Die Haltung von Milchkühen in Laufställen bietet viele Vorteile. Allerdings führt die grössere Stallfläche auch zu einer Zunahme der mit Kot und Harn verschmutzten Bereiche, was wiederum zu höheren Ammoniakemissionen führt.
Es gibt verschiedene Massnahmen, welche die Ammoniakemissionen im Stall reduzieren. Eine davon ist das Erstellen von Laufflächen mit mindestens drei Prozent Quergefälle und einer korrekt dimensionierten Harnsammelrinne sowie einem Schieber mit Rinnenräumer. Das rasche Abfliessen des Harns von der Lauffläche minimiert die Vermischung von Kot und Harn, wodurch die Ammoniakverluste reduziert werden. Gemäss Agroscope ist so eine Verminderung der Ammoniakemissionen von 20 Prozent möglich.
Eine Rinne braucht Unterhalt
Beim Einbau einer Harnsammelrinne ist darauf zu achten, dass sie ausreichend dimensioniert ist oder über genügend Abläufe verfügt. Andernfalls besteht die Gefahr des Überlaufens, was die Ammoniakreduktion deutlich verringert. Die Herleitung der benötigten Dimension der Harnsammelrinne ist im ART-Baumerkblatt Nr. 01.09 beschrieben. Auch Verschmutzungen durch Kot und/oder Einstreu können zu einem Rückstau und Überlaufen der Harnsammelrinne führen. Daher ist der Einbau eines Rinnenräumers oder eines Umspülungssystems empfehlenswert, um eine regelmässige Reinigung sicherzustellen. [IMG 2]
Gummimatten sorgen für Gefälle
In bestehenden Ställen kann das Quergefälle auch mit dem Einbau einer speziellen 3D-Gummimatte erreicht werden. Diese Gummimatte hat in sich selbst drei Prozent Gefälle und kann in bestehende planbetonierte Laufgänge verlegt werden. Dabei fungiert die Erhöhung der Gummimatte zusammen mit der bestehenden Schieberführung als Harnsammelrinne, die bei der Reinigung mit dem Schieber mitgereinigt wird.
Wenn die Laufflächen mit Gefälle direkt von der Sonne beschienen werden oder der Tierverkehr auf den Laufflächen zu gering ist (Weide oder sehr breite Laufgänge), sodass wenig Kot und Harn anfallen, können sich Schmierschichten bilden. Um das zu verhindern, soll folgendes beachtet werden:
- Genügend Tierverkehr und somit genügend Kot und Harn pro m² (schmalere Laufgänge, aber ohne, dass das Tierwohl negativ beeinflusst wird).
- Vor oder nach jeder Reinigung die Laufgänge gezielt mit Wasser befeuchten. Die Befeuchtung der Laufgänge ist am wirkungsvollsten, wenn das eingesetzte Wasser möglichst direkt an die Laufgangoberfläche gelangt.
- Rutschfeste Böden oder Gummimatten einbauen, die den Kühen auch bei einer leichten Schmierschicht noch einen guten Halt bieten.