«Irgendwie ist man noch gar nicht bereit für den Abschied. Abschied? Wir sind doch gerade erst gekommen.» Diese Worte standen auf einer liebevoll gestalteten Karte auf den festlich gedeckten Tischen. Denn am Mittwoch (11. März) konnten am Inforama Berner Oberland in Hondrich 20 Frauen ein erstes Etappenziel auf dem Weg zur Bäuerin mit Fachausweis feiern. Hinter den Absolventinnen des berufsbegleitenden Kurses 2024–2026 der bäuerlich-hauswirtschaftlichen Fachschule am Hondrich, liegen zwei Jahre Ausbildung und gesamthaft 312 abgelegte Prüfungen.

Die Gratulantinnen sind zahlreich

Die Gratulantinnen Sabine Vogt, Leiterin Ressort Höhere Berufsbildung Hauswirtschaft des Inforama; Barbara Kunz, Präsidentin des Verbands Bernischer Landfrauenvereine; Zita Thoma, Leiterin Team Höhere Berufsbildung Hauswirtschaft Inforama Berner Oberland; Eva Schäfer vom Schulrat, Christine Gerber, Chefexpertin beim Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband sowie Barbara Lüthi vom Berner Bauernverband wissen alle um die Doppelbelastung von Ausbildung und Alltag. Entsprechend wurde denn auch das grosse Engagement der Klasse gelobt. Dabei ging der Weg nicht immer geradeaus und war auch nicht immer bequem. Dennoch scheint es so, als sei die Ausbildungszeit für die angehenden Bäuerinnen im Flug vergangen.[IMG 2]

Engagement ja, Kräfte einteilen auch

Nebst den Gratulationen gaben die Rednerinnen den Absolventinnen viele Tipps und Wünsche mit auf den Weg. So erklärte etwa Sabine Vogt: «Ich wünsche euch, dass ihr das erworbene Selbstvertrauen mitnehmt, dass ihr euch nicht klein machen lässt, sondern euren Platz einnehmt. Ich wünsche euch viel Mut für das, was jetzt noch kommt. Barbara Kunz weiss: «Frauen sind der Kitt in der Landwirtschaft, auch wenn der Alltag nicht immer Instagram-tauglich ist, es nur wenige oder gar keine Likes für das zubereitete Mittagessen gibt.» Auch sie wünschte den Frauen Mut, Sachen kritisch zu hinterfragen und damit Prozesse zu verändern.

Ähnlich sah das Zita Thoma. «Bleibt neugierig und bezieht Stellung», forderte sie von den Absolventinnen. Eva Schäfer ging noch einen Schritt weiter. «Frauen, nutzt eure Stimme! Bitte engagiert euch auch ausserhalb, in Vereinen oder der Politik. Wir brauchen euch da draussen», machte sie unmissverständlich klar. Dabei dürften aber die eigenen Kräfte nicht vergessen werden. Sie verglich die Absolventinnen mit einem Geraniumsetzling. Die Frauen wie auch der Setzling seien gut verwurzelt, gut im Schuss, jung und hätten Potenzial zum Weiterwachsen. Dazu bräuchten aber die Frauen, wie auch die Jungpflanze Wärme, Wasser, Licht und auch mal etwas Zuspruch. Christine Gerber betonte, dass das Wissen um Alltagskompetenzen immer mehr in den Hintergrund rücke. Sie wünschte sich daher: «Gebt euer erworbenes Wissen an eure Kinder und auch an die Nachbarskinder weiter.»[IMG 3]

Ein Lied zum Abschluss

Auch die Klasse selbst überbrachte ihrerseits viel Wertschätzung. So durften die Lehrpersonen ein Geschenk verbunden mit persönlichen Worten entgegennehmen. Auch alle anderen Heinzelmännchen, die am Hondrich im Hintergrund wirken, wurden mit einem Znünikörbli bedacht. Zum Schluss der fröhlichen Feier sangen die Absolventinnen ein Lied, das den Titel «Dr letschti Tag am Hondrich» trug.

Das sind die Absolventinnen

Beiner Sarah, Rüfenacht; Blum Barbara, Bärau; Brügger Eva Isabella, Frutigen; Hartmann Cécile, Teuffenthal b. Thun; Hübscher Miriam, Reichenbach im Kandertal; Keller Monika, Grosshöchstetten; Lanz Corina, Zäziwil; Loosli-Wehren Andrea Rebekka, Saanen; Nota-Zwagerman Rianne, Frutigen; Rieder Saskia, Kandergrund; Salzmann Michelle, Schwarzenegg; Saurer Debora, Sigriswil; Schmerbauch Marisa, Lauterbrunnen; Schmid Melanie Sabrina, Rüderswil; Steiner Andrea, Mamishaus; Tang Maria Magdalena, Gasel; Winzenried Annemarie, Oberbalm; Wyssen Nadja, Frutigen; Wyssmüller Iris, Trub; Zaugg Céline, Trubschachen. pd