Martin Merz aus Unterägeri wurde an der Generalversammlung des Zuger Bauernverbandes am 25. März 2026 zum Nachfolger des bisherigen Verbandspräsident Thomas Rickenbacher gewählt. «Mein Vorgänger Thomas Rickenbacher fragte mich bereits 2025 an, das Präsidentenamt zu übernehmen. Das war damals nicht möglich, weil wir auf unserem Hof noch mitten im Bau des Milchviehstalls waren», erklärt Martin Merz.
Mittlerweile sei der Bau auf dem Betrieb Wijermatt mehrheitlich abgeschlossen, und die zeitlichen Ressourcen des 37-Jährigen seien dadurch wieder etwas grösser geworden.
Raufutterbasierte Milchproduktion für mehr Milch
Seit Dezember 2025 laufen die rund 60 Milchkühe auf dem Betrieb Wijermatt in Unterägeri im neuen Laufstall. Die farbige Milchviehherde mit Kühen verschiedener Rassen wird hauptsächlich mit Raufutter gefüttert. 8000 Liter Schnitt sind auf dem auf 750 m ü. M. gelegenen Hof das Leistungsziel.
«Die Umstellung in den neuen Stall mit Melkroboter haben alle Kühe gut geschafft, es läuft aktuell gut im Stall», so Martin Merz. Etwas unschön sei aber natürlich, dass sich zeitgleich mit dem Einzug in den neuen Stall die Situation auf dem Milchmarkt derart verschlechterte. «Langfristig wird die Milch aber wieder gesucht sein», blickt Martin Merz positiv in die Zukunft.[IMG 2]
Starke Bäuerinnen und Bauern in der Branche notwendig
Die aktuelle Situation auf dem Milchmarkt zeige aber auch die Bedeutung einer starken Vertretung der Bäuerinnen und Bauern in der Branche und in Verbänden. «Es wird zwar von allen Marktteilnehmern immer betont, dass die aktuelle Situation auf dem Milchmarkt alle fordere und einen Mehraufwand bedeute, konkrete finanzielle Auswirkungen spüren aber grossmehrheitlich nur die Bauernbetriebe, die am Schluss der Wertschöpfungskette stehen», so Martin Merz.
Nicht nur die gute Futterqualität und weltpolitischen Entscheidungen hätten zur aktuell unerfreulichen Situation geführt, sondern auch die in den letzten Jahren abgebauten Verarbeitungskapazitäten in der Schweizer Milchindustrie.
Kanton der kurzen Wege
Martin Merz lernte zuerst Zimmermann, machte dann die Ausbildungen zum Landwirt und zum Agrotechniker. Während rund sechs Jahren arbeitete er auf dem Landwirtschaftsamt Zug, entsprechend ist er im Kanton gut vernetzt.
«Der Vorteil unseres kleinen Kantons sind die kurzen Wege. Das erleichtert die Kommunikation und die Zusammenarbeit bedeutend», betont Martin Merz im Gespräch mit der BauernZeitung.
Auch im Zuger Bauernverband laufe es nach den letztjährigen Turbulenzen im Kontext der Mehrwertsteuerabrechnung wieder rund: «Wir sind im Vorstand sehr gut aufgestellt, alle Regionen und wichtigen Produktionszweige sind darin vertreten. Und auch die Geschäftsstelle ist mit der neuen Geschäftsführerin Erika von Euw gut aufgestellt.» [IMG 3]
Generalversammlung
Nach acht Jahren prägender Vorstandsarbeit als Präsident trat Thomas Rickenbacher aus Cham zurück. Mit seiner Bodenständigkeit, dem feinen Humor aber auch der nötigen Ernsthaftigkeit im richtigen Moment habe er viel für die Zuger Bauern bewegt, rühmte ihn Vizepräsident Ueli Dönni.
Besonders in der Kampagnenleitung diverser Initiativen, der Thematik rund um den Zuströmbereich Zugersee oder der neuen Agrisano-Regionalstelle Zug-Luzern sei die Handschrift von Thomas Rickenbacher erkennbar gewesen. Gleich eine ganze Generation lang setzte sich Marcel Schneider aus Buonas im Vorstand der Zuger Bauern für die Landwirtschaft ein. In den gesamthaft 27 Jahren hatte er mehrere Aufgabenbereiche inne, unter anderem war er 16 Jahre Mitglied in der Bildungskommission. Für ihn wurde Armin Troxler aus Risch neu in den Vorstand gewählt.
Zum ersten Mal präsentierte die neue Geschäftsführerin Erika von Euw die Verbandsrechnung: Nach dem es infolge der Mehrwertsteuer-Problematik letztes Jahr einen fast sechsstelligen Verlust gab, realisierte der Verband heuer einen Gewinn von über 117 000 Franken. Hauptgrund für dieses erfreuliche Resultat war der gute Geschäftsgang bei der Agrisano.