Gemäss René Bünter, Geschäftsführer der Silovereinigung, sollen die Unterhaltsarbeiten an den Siloanlagen regelmässig gemacht und dokumentiert werden. Die Innenwände sind zu reinigen und Syphon, Kontroll- und Ablaufschächte auf ihre einwandfreie Funktionsfähigkeit zu prüfen. Auch die Schlaudern, mit denen das Silo am Boden befestigt ist, müssen kontrolliert und, wenn nötig, nachgezogen oder sogar ersetzt werden. René Bünter empfiehlt auch, diese Arbeiten schriftlich und bildlich zu dokumentieren; damit kann sich der Betriebsleiter bei Unfällen und Havarien gegen Regressforderungen absichern.

Auch Fahrsilos sind vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Durch chemische Prozesse oder wegen der hohen mechanischen Belastung können Schäden auftreten. Durch undichte Betonteile kann Sickerwasser austreten und zu Gewässerverunreinigungen führen. Der Landwirt ist dafür verantwortlich, dass dies nicht passiert. Darum ist eine regelmässige Kontrolle wichtig. Wenn Schäden festgestellt werden, muss der entsprechende Bereich vollständig gereinigt werden (Hochdruckreiniger oder Sandstrahlen). Kleine Risse können mit einem Epoxidharz oder einem säurefesten Dichtmaterial verschlossen werden.

Mit Reparaturen vermeidet man Ärger bei der Betriebskontrolle

Bei Abplatzungen müssen die freiliegenden Armierungseisen so schnell wie möglich mit einem Reparaturmörtel wieder überdeckt werden. Der Mörtel ist der beste Korrosionsschutz für die blanken Armierungseisen. Nach der Reparatur kann der Oberflächenschutz (Siloanstrich) mit einem klassischen Bitumenprodukt erneuert werden. Für die Bodenplatte sind verschiedene Verfahren möglich. Zum Beispiel mit dem Einbau einer Betonverschleiss-Schicht von mindestens 12 cm Dicke, über einer dichten Folie. Oder mit einem normalen, 4 cm dicken, glatten Zementüberzug; vorher muss, nach der gründlichen und nassen Reinigung des Untergrundes, eine gute Haftbrücke eingebürstet werden. Neuerdings wird durch spezialisierte Firmen auch Gussasphalt eingesetzt; dieser wird in einer Stärke von 6 cm auf einer Trennschicht aufgetragen.

Die goldenen Silier-Regeln einzuhalten, lohnt sich

Richtiger Schnittzeitpunkt: Das Futter muss nährstoffreich sein. Optimal ist der Schnittzeitpunkt unmittelbar vor der Blüte (vor dem Ähren- oder Rispenschieben).  Später steigt der Zellulosegehalt und die Verdaulichkeit sinkt.

Nur sauberes Futter silieren: das Gras mähen und breitflächig oder direkt im Schwad ablegen. In der Praxis überwiegt die erste Methode, obwohl das Mähen auf Schwad aufgrund der veränderten Gräsermischungen und der klimatischen Einflüsse immer mehr an Bedeutung gewinnt. Für ein bestmögliches Nachwachsen des Grases sollte eine Schnitthöhe von etwa 8 cm gewählt werden. Sofern die Flächen uneben sind, kann eine Erhöhung der Schnitthöhe auf 9 cm eine gute Entscheidung sein.

Von einer zu niedrigen Schnitthöhe ist unbedingt abzuraten, da die Gefahr steigt, dass Schmutz ins Futter gelangt. Dieser kann zu Fehlgärungen führen und sorgt auch für eine langsame pH-Abnahme bei der Konservierung. Darüber hinaus fördert ein zu hoher Anteil an Rohasche die Bildung von Buttersäure, was den Futterwert und damit die Leistung der Tiere senkt.

Mit gut eingestellten Maschinen sauberes Futter produzieren

Das Futter anzuwelken, hilft bei der Nährstoffkonzentration.  Durch die höhere Zuckerkonzentration gibt es für die Milchsäurebakterien mehr Futter und mehr Nährstoffe pro Kubikmeter Siloraum. Optimal hat das Futter einen Trockensubstanzgehalt von 35 - 45 % (für Harvestore-Silos lieber noch mehr).

  • Das Siliergut richtig zu zerkleinern ist wichtig (Häcksellänge von 14 bis 18 mm), damit es sich besser verdichten lässt. Kurzes Futter lässt sich auch leichter entnehmen und verteilen.
  • Möglichst schnell unter Luftabschluss fermentieren lassen.
  • Zügig einsilieren, damit den schädlichen Hefen und Schimmelpilzen der Sauerstoff schnell entzogen wird.
  • Das Silofutter gut verdichten, um die Sauerstoffeinschlüsse so klein wie möglich zu halten.
  • Silo so schnell wie es geht luftdicht abschliessen. Damit verhindert man Qualitätsverluste und Fehlgärungen.
  • Genügend grosse Mengen auf einmal entnehmen. So können die Qualitätsverluste gering und Erwärmungen klein gehalten werden.

Siliermittel sind bei guten Bedingungen nicht nötig

Wenn die Bedingungen aber nicht optimal sind, das heisst bei nassen Grassilagen <30% TS und trockenen Silagen >40% TS, können verschiedene Mittel gegen die Nacherwärmung oder die Bildung von Buttersäure eingesetzt werden. Es gibt chemische (Säuren, Salze) und biologische (Milchsäure-Impfzusätze und Enzyme) Siliermittel. Die Inhaltsstoffe beider Mittelgruppen wirken nur in gelöster Form. Darum sollen in trockenem Futter Produkte eingesetzt werden, die flüssig appliziert werden. Wenn die Mittel zu wenig Nährsubstrat enthalten, kann zusätzlich Zucker, Dextrose oder Melasse beigemischt werden.

Silovereinigung – das Kompetenzzentrum für Silobauern

Die Schweizerische Silovereinigung SVS koordiniert die Interessen und Anliegen der Silolandwirte gegenüber Behörden, Verbänden und übrigen öffentlichen Körperschaften. Sie vertritt die Silolandwirte in Fragen wie Gewässerschutz, Bau von Siloanlagen und Vereinfachung von Bewilligungsverfahren auf nationaler Ebene. Natürlich ist die Silovereinigung erste Ansprechperson für ihre Mitglieder und die Landwirte rund ums Thema Silage. Die Mitglieder der Schweizerischen Vereinigung für Silowirtschaft bezahlen einen Jahresbeitrag von 50 Franken und profitieren von folgenden Mehrwerten und Dienstleistungen:

- Beurteilung der Silage-Qualität als Grundlage für gesunde und langlebige Nutztiere
- Silolanze / Silosonde: Nach dem Motto «Behandeln ist besser als der Totalausfall» stellen wir Ihnen Hilfsmittel bei warmer Mais- oder Grassilage zur Verfügung.
- Expertisen zu Gewässerschutz, Geruchsklagen etc.
- Zur Unterstützung bei Bauvorhaben: unabhängige Berechnung Silogrössen und Vorschub, Wahl des Silierverfahrens, Mechanisierung
- Ständige Weiterbildungen

Weitere Informationen