Beim Verband Holstein Bern gibt es aktuell noch 199 Holsteinzüchter mit 10 601 registrierten Herdebuchtieren. «Leider sind letztes Jahr wieder elf Züchter aus dem Verband ausgetreten», bedauerte Andreas Zutter, Präsident von Holstein Bern, an der Delegiertenversammlung vom 25. März in Belp BE. Dass die Berner bei der Zucht nicht nur auf das Exterieur, sondern auch auf die Milchleistung schauen, zeigt sich bei der Durchschnittsleistung ihrer Kühe. Aktuell liegt diese bei 9326 kg Milch mit 4,15 % Fett und 3,33 % Eiweiss. Das sind 32 kg mehr Milch als im Jahr zuvor. Bei der linearen Beschreibung kommen die Berner mit ihren Kühen auf einen Durchschnitt von 81,5 Punkten, Spitzenreiter ist hier der Holsteinverein Schüpbach mit 83,9 Punkten.

An der BEA werden vier Kühe ausgestellt

«Ich möchte allen Züchterinnen und Züchtern gratulieren, die im vergangenen Verbandsjahr einen Erfolg feiern konnten», so der Präsident. Obwohl der Milchmarkt wie die aktuelle Weltlage alles andere als rosig sei, würden solche Zuchterfolge eine grosse Motivation für die Zukunft bedeuten. «Mit der BEA in Bern, wo wir wieder vier Holsteinkühe ausstellen dürfen, steht schon bald der nächste Höhepunkt vor der Türe», sagte Zutter.

Während die Traktanden noch für keine grossen Diskussionen sorgten, gab es zuletzt unter «Verschiedenem» mehr zu diskutieren. Hier meldete sich Andreas Hänni aus Gerzensee BE zu Wort. Hänni ist bei Holstein Bern als Einzelmitglied aufgenommen. Er fühlte sich benachteiligt, weil der Vorstand eigenmächtig die Delegiertenstimme, um an der Versammlung von Holstein Switzerland abstimmen zu dürfen, der Einzelmitglieder einfach löschte. 

«Von den zwölf Delegiertenstimmen, die Holstein Bern zugute hat, mussten wir wegen der sinkenden Herdebuchzahlen eine abgeben», erläuterte der Präsident. Der Vorstand habe dann beschlossen, die elf Delegiertenstimmen auf die Viehzuchtvereine zu verteilen. «Ein Delegierter hat jeweils die Aufgabe, an der DV von Holstein Switzerland den Beschluss aus seinem Verein wiederzugeben. Da unsere Einzelmitglieder keinen Verein bilden, kommt bei den Abstimmungen immer die persönliche Meinung des Delegierten zum Vorschein», erklärte Zutter weiter. Deswegen habe der Vorstand entschieden, diesen Delegiertensitz für die Einzelmitglieder zu streichen. 

Andreas Hänni gab sich mit der Antwort nicht zufrieden und forderte vom Vorstand, die Sache bis zur nächsten Delegiertenversammlung noch einmal zu überdenken.

Finanziell in guter Lage

Bei der Rechnung gab es hingegen keine Diskussionen: «Mit einem Eigenkapital von 16 836 Franken steht der Verband auf gesunden Beinen», sagte Geschäftsführerin Ramona Lehmann. Obwohl man letztes Jahr in der Rechnung ein Minus von 879 Franken erwirtschaftete, bleibt der Mitgliederbeitrag von 15 Franken pro Betrieb unverändert. 

Im Anschluss an die DV überbrachte Michel Geinoz, Direktor von Holstein Switzerland, die Grüsse aus dem Mutterhaus und informierte die Versammlung über das Projekt Allianz. Dieses sehe vor, die Zusammenarbeit von Holstein Switzerland und Swissherdbook zu vertiefen. «Den Mitgliederschwund in den beiden Verbänden können wir nicht aufhalten. Darum müssen wir Kosten sparen und Synergien nutzen», sagte Geinoz. Als fernes Ziel gelte es, den Zusammenschluss von Holstein Switzerland und Swissherdbook zu fördern. 

Weiter sagte Geinoz, dass Holstein Switzerland ein finanziell gutes Geschäftsjahr hinter sich habe. «Dank dem können wir in der nächsten Halbjahresrechnung der Züchterschaft 452 000 Franken zurückerstatten», so der Direktor. Auch milchmässig sei die Holsteinrasse weiter im Aufschwung. Gesamtschweizerisch liege der Durchschnitt bei 9321 kg Milch (+61), bei 4,07 % Fett und 3,31 % Eiweiss.