In der Rassenkommission Swiss Fleckvieh wird zurzeit diskutiert, nur noch die sogenannten A-Tiere als SF-Tiere laufen zu lassen. C-Tiere, die nach einem festzulegenden Stichtag geboren werden, würden nur noch den Rassecode XX erhalten und somit nicht mehr als SF-Tier anerkannt werden. An verschiedenen Züchterveranstaltungen wurde das Vorhaben von Rassenkommissionspräsident Stefan Schumacher immer wieder erläutert.
Die Meinungen an der Basis gehen dabei weit auseinander: Einige befürchten, dass man deswegen die C-Tiere an keiner Ausstellung mehr zeigen könne, andere hingegen begrüssen den Vorschlag der Rassenkommission. Endlich würde man damit zur SF-Rasse als eine eigenständige Rasse mit reinrassigen Tieren stehen, so deren Tenor.
Roland Zemp setzt konsequent reine SF-Stiere ein
Die BauernZeitung hat bei einigen Züchtern nachgefragt. Wir wollten wissen, wie ihre Meinungen dazu sind. Viele mochten dabei ihre Haltung nicht öffentlich kundtun – sie befürchten Repressionen. Schlussendlich konnte die BauernZeitung mit einem «Befürworter» und einem «Gegner» reden.
«Ich bin ganz klar für den Vorschlag der Rassenkommission, nur noch die A-Tiere als Swiss-Fleckvieh-Tiere laufen zu lassen», sagt Roland Zemp aus Ramiswil SO. Konsequent setzt er auf seinem Betrieb nur reine SF-Stiere ein. «Es wäre jetzt die beste Gelegenheit, als reinrassige Rasse wahrgenommen zu werden, analog zu den Simmentalern», sagt er. Bedenken habe er höchstens, dass deswegen die Milch etwas verloren gehen würde.
«Früher haben wir auf unserem Betrieb auch ab und zu eine SF-Kuh mit einem RH-Stier besamt, um wieder mehr Leistung reinbringen zu können. Der Nachkomme war natürlich dann ein C-Tier», sagt Zemp. Mit der Einkreuzung sei bei ihm aber nun Schluss: «Irgendwann muss man sein Ziel verfolgen», so der Züchter.
Andreas Häberli befürchtet eine Schwächung der Rasse
Anderer Meinung hingegen ist Andreas Häberli aus Neuenegg BE. Häberli ist klar dagegen, dass man die C-Tiere bei der SF-Rasse ausschliesst. «Auf einen Schlag würden so 40 % der SF-Tiere wegfallen», sagt der Bio-Landwirt.
Häberli befürchtet weiter, dass viele Züchter noch weniger bereit seien, diese C-Tiere dann wieder mit einem reinrassigen SF-Stier zu besamen. «Die Konsequenz daraus wird sein, dass die Besamungszahlen mit SF-Stieren weiter zurückgehen werden und dass Swissgenetics demzufolge auch die Anzahl der SF-Prüfstiere dem Angebot anpassen wird», hält er fest. Ein weniger gutes und umfangreiches Stierenangebot sei eine massive Schwächung einer Rasse.
«Heute haben wir in der SF-Rasse drei Zuchtstrategien: Eine setzt auf Milch, die andere auf das Exterieur und die dritte auf Fitness und Weidetauglichkeit. Ich bevorzuge auf meinem Betrieb vor allem das letztgenannte», so der Züchter. Die Fitnesseigenschaften habe die SF-Rasse in letzter Zeit massiv vernachlässigt. Für Häberli ist es wichtig, dass die Rassenkommission unbedingt die Wortmeldungen aus der Basis in ihre Entscheidung einfliessen lässt.