Das liebe Geld. Es ist ein omnipräsentes Thema beim Bauernverband beider Basel (BVbB). Lange Zeit hatte der BVbB aus finanzieller Sicht nicht viel zu lachen. Sanierungsmassnahmen tragen nun aber erste, kleine Früchte. Zwar lässt die Situation immer noch keine Freudentänze zu. Doch es ist Licht am Ende des Tunnels sichtbar, das zumindest etwas Galgenhumor erlaubt, zeigte sich an der Generalversammlung in Sissach BL. Oder wie es Stephan Plattner, Geschäftsführer ad interim, ausdrückte: «Die Talsohle ist durchschritten.» Denn das Verbandsjahr 2025 schloss mit einem Plus von 34 715 Franken und wurde von Plattner als «höchst erfreulich» bezeichnet. Er weiss aber, dass die roten Zahlen immer noch drohend nahe sind. Deswegen trug Plattner an der Versammlung eine rote Krawatte. «Die ziehe ich erst aus, wenn wir weit weg von den roten Zahlen sind», scherzte er.
Für Blumen und Cervelat reicht das Geld
Auch sonst bot die leicht bessere Situation den Verantwortlichen mehrfach Anlass, um zu scherzen. So freute sich Präsident Marc Brodbeck darüber, dass er Claudia Rossi, Mitarbeiterin auf der Geschäftsstelle, zum 10-jährigen Jubiläum Blumen auf Kosten des Verbands kaufen konnte, und sie nicht aus der eigenen Tasche zahlen musste, was auch schon vorkam. Denn die verfügbaren flüssigen Mittel des Verbands sind immer noch ein Thema. Gleichzeitig bedauerte er scherzhaft, dass es nach der Versammlung «nur» zu Cervelatsalat reiche. Die Hoffnung bestehe aber, dass andere Zeiten kommen würden.[IMG 2]
Erträge steigern und Ausgaben senken hilft der Kasse
Zum guten Jahresergebnis trug bei, dass Erträge aus Beratungen und Versicherungen gestiegen sind. Auf der Ausgabenseite konnten sowohl der Betriebs- als auch der Personalaufwand gesenkt werden. Weitere Senkungen beim Personalaufwand sind nicht vorgesehen, machte Stephan Plattner deutlich. Denn die Arbeit soll weiterhin gut bewältigt werden können. Eine ungeplante Einnahme resultierte in AHV-Beiträgen, die zu viel eingezahlt wurden und nun zurückerstattet wurden. Und Marc Brodbeck betonte, dass es Mitglieder gebe, die jeweils ihren fälligen Jahresbeitrag aufrunden würden. Ihm war es wichtig, zu sagen: «Danke an alle, die das tun!»
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Die üK-Kurse werden teurer
Während die Mitgliederbeiträge nicht verändert werden, sieht es beim Bildungsfonds anders aus. Aus diesem Fonds werden die überbetrieblichen Kurse (üK) der Lernenden finanziert. Der Betrag wird von 2 Franken pro Hektare auf neu 3.40 Franken angehoben. Grund sind die künftig höheren Kosten für die Kurse. Alle Betriebe müssten diesen Beitrag zahlen, nicht nur die Lehrbetriebe, machte Claudia Brodbeck deutlich. Denn die Beiträge sind laut Bundesratsbeschluss allgemeinverbindlich.
Traktandiert war auch eine Neuwahl in den Landwirtschaftsrat. Die Präsidentin der Kommission «bim Buur in d Schuel», Kathrin Itin, trat zurück. Ihre Nachfolge tritt Rebecca Streiff an. Itin wurde für ihre langjährige Arbeit als Präsidentin der Kommission und auch als engagierte Anbieterin des Angebots geehrt. Ebenfalls verabschiedet und geehrt wurde Matthias Hofer. Er war der Initiator von «Bim Buur in d Schuel». Er wirkte viele Jahre in der Kommission mit und bot wertvolle Unterstützung zur Finanzierungs- und Qualitätssicherung, hiess es.