Heinz von Niederhäusern führte souverän durch die Generalversammlung in der Aula des landwirtschaftlichen Kompetenzzentrums Grangeneuve, in Posieux. Es war seine letzte Generalversammlung als Präsident. Von 167 eingeladenen Mitgliedern waren 90 stimmberechtigte Personen und einige Gäste anwesend.

Eine Zusammenkunft der Saatgut-Spezialisten

Die Gäste kamen mehrheitlich auch aus der Saatzucht-Branche; etwa der Präsident des Schweizerischen Saatgutproduzenten Verbandes Swisssem, Thomas Ritz, und der Geschäftsführer von Swisssem, Christoph Rüfenacht.

Zum Beginn der Versammlung wurde mit einer Schweigeminute der beiden verstorbenen Mitglieder Donat Jenny und Urs Grossrieder gedacht. Der Geschäftsführer Joel Grossrieder ging dann in seinem Jahresbericht auf die einzelnen Produktions-Bereiche der Genossenschaft ein.

Eine ertragreiche Ernte und sehr gute Qualität bei Pflanzkartoffeln

Die Pflanzkartoffeln konnten Anfang April bei sehr guten Bedingungen in den Boden gebracht werden. Die Pflanzen liefen schön auf und entwickelten sich gut. Die Hitzewelle Mitte Juni und die damit verbundene Trockenheit stressten die Kartoffeln, das führte dann zu eher kleinfallenden Kalibern bei der Pflanzgut-Ernte. Die Kartoffeln konnten bei guten Bedingungen geerntet werden. Ein Problem waren einzelne Bestände mit hohem Befall von Blattrollvirus. Die Kartoffelanbaufläche nahm leicht zu und der Verkauf wurde gesteigert.

Die Vorstufenvermehrung der Kartoffeln ist der Schlüssel zum Erfolg

Die Investitionen in die Vorstufenvermehrung ermöglichen eine gute Versorgung mit gutem Ausgangsmaterial. Der Insektenschutz erwies sich als sehr wirkungsvolle Massnahme zur Gesunderhaltung des Vermehrungspflanzgutes. Der Import von Vermehrungspflanzgut wurde gesenkt. Eine Herausforderung ist die Marktnachfrage und bei den neuen Sorten ist es die Verfügbarkeit von qualitativ gutem Ausgangsmaterial.

Die gute Saatgetreideernte konnte die Lagerbestände wieder auffüllen

Auch beim Saatgetreide war 2025 ein gutes Anbaujahr, die Kulturen standen schön. Wetterbedingte Verzögerungen bei der Ernte waren für die Annahmebetriebe eine willkommene Entlastung. Es wurden 243 Posten mit rund 9860 Tonnen übernommen. Die Qualität war gut und die Saatgutproduktion konnte gesteigert und die Lager wieder aufgefüllt werden. Die Herausforderungen der Zukunft im Saatgetreideanbau bestehen in der Saatgutbehandlung und der Schädlingsbekämpfung.

Körnerleguminosen und Feldsamen als kleine aber wichtige Nischen

Bei den Körnerleguminosen ist der Anbau von Eiweisserbsen rückläufig. 101 Hektaren wurden bei der Feldbesichtigung anerkannt und mit durchschnittlich 44 kg/are geerntet. Ein Teil davon hatte eine zu tiefe Keimfähigkeit und konnte darum nicht zertifiziert werden.

Soja wurde auf 62 Hektaren angebaut. Der grösste Teil davon wurde anerkannt und mit durchschnittlich 37 kg/are geerntet. Soja hat eine gute Nachfrage, aber der Trocknungsaufwand ist grösser und das Soja-Mosaikvirus kann bei den Tofu-Produzenten Qualitätsprobleme verursachen.

Feldsamen wurden auf 30 Hektaren produziert. Englisch Raigras und Bio-Rotklee wurden vermehrt. Die Erträge waren gut aber der Reinigungsaufwand ist jeweils gross.

Eigener Strom und Investitionen in die Zukunft der Saatgutbehandlung

Mit der grossen PV-Anlage, mit 608 kWp, wurden 522 000 kWh Strom gemacht, was einen Nettoerlös von 107000.- Franken ergibt.

Die Investitionen in die Elektronen-Saatgutbehandlung E-Vita sind sehr planungsintensiv und bedingen auch einen Fassadenausbau beim Genossenschaftsgebäude. Zu Testzwecken wurden im letzten Jahr, mit einer mobilen Anlage, schon 800 Tonnen Getreidesaatgut behandelt.

Die zwanzigjährige Absackanlage der Genossenschaft hat ihr Lebensalter erreicht und muss ersetzt werden. Entsprechende Abklärungen sind im Gange.

Neuer Wind im Genossenschafts-Vorstand

Im Verwaltungsrat gab es drei Austritte: Thomas Schick, Andreas Perler und Heinz von Niederhäusern verlassen den Vorstand. Für sie wurden drei neue Mitglieder gewählt: Roman Rüdemann, David Perler und Pascal Johner. Als neuen Präsidenten wählte die Versammlung den vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen Benno Jungo aus Schmitten.

In seinem Antrittsreferat sagte der neugewählte Präsident: «Alles beginnt mit einwandfreiem Saatgut. Erstklassiges Saatgut zur Verfügung zu haben, ist keine Selbstverständlichkeit. Mich beeindruckt der Pioniergeist in dieser Genossenschaft» und «Tradition ist schön, aber jetzt ist Zukunft!»