Die Generalversammlung von Swissporcs Mittelland-Romandie in Schönbühl BE war sehr gut besucht. Präsident Franz Guillebau führte durch die statutarischen Geschäfte. Durch den Zusammenschluss der Sektionen Mittelland und Romandie weist die Rechnung einen Überschuss aus. Diese Mittel sollen speziell für Projekte in der Romandie eingesetzt werden.
Ein Agronom wird neuer Präsident
Michael Fankhauser aus Kaltacker BE wurde neu in den Vorstand gewählt. Der junge Hochschulabsolvent arbeitet bei einer Firma, die in der Futtermittelbranche im Spezialitätenbereich tätig ist. Er hat 2025 den gemischten Landwirtschaftsbetrieb seiner Eltern übernommen. Da Franz Guillebau das Präsidium abgibt, wurde Michael Fankhauser auch gleich zum neuen Präsidenten der Sektion Mittelland-Romandie gewählt.
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine echte Bedrohung
Matteo Aepli, Geschäftsführer der Suisag, informierte die Anwesenden über die ASP-Konformität in einem ASP-Seuchenfall. Wichtig ist die Zertifizierung vor einem Seuchenfall.
Bauliche Massnahmen müssen zweimal im Jahr durch den Schweinegesundheitsdienst SGD zertifiziert werden. Die Zugangskontrolle zum Schweinestall ist definiert. Vollständige Umzäunung des Stalles (inkl. Mistplatte usw.). Eine Hygiene-Schleuse mit Handwasch-Gelegenheit ist Vorschrift. Kein Kontakt mit Wildschweinen (betrifft auch Jäger). Ein Besucherjournal zu führen, ist obligatorisch. Die Mitarbeiter müssen in Biosicherheit geschult sein und das auch schriftlich bestätigen. Schadnager und Schadinsekten müssen wirkungsvoll bekämpft werden. Auch die Kadaverentsorgung ist genau definiert (Bekleidung, Gebinde, Desinfektion usw.).
Die Suisag bietet Weiterbildung und Kurse im Bereich Zucht, Gesundheit und Haltung an. Und auch ein Podcast ist auf Youtube aufgeschaltet (Suisag: On-Air). Im neuen Internetshop können Zuchtprodukte oder Samendosen bestellt werden.
Die aktuelle Marktlage ist sehr gefährlich
Andreas Bernhard, Präsident der Suisseporcs, ging in seinem Referat auf die Ursachen der Krise ein. 2022 und 2023 wurden zur Produktionslenkung (für rund 13 Mio Franken) etwa 20 000 Jager aus dem Markt genommen. Gleichzeitig wurde das Jagerpreis-Modell eingeführt. So konnte der Markt für zwei Jahre auf einem guten Niveau gehalten werden.
2025 wurde der Jagerpreis nach unten korrigiert, was aber nicht zur gewünschten Wirkung führte. Der Markt kann 45 000 Schlachtschweine aufnehmen, seit September 2025 werden aber 48 500 Schweine pro Woche geschlachtet. Das führte zu einem Einkommensverlust für die Schweineproduzenten von 200 Mio Franken. Und auch die Detailhändler und Verarbeitungsbetriebe verlieren an Wertschöpfung. Die Kühlhäuser waren schon zum Neujahr gefüllt. Heute werden Kühlhäuser im Ausland gemietet, um die grossen Mengen einzulagern.
Einfache und schnelle Lösungen sind nicht absehbar
Jetzt machen die Verarbeitungsbetriebe Druck, den Markt ins Lot zu bringen. Und noch immer werden zu viele Ferkel eingestallt, weil die Mastplätze vorhanden sind. Schlachtferkel-Fleisch zu exportieren, ist nicht möglich, da die Qualität bei Probeschlachtungen nicht erreicht werden konnte. Lebendexporte sind wegen der hohen Währungsdifferenzen auch nicht sinnvoll. Der Vorstand hat ein Stilllegungs-Konzept für Zuchtplätze mit Hilfe eines Fonds erarbeitet. Dieses Konzept soll an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung vom Mai vorgestellt werden.
Keiner ist freiwillig bereit, weniger Tiere zu halten
Das Thema bewegte die Anwesenden, aber die Diskussion wurde ruhig und überlegt geführt. Der Vorschlag des Vorstandes für eine Stilllegungs-Prämie fand dabei Zustimmung. Eine Idee war auch, den Mindestflächenbedarf pro Tier um zehn Prozent zu erhöhen. Aber ein anderer Produzent meinte dazu: «Keiner ist freiwillig bereit für weniger Tiere auf gleicher Fläche, und die Konsumenten würden eine solche Massnahme auch nicht honorieren.»
Suisseporcs wird einen Informationsabend zum Thema Markt durchführen, und zwar am 8. April 2026 um 20 Uhr im Landgasthof Schönbühl BE. Dazu sind alle Schweineproduzenten eingeladen.

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