Eine Referenzplattform an der Schnittstelle zwischen landwirtschaftlicher Praxis, Forschung und Beratung werden – das ist das Ziel der Versuchsstation «Agrarböden», die am 12. Februar 2026 am Weiterbildungszentrum Agrilogie in Grange-Verney VD vorgestellt wurde.

Gemeinsame Arbeit, in der Realität und vor Ort verankert

Abo Konservierende Landwirtschaft Wie Jonathan Christin den Humusgehalt seiner Böden verdoppelt hat Friday, 20. February 2026 Unter der Leitung von Robin Krischer, Projektleiter für Böden bei der Generaldirektion für Landwirtschaft, Weinbau und Veterinärwesen (DGAV), wird sie von einem Ausschuss unter Beteiligung von Agroscope, dem Kanton Waadt und Prométerre geleitet. «Die Gesundheit der Böden ist für die Nachhaltigkeit der Betriebe von zentraler Bedeutung und wird gemeinsam mit denjenigen aufgebaut, die sie bewirtschaften. Diese Versuchsstation verdeutlicht die Bedeutung einer gemeinsamen Arbeit, die in der Realität vor Ort verankert ist», betont Martin Pidoux, Direktor des Waadtländer Bauernverbands Prométerre. Neben ihm waren auch die Waadtländer Staatsrätin Valérie Dittli, zuständig für Landwirtschaft und Weinbau, Agroscope-Leiterin Eva Reinhard und DGAV-Leiter Pascal Hottinger anwesend.

Forschung, Politik und Wissenstransfer zusammen

Jeder Partner an der neuen Versuchsstation bringt seine Kompetenzen und sein Know-how ein:

  • Agroscope ist für die Konzeption und wissenschaftliche Begleitung der Versuche zuständig.
  • Der Kanton Waadt leitet über die DGAV die Station, stellt die Infrastruktur und die landwirtschaftlichen Flächen zur Verfügung und sorgt für die Verankerung in der kantonalen Politik.
  • Prométerre sorgt für den Wissenstransfer in die Praxis, für die Weiterbildung und für die Berücksichtigung der Bedürfnisse vor Ort.

Zusammenarbeit bis Ende 2029, Erweiterung erwünscht

Die Zusammenarbeit der drei Akteure ist bis Ende 2029 geplant und kann bis Ende 2033 verlängert werden. Es ist vorgesehen, die Station auf andere Schweizer Institutionen auszuweiten, die zur nachhaltigen Verbesserung der landwirtschaftlichen Böden beitragen möchten. In Vereinbarungen zu spezifischen Projekten werden die finanziellen und personellen Mittel sowie die von den Partnern bereitgestellten Infrastrukturen festgelegt. Die genauen Finanzierungsmodalitäten – Aufteilung der Beiträge, Höhe der Mittel, eventuelle Drittfinanzierungen – werden laut den Verantwortlichen projektbezogen festgelegt und zu einem späteren Zeitpunkt präzisiert. Auch Landwirtinnen und Landwirte aus dem Kanton Waadt, die sich dem Projekt anschliessen möchten, sind herzlich willkommen.

Dank dem Boden die Erträge im Ackerbau stabilisieren

Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung konkreter Lösungen unter realen Bedingungen. Dies geschieht angesichts von Bedrohungen wie Verdichtung, Erosion, dem Rückgang organischer Substanzen und dem Verlust der biologischen Vielfalt.

«Wir möchten den Boden als Instrument zur Stabilisierung der Erträge hervorheben, insbesondere im Ackerbau, vor dem Hintergrund des Klimawandels», erklärt Robin Krischer.

Erstes Projekt behandelt Gründüngungen

Abo Projekt in Deutschland Kohlenstoff im Boden speichern dank speziellem Pflug – kann das funktionieren? Thursday, 15. January 2026 Die Arbeiten werden auf über 100 Hektaren in Moudon VD und in einem Netzwerk von Partnerbetrieben durchgeführt. Das erste Projekt, das in diesem Jahr beginnen wird, befasst sich mit Gründüngungen. «Dieses Thema wurde in den Co-Creation-Workshops, an denen etwa fünfzehn Landwirte der 2022 von Proconseil ins Leben gerufenen Interessengemeinschaft Sol Vie Vaud teilnahmen, als Priorität identifiziert», erklärt Robin Krischer. Einerseits sollen die Auswirkungen der Zerstörung von Gründüngung auf die Stickstoffverfügbarkeit und die Zunahme organischer Substanzen untersucht werden. Andererseits sollen neue Arten und Sorten charakterisiert werden, um ihre agronomischen Leistungen zu verbessern und ihre Integration in die Fruchtfolgen zu optimieren.

Systemversuch zu Betrieben mit wenig Vieh

Das zweite angekündigte Langzeitprojekt widmet sich der «Optimierung der Fruchtfolge, der Bodenbearbeitung und der Düngung» zugunsten der Bodenqualität und -fruchtbarkeit in Betrieben mit wenig Vieh. «Dieser Systemversuch soll nächstes Jahr beginnen», präzisiert Robin Krischer.

Für das Mittelland repräsentative Auswahl

Die erzielten Ergebnisse «werden allen Betrieben des Landes zugutekommen, die mit denselben Herausforderungen konfrontiert sind», schreibt Agroscope. «Die Böden innerhalb der Station sind vielfältig, und mit den Parzellen der Landwirte verfügen wir über eine repräsentative Auswahl des Mittellandes», so Robin Krischer.

André Staudenmann, der am Medienanlass in Grange-Verney anwesend war, gehört zu den Praktikern, die sich von Anfang an für dieses Projekt engagiert haben. «Unsere Gruppe wendet empirisch innovative Ansätze zum Schutz des Bodens als Grundlage der Landwirtschaft und des Lebens im Allgemeinen an. Ich denke, dass die Zusammenarbeit mit der Forschung für alle von Vorteil sein wird», kommentiert er.