2025 stieg die Anzahl Herdebuchtiere beim Original Braunvieh auf über 16 000 an, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 730 Tieren. Ruedi Frehner führte zum ersten Mal als Präsident durch die 44. Generalversammlung des Schweizerischen Original-Braunvieh-Zuchtverbandes (SOBZV) in der Markthalle Rothenthurm und strahlte angesichts dieser erfreulichen Zahlen. Über 200 Mitglieder aus fast allen Regionen der Schweiz durfte das Geburtstagskind – Ruedi Frehner feierte am Tag der GV seinen 54. Geburtstag – begrüssen.

Mehrumsätze im OB-Lädeli

In seinem Jahresbericht konnte Präsident Ruedi Frehner noch mehr Positives vermelden: Langlebige und ausdauernde Kühe, herrliche Zuchtfamilien, die das Rassenbild ideal verkörperten, und exterieurstarke Ausstellungssiegerinnen prägten das SOBZV-Verbandsjahr 2025. Geschäftsführerin Corinne Suter präsentierte nicht nur die Verbandsrechnung mit dem stattlichen Vereinsvermögen von 187 368 Franken, sie durfte auch 17 Mitglieder mehr als im Vorjahr vermelden und von einem Mehrumsatz im OB-Lädeli berichten. Der zur Diskussion gestellte Antrag an die GV, die Warenvorräte des OB-Lädelis zu überprüfen und ein neues Konzept auszuarbeiten, provozierte keine Wortmeldungen. Entsprechend wurde auf eine Diskussion verzichtet.

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Leistungen der Ahnen der Tiere berücksichtigen

Schwerpunkte des letzten Verbandsjahres waren die Überprüfung des Gesamtzuchtwertes (GZW) und das Zuchtziel 2031. Da die vom SOBZV vorgeschlagene Stärkung der Fettprozente und der Fruchtbarkeit im GZW zu einer Schwächung der Milchmenge und des Index Fleisch geführt hätte, wurde auf die Anpassungen verzichtet. Der Fleischwert wird darum im Gesamtzuchtwert gemäss Präsident Frehner auch zukünftig am höchsten gewichtet. Er betonte: «Der Gesamtzuchtwert ist zwar ein wichtiges Hilfsmittel, in unserer kleinen Population ist die Sicherheit desselben aber tiefer als bei grossen Rassen.» Ruedi Frehner forderte die Züchter deshalb auf, bei Anpaarungen nicht nur auf die Zuchtwertdaten zu achten, sondern auch die effektiven Leistungen der Ahnen der Tiere zu berücksichtigen.

Auswahl aus 126 verschiedenen Stieren

Der SOBZV-Präsident appellierte zudem an seine Mitglieder, beim Inzuchtgrad Verantwortung zu übernehmen. «Momentan hat ein OB-Züchter die Möglichkeit, bei Anpaarungen im Angebot der drei Genetik-Anbieter aus total 126 verschiedenen Stieren auszuwählen. Da findet jeder sicher mehrere Stiere, die mit dem anzupaarenden Tier nicht verwandt sind. Weder Zuchtverbände noch Genetikunternehmen schreiben uns Züchtern vor, wie wir besamen. Das liegt in unseren Händen.»

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Gesext besamen, um dem Markt nachzukommen

Braunvieh-Schweiz-Präsident Adi Arnold rief in seinen Ausführungen die OB-Züchter dazu auf, mehr gesext anzupaaren: «Besamt vermehrt gesext, damit die Herdebuchtierzahlen beim Original Braunvieh weiter ansteigen und wird der erfreulichen Nachfrage von der Marktseite her nachkommen können.» 

Die Doppelnutzungrasse erfreue sich aktuell hoher Beliebtheit im In- und Ausland. Entsprechend positiv blickt Adi Arnold auf die kommende Bruna 2028, die in Luzern gleichzeitig mit dem Braunvieh-Weltkongress stattfindet. «An diesem Anlass werden Züchter aus vielen Ländern vor Ort sein und sich von den Vorzügen der OB-Tiere überzeugen», so Adi Arnold.

Nationale Schau im Dezember 2027 geplant

Da aber die Bruna 2028 infolge des Weltkongresses nur an einem und nicht wie 2022 an zwei Wochenenden stattfindet, werde die Anzahl der Ausstellungsplätze für OB-Tiere wohl auf rund 70 begrenzt sein, erklärte OB-Präsident Ruedi Frehner. Der Vorstand plane deshalb, am 11. und 12. Dezember 2027 in Zug wieder eine Joba zu organisieren. «Wir sind das unseren Mitgliedern schuldig. Wir möchten so einer breiten Züchterschaft die Möglichkeit bieten, ihre Tiere auszustellen», so Frehner. Die jeweils Anfang Jahr stattfindende Nationalschau Sorexpo werde dafür im Jahr 2028 aussetzen.