Dazu ein Beispiel: Ich wurde vor einiger Zeit zu einem Brandschaden gerufen. Die Glut eines Feuers in der Nähe eines Bauernhofs war durch starken Wind bis zur Scheune getragen worden. Dort fing das Heu- und Strohlager Feuer. Bald brannte der Hof lichterloh.
Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Aber es kam zu einem grösseren Sachschaden in der Höhe von 600 000 Franken. Beim Ermitteln der Schadenhöhe musste ich leer schlucken. Denn nach dem Bestimmen und Zusammenzählen aller Werte kamen wir auf rund 2,5 Millionen Franken. Gemäss Versicherungspolice des Bauern betrug die Versicherungssumme jedoch lediglich 1 Million Franken. Das waren gerade mal 40 Prozent des Werts der versicherten Güter.
Eine regelmässige Überprüfung lohnt sich
Ein klarer Fall von Unterversicherung. Diese hatte eine Kürzung der Versicherungsleistung um 60 Prozent zur Folge. So will es das Versicherungsvertragsgesetz. Im konkreten Fall hiess das: Der Bauer erhielt lediglich 40 Prozent des Schadens ausbezahlt: Anstelle der 600 000 Franken waren das nur 240 000 Franken. Den Rest des Schadens musste der Landwirt wegen der starken Unterversicherung selber tragen. Der Brand hat den Bauern deshalb fast in den Ruin getrieben.
Ein unschönes Erlebnis, an das ich mich nur ungern erinnere. Seither sensibilisiere ich Landwirtinnen und Landwirte umso mehr, ihre Versicherungssumme regelmässig zu überprüfen. Es lohnt sich.
Immer den Neuwert berücksichtigen
Wichtig zu wissen ist dabei auch: Beim Bestimmen der Versicherungssumme gilt es, den Neuwert zu berücksichtigen – auch wenn Landmaschinen und Geräte gebraucht gekauft wurden. Denn im Schadenfall entschädigt die Versicherung den Neuwert – sofern keine Unterversicherung vorliegt.
Fazit: Mit der wertrichtigen Versicherungssumme lassen sich im Schadenfall unliebsame Überraschungen vermeiden. Die etwas ruhigere Winterzeit ist perfekt dafür geeignet, wieder einmal den Wert aller Gerätschaften und Güter zu berechnen und mit der Versicherungssumme zu vergleichen, die in der Police aufgeführt ist. Ihr Versicherungsberater oder Ihre Versicherungsberaterin unterstützt Sie bestimmt gerne dabei. Oft helfen Inventarlisten mit Standardwerten, um sich auf das Beratungsgespräch vorzubereiten und den korrekten Wert zu eruieren.