Es war bereits einigermassen bekannt, dass PFAS in der Schweiz praktisch überall nachweisbar sein dürften. Eine neue Studie der ZHAW bestätigt das. In einer gebündelten Analyse mit 1070 Bodenmessungen aus kantonalen und nationalen Arbeiten entstand kein schönes Gesamtbild: Mehr als 99 Prozent wiesen PFAS auf. «Die Auswertung zeichnet ein umfassenderes Bild der Belastungssituation der Schweizer Böden und unterstreicht, dass PFAS flächendeckend in den Böden vorhanden sind», wird ZHAW-Experte Basilius Thalmann in einer Mitteilung der Hochschule zitiert.

Deutlich höhere mittlere Belastung gemessen

Abo Motion überwiesen Umgang mit PFAS: Das plant der Bundesrat für betroffene Betriebe Saturday, 7. March 2026 Im Vergleich zur letzten derartigen Studie in der Schweiz liegt der mittlere PFAS-Gehalt über alle Messungen mit 2,4 Mikrogramm pro Kilogramm deutlich höher. 2022 kam man auf 1,4 Mikrogramm pro Kilogramm. Die Autoren erklären das damit, dass in der neuen Analyse auch verdächtige Flächen und Siedlungsböden berücksichtigt worden sind. Zuvor sei es um die Grundbelastung gegangen, bekannte Hotspots liess man daher damals aussen vor.

Oft PFOS in hohen Konzentrationen

Die Daten zeigen einige Muster in der PFAS-Belastung von Schweizer Böden. So sind PFOS – eine Gruppe von PFAS, die seit 2011 samt ihrer Vorläufersubstanzen in der Schweiz verboten ist – in der Regel in den höchsten Konzentrationen zu finden. Feuerwehrübungsplätze oder Brandstandorte sind oft stark belastet durch PFAS-haltige Löschschäume. Einzelne PFAS sind in Löschschaum hierzulande mittlerweile verboten. Zusätzlich läuft die Vernehmlassung zum Vorschlag des Bundesrats, in diesem Bereich weitere Einschränkungen im Einklang mit der EU zu erlassen.

Einfluss von Klärschlamm muss weiter untersucht werden

Abo Schadstoffe im Fokus PFAS sind überall – Entschädigungen aber rechtlich unmöglich Wednesday, 19. February 2025 Für viele belastete Standorte in der Studie ist die PFAS-Quelle unbekannt. Bei 30 wird Klärschlamm als Eintragspfad vermutet. «Allerdings ist die einmalige Ausbringung von Klärschlamm nicht zwingend mit erhöhten PFAS-Konzentrationen verbunden», schreiben die Autoren. Es gebe auch Flächen mit historischer Klärschlammausbringung, die tiefe Konzentrationen aufweisen – und Landwirtschaftsland mit unbekannter Ausbringung und hohen PFAS-Konzentrationen. Weiter könne das PFAS-Muster je nach Einzugsgebiet der Kläranlage sehr unterschiedlich sein. «Die Frage nach dem Einfluss von Klärschlamm auf die PFAS-Belastung ist sehr komplex und bedarf weiterer Untersuchungen», so die Schlussfolgerung.

Für die Festlegung von Grenzwerten nutzen

Es ist gut zu wissen, wo und wie weit verbreitet PFAS in welchen Konzentrationen die Schweizer Böden belasten. Und es wird wichtig für die Umsetzung künftiger Grenzwerte. Bisher diente dazu die erwähnte Analyse von 2022. «Um die Auswirkungen der zukünftigen PFAS-Grenzwerte zu prüfen, erscheint es sinnvoll, die Umsetzbarkeit erneut anhand der in dieser neuen Studie gewonnen Grundlage zu überprüfen», lautet die Empfehlung der Autoren. Auf ausdrücklichen Auftrag des Parlaments muss der Bundesrat bei der Festlegung neuer PFAS-Grenzwerte die Folgen für Landwirtschaft und Wasserversorger berücksichtigen. Bisher gibt es solche rechtlich bindend für Fleisch, Fisch, Schalentiere und Eier. Grenzwerte für PFAS in weiteren Lebensmitteln sind in Arbeit.