Im Frühling ist Ablammsaison. Diese Zeit erfordert ein gezieltes Management hinsichtlich Fütterung, Hygiene, Tierbeobachtung und Geburtsüberwachung. Ziel ist, die Lämmerverluste zu minimieren und die Gesundheit von Mutterschaf und Nachzucht sicherzustellen.
Angepasste Mineralstoffversorgung ist entscheidend
Niedertragende Auen sollen eher extensiv gefüttert werden, damit sie nicht zu fett werden. Gegen Ende der Trächtigkeit steigt der Nährstoffbedarf bedingt durch das Wachstum der Föten stark an, insbesondere bei Mehrlingsträchtigkeiten. Eine bedarfsgerechte Fütterung mit energiereichem Grundfutter sowie einer angepassten Mineralstoffversorgung (v. a. Calcium, Selen) ist essenziell, um Stoffwechselstörungen wie Trächtigkeitstoxikose oder Hypokalzämie vorzubeugen. Ein Selenmangel führt bei den Lämmern zu geringer Vitalität oder gar Weissmuskelkrankheit. Mutterschafe mit Selenmangel zeigen häufig Nachgeburtsverhalten, geringere Milchleistung und/oder Fruchtbarkeitsstörungen.
Hinsichtlich der Haltungsbedingungen sind trockene, zugluftfreie und hygienisch einwandfreie Ablammbuchten vorzubereiten. Eine gute Einstreu reduziert das Risiko für Infektionskrankheiten der Lämmer. Separationsbuchten ermöglichen zudem eine gezielte Beobachtung. Ebenso entwickelt sich durch die Separation einfacher eine gute Bindung zwischen der Aue und dem Lamm.
Homöopathie kann helfen bei der Geburt
Der Geburtsverlauf ist regelmässig zu kontrollieren, ohne die Tiere unnötig zu stressen. Die Geburten verlaufen in der Regel innerhalb von 1–2 Stunden nach Einsetzen der Austreibungsphase. Verzögerungen können auf Fehllagen, zu grosse Lämmer oder Wehenschwäche hinweisen. Bei Schafen ist eine ungenügende Öffnung des Muttermundes (Ringwomb) eine der häufigsten Gründe für einen verzögerten Geburtsablauf. Die genauen Ursachen sind oft unbekannt, werden jedoch auf ein hormonelles Ungleichgewicht, Kalziummangel, Stress vor der Lammung oder narbiges Gewebe am Muttermund durch frühere, schwere Geburten zurückgeführt. Das homöopathische Mittel Gelsemium (C30) kann helfen, einen starren Muttermund zu lockern. Geburtshilfe sollte grundsätzlich nur unter hygienisch einwandfreien Bedingungen und mit entsprechender Sachkenntnis erfolgen. Im Zweifelsfalle muss tierärztliche Hilfe beigezogen werden.
Unmittelbar nach der Geburt ist die Vitalität des Lammes zu überprüfen (Atmung, Aufstehversuch, Saugreflex). Innerhalb der ersten zwei Lebensstunden soll das Lamm mit Kolostrum versorgt sein, da dieses Immunglobuline für die passive Immunisierung liefert. Bei unzureichender Aufnahme ist eine Verabreichung mit der Flasche oder ein Drenchen erforderlich.