Der Bernische Verband für Landtechnik (BVLT) hatte an der Generalversammlung einiges zu entscheiden. Zum einen wurde die Namensänderung in «Landtechnik Bern» einstimmig angenommen. Das neue Logo ist jenem des Verbandes Landtechnik Schweiz nachempfunden. Zum anderen wurden auch die Statuten geändert: Neu wird der Geschäftsführer vom Vorstand gewählt und er hat dort kein Stimmrecht mehr. Die Amtsdauerbeschränkung bleibt bei sechzehn Jahren, aber die Berechnung fängt von vorn an, wenn ein Vorstandsmitglied zum Präsidenten gewählt wird. Der Datenschutz muss angepasst werden. Neu können keine Adressdaten mehr an Landtechnik Schweiz geschickt werden.

Beginn mit einer Schweigeminute im Gedenken an Urs Berger

Präsident Urs Schneeberger führte souverän durch die Versammlung und legte zu Beginn eine Schweigeminute zum Gedenken an den verstorbenen Urs Berger ein. Der Verband führte auch dieses Jahr die Kurse für den Führerausweis G und M durch. Daneben wurden 218 Spritzen getestet und an Bremsprüfungen wurden je 80 Franken rückvergütet, was eine Summe von 2400 Franken ergab. In der Woche vom 6. bis 10. Oktober ermittelte der BVLT bei der Zuckerfabrik die Adhäsionsgewichte der Zugfahrzeuge. Dabei wurden auch Gespanne gewogen, die den Vorgaben nicht entsprachen (siehe Kasten).

Die Jahresrechnung schliesst mit einem Verlust von 5500 Franken ab. Die Gründe für die Mehrausgaben sind die Rechtsberatung und viel mehr Sitzungen während der Statutenrevision. Der Mitgliederbeitrag beträgt immer noch 105 Franken für aktive Mitglieder und 50 Franken für passive. Die Spritzentests lassen auch im Budget einen kleinen Fehlbetrag erscheinen. Die Rechnung, der Mitgliederbeitrag und das Budget wurden einstimmig angenommen.

Ramseyer tritt zurück, bleibt aber im Vorstand

Der bisherige Geschäftsführer Matthias Ramseyer trat zurück und wurde durch Jürg Lauper ersetzt. Ramseyer bleibt im Vorstand. Auch Peter Aebi ist wegen der Amtszeitbeschränkung ausgetreten. Neu in den Vorstand gewaählt wurden zwei junge Mitglieder: Florian Steinmann aus Richigen und Stefan Iseli aus Zwieselberg.

Zum Schluss ergriff Roman Engeler das Wort, Direktor von Landtechnik Schweiz und Chefredaktor des gleichnamigen Magazins. Er informierte über eidgenössische Neuerungen und darüber, dass alle Ausgaben seiner Zeitschrift digitalisiert wurden. Er erklärte den Zuhörern zudem, dass in den nächsten Jahren bei seiner Zeitschrift durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) bis zu 40 000 Franken Lohnkosten eingespart werden.

Neues von Landtechnik Schweiz

Beim Bundesamt für Strassen Astra sind zwei Gesuche hängig: Bei der Gattersicherung von Anhängern wird wohl eine zusätzliche Breite von 15 cm bewilligt und bei den hydraulischen Bremsen können Einleiter-Systeme mit Einschränkungen weiterhin toleriert werden (max. 30 km/h und max.12 Tonnen Gesamtgewicht). Engeler empfahl aber klar, pneumatische Bremssysteme anzuschaffen. Bei der Unterlenker-Anhängung von Maschinen gab es in einigen Kantonen Probleme mit der Polizei. Diese Anhängung ist grundsätzlich nur mit entsprechendem Vermerk im Fahrzeugausweis erlaubt. Die Traktorimporteure bremsen: Für Maschinen bis 3.5 t soll es eine Freigrenze geben, wenn der Traktor diese Anhängelast im Ausweis eingetragen hat. Die Einhaltung der Strassendimensionen (B: 3,5 m, H: 4,0 m, L: 18,75 m) muss bei Verkehrsmassnahmen der Gemeinden und Kantone durchgesetzt werden. Für den Winterdienst empfiehlt Engeler weisse oder blaue Nummernschilder (Versicherungssummen anpassen und Anhängelast berücksichtigen).

Weiter wurde über folgende Themen informiert: Die Rückerstattung der Mineralölsteuer ist gesichert, neu über ein Onlineportal. Über tausend junge Leute haben dieses Jahr den G40-Kurs gemacht (520 Franken für zwei Tage). Die Verbandsreise 2026 wird die Teilnehmer nach China führen. Nationalrat Hansjörg Rüegsegger (SVP, BE) richtete ein Grusswort an die Versammlung und betonte die grosse Arbeit von Ständerat Werner Salzmann (SVP, BE) für die Landwirtschaft und die Landtechnik.

Ein neues Zeitalter der Landtechnik?

David Aebi, Geschäftsführer der Firma «Agrarpiloten», hielt ein Referat über die Möglichkeiten von Drohneneinsätzen in der Landwirtschaft. Wenn die Entwicklung so schnell weitergehe, würden in absehbarer Zeit Drohnen einen grossen Teil der Pflanzenschutzarbeiten übernehmen können, so Aebi. Mit immer grösseren Nutzlasten seien die fliegenden Helfer sehr effizient und nicht auf trockene Böden angewiesen. Die Firma Agrarpiloten ist ein Tochterunternehmen der Firma Agroline und hat schon verschiedene Franchisenehmer unter Vertrag. Diese werden mit Material und Know-how ausgerüstet.

Flyer und Merkblätter

Weitere Informationen

Adhäsionsgewicht

Die im Fahrzeugausweis eingetragene Anhängelast stimmt nicht in jedem Fall. Seit 2019 gilt offiziell: Mindestens 22 % des Betriebsgewichts (Traktor und Anhänger) müssen auf die Antriebsachsen des Traktors drücken. So ist ein Anfahren oder Abbremsen an Steigungen gewährleistet.