und bei den Liegenschaften mit 842 000 Franken.

Vier Kühe mit 150 000 kg Milch

Martin Rust ging auch auf das Projekt Alliance von Holstein Switzerland und swissherdbook ein. «Wir möchten künftig im Dienstleistungsbereich noch intensiver mit diesen beiden Verbänden zusammenarbeiten. Zum jetzigen Zeitpunkt kommt aber eine Fusion nicht infrage.» 

Dazu verwies der Direktor auf die Braunvieh-Weltkonferenz, welche der Zuchtverband 2028 in Luzern organisieren wird. Gleichzeitig werden auch die Bruna und die Europaschau stattfinden. Vizedirektor Andreas Kocher präsentierte die Besitzer von Kühen mit einer Lebensleistung von mehr als 125 000 kg respektive 150 000 kg Milch. 

Die beeindruckende Zahl von 44 Kühen (4 davon mit mehr als 150 000 kg) erreichte im letzten Jahr diese Milchmenge. Ferner wurde je ein Preis für den «Fitness Star» Berg und Tal vergeben. Reto Betschart

Geehrte Züchter von langlebigen Kühen
 
150 000er Kühe: Emanuel Süess, Waldkirch SG; Franz Abächerli, Hausen am Albis ZH; David Ackermann, Tuttwil TG; GG Bachmann, Seewen SO

125 000er Kühe: Comm. de la Palhud, Villars-Champvent VD; Urs Beerli, Bichelsee TG; Markus Suter, Ried (Muotathal) SZ; Michael Heeb-Muntwyler, Rüthi (Rheintal) SG; Georg Florin, Serneus GR; Kurt Stadelmann, Rengg LU; Erwin Blöchlinger, Goldingen SG; Simon Schild, Ottoberg TG; Niklaus Looser, Ulisbach SG; Hansueli + Andrea Scherrer (2 Kühe), Neukirch (Egnach) TG; Franz Bischof, Fischingen TG; Thomas Schweizer, Egg (Flawil) SG; Plantahof, Landquart GR; Rolf Keller, Neukirch a. d. Thur TG; Daniel Kamm, Vilters SG; Stefan Krüsi, Wolfhalden AR; , Neukirch (Egnach) TG; Samuel Hofer, Langnau i. E. BE; Elmer GG, Ricken SG; Thomas Hähni, Langrickenbach TG; Thomas Zahner, Henau SG; Thomas Hodel-Schuler, Schötz LU; Jon Pua-Wittmer, Sent GR; Thomas Zurfluh, Richenthal LU; Peter Lütolf, Bischofszell TG; Martin Piechl, Istighofen TG; Markus Etter, Langrickenbach TG; Daniel Gsell, Egnach TG; Toni Riebli-Abächerli, Giswil OW; Andreas Hürlimann, Berg SG; Hansueli Lanker, Waldstatt AR; Romeo Wildhaber, Schocherswil TG; BG Grob-Staub, Hausen am Albis ZH; Robert Röthlin, Hauptwil TG; Hanspeter Müller, Muri AG; Ladhueb Brown Swiss, Lömmenschwil SG; Ueli Odermatt-Murer, Ennetmoos NW; Reto Niederberger, Küssnacht am Rigi SZ; Emanuel Süess, Waldkirch SG; Frauenthal BLG, Hagendorn ZG.

Fitness Star Tal: Thomas Hähni, Langrickenbach (TG)
Fitness Star Berg: Eugster Wendelin, Urnäsch AR