«Wir fangen schon im März an, unsere 640 Kirschbäume über die Sprinkleranlage homöopathisch zu behandeln», erklärte Ruth Müller-Villiger. Sie ist Pflanzenhomöopathin und brachte den rund 35 Aargauer Landfrauen an einem Kursabend verschiedene homöopathische Mittel näher. Durch immer mehr Verbote beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und invasive Schädlinge sei die Nachfrage nach Homöopathie sehr gross.

Erst Grundlagen, dann die Anwendung

Zum Auftakt erklärte Tierhomöopathin Claudia Hübscher die Grundlagen der Homöopathie, um eine Basis für die weiteren Ausführungen zu schaffen. Beispielsweise sagte sie, dass die Homöopathie darauf beruht, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen. Man schaut sich also beim Menschen die Symptome an und sucht entsprechend ein Mittel, das auch diese Symptome auslöst. Wichtig sei die Lebenskraft. «Geht es mir gut, bin ich nicht angreifbar», beschrieb Claudia Hübscher. Mit «angreifbar» meinte Hübscher, dass man weniger krank wird. Ein grosser Unterschied zur Schulmedizin sei zudem, dass man Homöopathie nicht vorbeugend verabreicht.

Vier verschiedene Mittel in der Pflanzenhomöopathie

«Das Maul der Pflanze sind die Wurzeln», zog Ruth Müller-Villiger den Vergleich zwischen Menschen und Flora und begründete so, weshalb sie viele Mittel über den Boden, also mit Giesskanne, anwendet. Die Landfrauen erfuhren dann zu den folgenden vier Globuli Anwendung und Wirkung mit Bildern, die die Gärtnerin aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz mitbrachte:

Aconitum C200: Der Eisenhut wird bei Frost mit kaltem Wind angewendet. Sind die Blätter blass und durchsichtig oder welkt die gesamte Pflanze, so kann sie damit gestärkt werden und sich regenerieren.

Arnica C200: Der Bergwohlverleih hilft, Verletzungen der Pflanzen schneller zu schliessen, beispielsweise bei Hagelschäden, aber auch beim Umtopfen.

Calendula C30: Die Ringelblume unterstützt eine gute Wurzelbildung, sowohl bei der Aussaat als auch bei Setzlingen oder beim Umtopfen. Es gilt zudem als Stärkungsmittel für geschwächte Pflanzen.

Silicea C200: Die Kieselerde dient Pflanzen als Stärkung. Es ist eines der Mittel, das nur wenige Male angewendet werden muss und lange im Boden verfügbar bleibt. Die Erfahrung der Homöopathin: Pflanzen würden dadurch kräftiger und Früchte grösser und haltbarer.

Vom Privatgarten bis aufs Feld und in den Stall 

Nicht nur Pflanzen, auch Tiere können mit Homöopathie behandelt werden, und zwar nicht nur Hund, Pferd und Kuh, sondern auch Bienen. Bei den Bienen laufen derzeit homöopathische Projekte zur Bekämpfung der Varroa-Milbe. Globuli können teilweise selbstständig angewendet werden; in manchen Fällen ist es jedoch sinnvoll, einen individuellen Behandlungsplan erstellen zu lassen und die passenden Mittel in bestimmten Abständen einzusetzen.

Die von Ruth Müller-Villiger vorgestellten vier Globuli-Sorten sind nur ein kleiner Auszug an verschiedensten Mitteln, die angewendet werden können. Dies zeigte sich besonders bei den Rückfragen der Landfrauen. Man konnte die Motivation spüren, die durch die Reihen ging, als die Frauen überlegten, wo und wie sie im Garten, im Stall oder auf dem Feld mit Homöopathie unterstützen könnten.