«Auf dem Urner Talboden sind aktuell die Bagger wieder sehr aktiv, der Schutz unserer besten Böden fordert uns», betonte Vize-Präsident Jost Gisler an der 90. Generalversammlung des Urner Bauernverbandes. Der Verband werde sich auch zukünftig mit Kräften für die Erhaltung des Kulturlandes einsetzen.
Sergio Poletti neuer Präsident der Arbeitsgruppe Pro Kulturland
Eine Schlüsselrolle bei dieser anspruchsvollen Aufgabe übernimmt dabei die Arbeitsgruppe Pro Kulturland Uri (AGPKU). Bauernverband-Co-Präsident Sergio Poletti steht der siebenköpfigen AGPKU als neuer Präsident vor. Teil dieser sind vier aktive Bauern, je ein Vertreter des Amtes für Landwirtschaft und der Korporation Uri und ein Jurist. Polettei ist somit Nachfolger von Wisi Brand.
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Seit 1996 für Urner Bauern aktiv
Wisi Brand wurde an der Generalversammlung für seinen grossen Einsatz für die Urner Landwirtschaft geehrt. «Wisi Brand setzte sich während rund 30 Jahren mit Herzblut für die Urner Landwirtschaft ein», wurde der Bergbauer aus Spiringen von Sergio Poletti gerühmt. Wisi Brand kam 1996 in den Vorstand der Urner Bauernvereinigung und stand dem Verband dabei sechs Jahre als Präsident vor. Zudem war er 16 Jahre Präsident der Arbeitsgruppe Pro Kulturland Uri.
Arbeitsgruppe Pro Kulturland Uri
16 Jahre lang war Wisi Brand Präsident der Arbeitsgruppe Pro Kulturland Uri. Die AGPKU sei im Jahr 2008 gegründet worden, um dem unsorgfältigen und wenig ressourcenschonenden Umgang mit dem wertvollen Kulturland entgegenzuwirken. Bereits bewilligte grosse Bauprojekte wie das Ferienresort Andermatt Swiss Alps, das Schwerverkehrszentrum in Erstfeld und die NEAT hätten im Kanton zu grossen Verlusten von Kulturland geführt, erklärt Wisi Brand im Gespräch. «Der dadurch entstandene Druck auf unsere Bauern führte damals zur Gründung der AG, welche bis heute am Urner Bauernverband angegliedert ist.»
Die ersten Jahre sei die AGPKU aber kaum gehört worden, in bewilligten Projekten hätte nur noch bei Detailfragen Einfluss genommen werden können. «Mittlerweile sind wir mit den Ämtern und Projektleitern jährlich mehrmals im Austausch», so der Schächentaler Bergbauer weiter.
Ob bei Zonenplanrevisionen in den Gemeinden, Hochwasserschutzprojekten oder der Gewässerraumausscheidung: Es sei entscheidend, dass man früh genug Einfluss nehme. Gerade bei der Gewässerraumausscheidung habe er beobachten können, dass die Projektverantwortlichen meist die Maximalvariante im Fokus hätten.
«Mit frühzeitigen Gesprächen sind in solchen Projekten vielfach Anpassungen möglich, wodurch für die Bewirtschaftung praktikable Lösungen erreicht und der Verlust von Kulturland vermindert werden kann», betont Wisi Brand. Voraussetzung, um auf Augenhöhe verhandeln zu können, sei allerdings, dass man den Sachverhalt kenne und dossierfest sei.
Seine Erfahrung aus den letzten Jahrzehnten habe gezeigt, wie wichtig eine starke Lobby für die Landwirtschaft sei. «Entsprechend bedeutend ist es, dass sich Bäuerinnen und Bauern auch in ihren Gemeinden politisch engagieren, damit unser Berufsstand auch in Zukunft eine Stimme hat.»
Ganzer Vorstand bestätigt
Geehrt wurden auch 17 junge Urner Bäuerinnen und Bauern für ihren Abschluss EFZ (Kasten). Ebenfalls ein Präsent erhielten Jessica Bissig aus Isenthal (Bachelor Agronomie), Fabian Arnold aus Altdorf (BLS 2), Simon Mettler aus Spiringen (BLS 2) und Daniel Kempf, Altdorf (BLS 1).
Jung und dynamisch präsentiert sich auch der aktuelle Vorstand des Urner Bauernverbandes. Alle acht Mitglieder stellten sich darum zur Wiederwahl, welche sie auch alle einstimmig schafften.
Offenhaltung besser abgelten
Der Berner Nationalrat Ernst Wandfluh fühlte sich bei den Urnern sichtlich wohl. «Es ist wichtig, dass wir in unseren Bergregionen auch zukünftig zur Tierhaltung Sorge tragen, denn nur die Wiederkäuer können das Gras von Berg- und Alpwiesen zu hochwertigen Lebensmitteln wie Fleisch und Käse veredeln.»
Entsprechend wichtig sei es, dass sich die Bundesparlamentarier in der AP2030 dafür einsetzten, dass das Berggebiet stärker unterstützt werde. «Die Offenhaltung von steilem Land muss besser abgegolten und auch die Unterstützung für Milchkühe muss gestärkt werden», so Nationalrat Ernst Wandfluh.
Aber auch bei den Strukturverbesserungsbeiträgen müsse es Anpassungen geben. «Die steigenden Baukosten der vergangenen Jahre verteuern die Infrastrukturen im Berggebiet enorm.»
Urner Bäuerinnen und Bauern mit Abschluss EFZ
Laura Bäbler, Unterschächen; Richard Bissig, Unterschächen; Sandro Eberli, Isenthal; Selina Epp, Bristen; Manuel Gisler, Spiringen; Richard Gisler, Spiringen; Andreas Herger, Bürglen; Fabio Imhof, Spiringen; Markus Infanger, Isenthal; Patrick Jauch, Isenthal; David Kempf, Unterschächen; Marco Kempf, Bürglen; Julia Kempf, Bürglen; Alex Riedi, Gurtnellen; Marco Riedi, Bürglen; Thomas Zurfluh, Erstfeld; Elias Zwyssig, Schattdorf.