Geht es bei den Bernern um die Viehzucht, dann kommen sie in Scharen: So auch an der Delegiertenversammlung des Bernischen Fleckviehzuchtverbandes (BFZV) am 4. März in Thun BE. 

70 Rappen pro Herdebuchtier

So durfte Präsident Stefan Schumacher neben vielen Gästen auch 180 Stimmberechtigte begrüssen. «In der Landwirtschaft ist zurzeit vieles ungewiss: Vor allem der Milchmarkt drückt uns Bauern auf den Magen», sagte er. Auf dem Schlacht- und auf dem Tränkermarkt seien die Preise zum Glück sehr gut oder zumindest zufriedenstellend. «Wenn wir das weltweite Geschehen anschauen, können wir uns noch glücklich schätzen, und vielleicht – es tönt jetzt sicher ein wenig komisch – werden die Nahrungsmittel wieder etwas mehr geschätzt», so der Präsident.

Damit der Bernische Fleckviehzuchtverband finanziell auch in Zukunft über die Runden kommt, stimmten die Delegierten einer Erhöhung der Mitgliederbeiträge um 20 Rappen pro Herdebuchtier (HB) zu. Neu wird dieser 70 Rappen pro HB betragen. Dafür dürfen jubilierende Viehzuchtvereine und -genossenschaften beim Verband anklopfen – ihnen soll dann ein Geldbetrag von 500 Franken zugesprochen werden. Obwohl die Bernische Eliteschau selbsttragend sei, sei man hier auf Sponsoren angewiesen.

Neue Vorstandsmitglieder gewählt

Vizepräsident Fritz Tschanz hat seine Legislatur von zwölf Jahren beendet. Für ihn kommt neu Christian Stegmann aus Mont-Soleil in den Vorstand. Er vertritt damit den Berner Jura. Für das verstorbene Vorstandsmitglied Daniel Zürcher wurde Matthias Aebersold aus Uettligen gewählt. Einen neuen Vize wird der Vorstand selbst bestimmen. 

Auch der Jungzüchter Martin Bergmann verlässt den Vorstand. Für ihn kommt neu Christian Kneubühl. Niklaus Flückiger aus Oeschenbach wird als neuer Experte für die Zuchtfamilienschauen unterwegs sein. Verdankt wurde auch Urs Buri. Er scheidet als Vertreter des Bernischen Fleckviehzuchtverbands aus der Rassenkommission RH/HO aus.

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Die Auffuhrzahlen auf den Schauplätzen sinken

Jakob Schenk, Präsident der Viehschauexperten, musste in seinem Schaubericht von sinkenden Auffuhrzahlen berichten. Im vergangenen Jahr wurden auf den Berner Schauplätzen noch 32 564 Kühe und Stiere beurteilt, was ein Minus von 900 Tieren bedeutet. Der BFZV spüre die sinkenden Kuhzahlen auch bei den Mitgliederbeiträgen und damit beim Budget, wie Geschäftsführer Christian Burkhalter mitteilte. Er vermeldete ein Minus von 358 Franken, mit einem aktuellen Eigenkapital von 180 700 Franken.

Ein grosses Fest zum 125-Jahr-Jubiläum

Trotz aller Herausforderungen: «Die Viehzucht und die Arbeit mit den Tieren geben uns im Alltag viel zurück», sagte Präsident Stefan Schumacher hinsichtlich des Stellenwerts der Züchteranlässe vom vergangenen Jahr. Vor allem den Züchterinnen und Züchtern, die für ihre Kühe mit den höchsten Lebensleistungen geehrt wurden (siehe Kasten), gebührt grosse Anerkennung. 

Die nächsten Highlights stehen schon bald vor der Türe: Die BEA in Bern, die Bernische Eliteschau am 1. Mai und die Feier zum 125-jährigen Bestehen des Bernischen Fleckviehzuchtverbandes am 12. September. «Wir werden die Feier hier in Thun abhalten. Als Gastreferent dürfen wir dabei Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands, begrüssen», sagte Schumacher.

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«Ich werde als Tubel beschimpft»

Der Berner Kantonstierarzt Reto Wyss informierte über die Seuchenlage in der Schweiz. Vor allem die Lumpy-Skin-Krankheit, die letztes Jahr in Frankreich wütete, macht ihm grosse Sorgen. «Wir setzen alles daran, damit wir in der Schweiz frei bleiben von Lumpy-Skin», so Wyss. 

Abo IG Swiss Fleckvieh Reinrassig oder nicht? Swiss Fleckvieh debattiert den Ausschluss von C-Tieren Friday, 6. March 2026 Im Traktandum Verschiedenes kam noch einmal das Thema C-Tiere beim Swiss Fleckvieh auf: So ist von der Rassenkommission Swiss Fleckvieh angedacht, nur noch die A-Tiere als SF-Tiere anzuerkennen, C-Tiere wolle man nicht mehr mitnehmen. Andreas Häberli aus Neuenegg und Res Wäfler aus Frutigen machten in ihren Voten klar, dass man die C-Tiere nicht ausschliessen dürfe. «Weil ich anderer Meinung bin als die Rassenkommission, werde ich als Tubel beschimpft», sagt Wäfler.

Folgende Züchterinnen und Züchter wurden für ihre Kühe mit den höchsten Lebensleistungen pro Rasse geehrt

Red Holstein/Holstein: Rino Seneca (196 693 kg Lebensleistung), Ulrich Bärtschi und Markus Ziegler Lotzwil/Niederbüren; Minusch Soraya (163 590 kg), Thomas Scheidegger, Biglen; Big River Azur Thea (154 867 kg), Hansueli Grossenbacher, Hasle-Rüegsau; Leonard Glarisse (153 951 kg), Michael Bögli, Tramelan; Hautdescrêts Bental Jalisca, Nicolas und Christine Ganguin, Eschert.

Swiss Fleckvieh: Schürch’s Cocosamba Kristall (162 143 kg), Christian Schürch, Murzelen; SchEngLä Rino Wellness (154 779 kg), Marcel Schmid, Englisberg; Schönegg Björn Fabia (148 618 kg), GG Berger, Burgistein.

Simmental: Tur-Bach Astra (139 000 kg), Ueli Bach, Turbach; Heim’s Dario Diana (125 966 kg), Ueli Heim, Oberwil i. S.; Vulkan Alma (119 104 kg), Walter und Brigitte Stucki-Jenni, Niederhünigen.