Im Moment hat es zu viel Milch auf dem Markt. Da das Schwein ein Allesfresser ist, wäre es ja auch eine Möglichkeit, die überschüssige Milch den Schweinen zu verfüttern. Dagegen spricht eigentlich nichts, es muss aber beachtet werden, dass das Futter nicht einfach mit Milch ersetzt werden kann. Das Schwein verwertet viele Produkte aus der Lebensmittelproduktion, welche dem Fertigfutter beigemischt sind und so auch in den Futterrezepten miteinberechnet sind.
Vorgaben bei Brot, Mais oder Restaurationsabfällen
Wenn nun zusätzlich zum Alleinfutter Nebenprodukte, zum Beispiel Brot, Mais, Käsereiabfälle usw. verfüttert werden, kann das sehr preiswert sein, es müssen aber einige Regeln beachtet werden. Die Produkte müssen eine hygienisch einwandfreie Qualität aufweisen. Das Brot darf nicht schimmeln, der Mais muss einigermassen frei von Mykotoxin sein, Restaurationsabfälle dürfen keine tierischen Eiweisse enthalten und müssen gekocht werden.
Unsere Schweine sind Hochleistungstiere, das gilt sowohl für Zuchtschweine als auch für die Mastschweine. Die Futterrezepte sind optimal auf die Leistungen, welche die Tiere erbringen, abgestimmt. Ersetzt man nun einen Teil des Futters zum Beispiel mit Milch, fehlt den Schweinen im ersetzten Teil der Prämix mit Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen, welche dem Alleinfutter zugesetzt ist. Ist der Anteil an der Futterration gering, gibt es wahrscheinlich keine Probleme. Steigt der Anteil aber auf mehr als 5 bis 10 Prozent, kann es heikel werden. Als Folge davon kann es zu Leistungseinbussen kommen, oder auch zu Klauenproblemen oder gesundheitlichen Störungen.
Die Ration hat ausgewogen und leistungsgerecht zu sein
Ist der Gehalt in den Nebenprodukten nicht klar, weil immer wieder andere Komponenten enthalten sind, wie etwa in Bäckereinebenprodukten, wird es schwierig, eine ausgewogene Ration herzustellen. Im Mastbereich kann das zu schlechten Schlachtabrechnungen führen, weil die Tiere bisweilen verfetten. Auch kann der Mangel an Struktur und Mineralstoffen zu Schwanzbeissen oder Fundamentsproblemen führen. Bei der Zufütterung von Mais oder Silage im Galtsauenbereich weiss man nie genau, welche Tiere wieviel davon fressen. Es wird schwierig, das Gewicht der Sauen zu steuern.
Zusammenfassend können wir festhalten, dass die Verwertung von Nebenprodukten oder überschüssigen Lebensmitteln sehr sinnvoll ist. Das Schwein ist ein idealer Verwerter von diesen Produkten und oft können auch Futterkosten gespart werden. Es müssen aber einige Regeln beachtet werden. Die Nebenprodukte müssen in der Ration einberechnet sein, es braucht also ein Ergänzungsfutter zu den Nebenprodukten, welches fehlende Inhalte ergänzt. Zudem müssen die Nebenprodukte die hygienischen Anforderungen, welche auch für das Alleinfutter gelten, erfüllen. So kann die Schweineproduktion einen aktiven Beitrag leisten, unsere Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie und die überschüssigen Produkte aus der Milchproduktion zu veredeln.