Vor rund einem Jahr wurde der Verein Ächt Schwyz gegründet. An der ersten Generalversammlung in Einsiedeln konnte Präsident Alois Gmür auf ein turbulentes erstes Vereinsjahr zurückblicken. «Infolge des überraschenden Abgangs unseres ersten Geschäftsführers im letzten Herbst standen wir bis vor zehn Tagen leider ohne operative Leitung da», erklärte Alois Gmür.
Entsprechend gross war seine Freude, an der GV mit dem Schwyzer Christian Schönbächler den neuen Geschäftsführer präsentieren zu können.
Ächt Schwyz müsse viel präsenter werden
Christian Schönbächler war unter anderem mehrere Jahre in der Versicherungsbranche und in der Geschäftsleitung des Schweizer Obstverbands tätig. Zudem führt er seit drei Jahren in Seewen ein eigenes Kommunikationsunternehmen.
Regio Marke Ächt Schwyz
Ächt Schwyz ist eine von schweizweit rund 30 Regionalmarken, welche sich unter der nationalen Dachmarke regio.garantie für regionale Produkte einsetzt. Der Verein Ächt Schwyz entstand vor rund einem Jahr aus dem Zusammenschluss des Ländlichen Marktplatz Urschwyz, der im Kanton Schwyz bis zu diesem Zeitpunkt regionale Produkte aus Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung förderte, von Gastro Schwyz und Schwyz Tourismus.
Ächt Schwyz wird mit NRP-Geldern (Neue Regionalpolitik) unterstützt. Aktuell zählt Ächt Schwyz 78 Mitglieder, wobei 17 aus der Landwirtschaft, 21 aus der Lebensmittelverarbeitung und 35 aus der Gastronomie kommen. 105 Produkte, darunter viele Milchprodukte, sind im Moment zertifiziert.
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist er nicht mehr von Schwyz Tourismus angestellt, sondern übernimmt die Aufgaben für Ächt Schwyz in einem 50-Prozent-Mandat. Christian Schönbächler sieht bei regionalen Schwyzer Produkten viel Potenzial.
Der Verein habe zwar aktuell einen professionellen Auftritt, stark verbesserungsfähig sei aber die Kommunikation: «Ächt Schwyz muss zukünftig viel präsenter werden.» Eine wertvolle Möglichkeit biete beispielsweise die diesjährige OLMA, wo Schwyz der Gastkanton sei.
Mehr zertifizierte Regio-Produkte
Mehr Präsenz bedinge mehr Mitglieder, mehr Verkaufsstellen und mehr zertifizierte Produkte. «Wir haben bei den Regio-Produkten in unserem Kanton noch viel Luft nach oben», betonte auch Präsident Gmür. Um mehr zertifizierte Produkte und Mitglieder zu erhalten, wurde das Reglement angepasst.
Auch sollen die Mitglieder bei der Zertifizierung vom Verein her zukünftig stärker unterstützt werden. «Diese ist momentan sehr anspruchsvoll», so Gmür.
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Es hapert an der internen Kommunikation
Das betonte auch Bäuerin und Direktvermarkterin Corinne Schuler-Ulrich: «Ich habe zwar schon 15 von unseren 80 Produkten aufwendig zertifizieren lassen, einen Mehrwert erkenne ich aber bisher noch keinen.»
Insbesondere Regio-Produkte in die Gastronomie zu bringen, sei sehr anspruchsvoll. Mauro Lustenberger, Vizepräsident von Gastro Schwyz, regte an, die Kommunikation zu verbessern. «Uns Gastronomen fehlen aktuell die Informationen, welche Produzenten wann welche Produkte im Angebot haben.»
Schwarze Schafe werben mit Logo
Die Gastronomie selbst ist bei Ächt Schwyz gut aufgestellt. Der grösste Teil der beliebten Ächt Schwyz Gutscheine, mit welchen im vergangenen Jahr 125 000 Franken Umsatz gemacht wurden, wird in der Gastronomie eingelöst.
«Allerdings mussten wir feststellen, dass es einzelne schwarze Schafe gibt, welche sich zwar mit dem Ächt Schwyz Logo werben, aber die Regelungen betreffend der Anzahl regionaler Lebensmittel auf der Speisekarte nicht korrekt einhalten», erklärte Präsident Alois Gmür. Die Kontrollen müssten zukünftig entsprechend intensiviert werden.