Vor der Auktion betonte Urs Jaquemet, Vianco-Geschäftsführer und Auktionator, dass nach den Festtagen die Nachfrage nach Rindfleisch ausgezeichnet sei. Leider mache der Milchmarkt aktuell Probleme, weshalb mehr Milchkühe geschlachtet würden. Deshalb stellte sich vor Beginn der Auktion die Frage, ob wirklich alle angebotenen Zuchtstiere einen Käufer oder eine Käuferin finden würden. Im Rahmen des Stierenmarkts für Fleischrinder waren am Mittwoch, 14. Januar, 80 Stiere von Mutterkuh Schweiz zur Beurteilung ausgestellt, davon waren am Donnerstag an der Auktion dann 70 Tiere verkäuflich.
Sehr gute Kauflaune
Als Erstes kamen die 30 Angus-Zuchtstiere in den Ring. Von Anfang an zeigte sich, dass die rund 250 potenziellen Käufer und Käuferinnen vor Ort sowie die 200, die die Auktion online verfolgten, in guter Kauflaune waren. 29 Angus-Stiere wurden zu einem Durchschnittspreis von 6465 Franken verkauft.
Der Champion der Rasse, der Red-Angus Macaron von Alain Baumberger von Longirod VD, erhielt vom Start weg rasch Gebote, bis er dem neuen Käufer schlussendlich zum Preis von 7600 Franken zugeschlagen wurde. Der ausgeglichene, fast 700 Kilogramm schwere Angus war am Vortag mit 94 Punkten in der Synthese beurteilt worden. Der Vize-Champion bei den Angus, der Stier Sunhill Attila von Stefan Siegenthaler aus Freiburg, galt 7000 Franken. Die 29 verkauften Angus-Stiere galten im Schnitt 6465 Franken. Das sind 489 Franken mehr, als die Angusstiere vor einem Jahr am Stierenmarkt galten. Nur der kleinste und jüngste Angus-Stier fand keinen Käufer.
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Überflieger Kongo
Anschliessend wurden die Simmental-Stiere im Ring versteigert. Der Champion des Tages, der 17 Monate alte, formatstarke Stier M-Oregon von Bendicht und Christine Grunder aus Boll BE, galt 6100 Franken. Der Simmental-Stier Birrers Kilan von Patrik und Daniela Birr aus Duggingen BL galt 7000 Franken und war damit der teuerste Simmental des Tages. Die 23 verkauften Simmental-Stiere galten im Schnitt 6308 Franken. Das sind 408 Franken mehr verglichen mit den Preisen für Simmental von vor einem Jahr.
Die 25 aufgeführten Limousin-Stiere wurden alle verkauft und galten im Schnitt 6704 Franken. Das sind fast 300 Franken mehr als vor einem Jahr. Der Champion bei den Limousin, der mit 94 Punkten in der Synthese beurteilte Gallikers Kongo von Fabian Galliker aus Gunzwil LU, wurde für 7100 Franken versteigert. Er wurde vom Richter Ady Hotz zum Sieger über alle Rassen erklärt und gewann den Wanderpreis der Vianco. Ein weiterer Höhepunkt folgte: Der formatstarke Limousin-Stier WMK Vulkan von Jonas Meyer aus Kirchlindach BE war am Zuchtstiermarkt für Fleischrinderrassen mit 9100 Franken der teuerste Stier des Tages. Nur ein Stier der Rasse Aubrac wurde aufgeführt. Der fast zweijährige hornlose Westenboy von Christian Duclos aus Le Vaud VD galt 6900 Franken. Er ist mit 91 Punkten in der Synthese beurteilt. Der einzige Charolais-Stier Vasco von Romain Henry aus Damphreux JU galt 6700 Franken.
Gute Aussichten
Zwei Stunden und 50 Minuten nach dem Start der Auktion zeigte sich, dass Auktionator Urs Jaquemet die Marktlage richtig eingeschätzt hatte: «Weil Schlachtvieh und Rindfleisch gesucht sind, hatten wir heute eine sehr gute Nachfrage nach Fleischrassen-Stieren», bilanzierte er. Auch im Ausland sei Rindfleisch teuer und gesucht. Jaquemet beurteilt die Marktaussichten beim Rindfleisch für das laufende Jahr als gut – «falls nicht irgendeine Viehseuche unser Land heimsucht», so seine Einschätzung. Auch Tränkekälber seien kommenden Sommer gefragt und teuer, prognostiziert er. So können die Fleischrinder-Züchter und auch die übrigen Schlachtvieh-Produzenten zuversichtlich ins Jahr 2026 blicken.
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