Die Migros gab sich transparent an der Bilanz-Medienkonferenz vom 24. März 2026. Gerne erinnerte sich Migros-CEO Mario Irminger an die letztjährigen Highlights des 100-Jahr-Jubiläums des Migros Genossenschaftsbunds zurück. Aber an der Bilanz-Medienkonferenz ging es um harte Fakten.
Die Migros-Gruppe erzielte 2025 einen Gruppenumsatz von 31,9 Mrd. Franken. Der Gewinn fiel aufgrund der Unternehmensverkäufe gegenüber dem Vorjahr deutlich höher aus und stieg auf 1 133 Mio. Franken. Der Betriebsgewinn vor Finanzerfolg und Steuern (EBIT) erreichte 1 212 Mio. Franken. Der EBIT lag bei 812 Mio. Franken. Das Eigenkapital des Handels- und Industriegeschäfts stieg per Ende 2025 auf 18,5 Mrd. Franken (Vorjahr: 17,6 Mrd.) und entspricht 80,6 Prozent der Bilanzsumme.
Seit 2024 stösst die Migros-Gruppe alle Unternehmen ab, die nicht mehr zur Strategie passten oder Verluste schreiben. «Mit dem Verkauf von Tegut anfangs März 2026 ist die Portfoliobereinigung grösstenteils abgeschlossen», sagte Mario Irmiger an der Bilanz-Medienkonferenz.
Vier Geschäftsfelder im Fokus
Der Fokus liege nun konsequent auf den vier strategischen Geschäftsfeldern Food Retail, Non-Food Retail, Gesundheit (Medbase) und Finanzdienstleistungen (Migros Bank).
Erfolgreich unterwegs ist die Migros-Gruppe mit Galaxus, Medbase und der Migros Bank. Harziger läuft es bei Migros und Denner. «Wir haben durch die Tiefpreisstrategie wertmässig Marktanteile verloren», gab Mario Irmiger bekannt. Er rechnet damit bis 2029/2030 Marktanteile zurückzugewinnen.
Bis 2030 sollen an 140 Standorten neue Migros-Filialen entstehen und zudem 350 Läden modernisiert werden. Dafür investiert die Migros-Gruppe je 350 Millionen Franken beziehungsweise 1650 Millionen Franken. Auch soll das Sortiment «Aus der Region. Für die Region» und Frische (Backwaren) weiterentwickelt werden. Für Preise und Aktionen reserviert die Migros-Gruppe 500 Millionen Franken.
Effizienter und einfacher werden
Diese Umsetzungskosten will die Migros durch Effizienz und Strukturbereinigung dämpfen. «Es ist nicht unsere Absicht, die Preise der Bauern zu drücken oder regionale Anbieter aus dem Markt zu drängen», hielt Mario Irmiger an dieser Stelle fest und weiter: «Wir müssen effizienter und einfacher werden, um nachhaltig konkurrenzfähig und erfolgreich zu sein.»
Wertberichtigung bei der Migros Industrie
Im Geschäftsbereich Migros Industrie sind die für die Landwirtschaft relevanten Geschäftsbereiche Micarna-Gruppe (Courtepin FR und Bazenheid SG), die Elsa-Group (Estavayer-le-Lac) und die Fresh Food & Beverage Group (FFB) als wichtiger Abnehmer in Bischofszell (TG).
Auch die Migros Industrie wurde umgebaut und agiert heute als integrierte Produzentin für den Hauptabsatzkanal Migros. 2025 wurde dieser Geschäftsbereich unter die Lupe genommen. Jede Fabrik wurde auf ihre Werthaltigkeit überprüft und ungenutzte Infrastruktur abgestossen, was in der Buchhaltung eine Wertberichtigung von –100 Mio. Franken ausmachte. Im Berichtsjahr erzielte die Migros Industrie einen Nettoumsatz von 5,807 Mrd. Fr. (– 5.1 %).
Der Rückgang ist auf den Abgang der Mibelle Group infolge der strategischen Fokussierung auf das Kerngeschäft zurückzuführen. Auf Nachfrage der BauernZeitung heisst es seitens der Migros, dass Finanz- und Umsatzzahlen zur Micarna, FFB und Elsa nicht separat bekannt gegeben würden.
Migros als grösster Abnehmer der Landwirtschaft
Die Migros genehmigte sich im November 2025 eine neue Vision. Dazu sagte Mario Irmiger: «Unsere Vision ist eine lebenswerte Schweiz für alle.» Ziel sei eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe auch mit den Bauern, denn die Migros sei der grösste Abnehmer von landwirtschaftlichen Produkten.