«Das lohnt sich ja nicht, die Flächen hierzulande sind ja viel zu klein»: Dieser Satz fällt nicht selten, wenn die teilflächenspezifische Bewirtschaftung (VRA) zur Sprache kommt. Ein Vorurteil? «Auch kleine Felder können heterogen sein. Daher kann es sich durchaus lohnen, teilflächenspezifisch vorzugehen», sagte Marco Landis vom Strickhof am 26. März 2026 an einem Anlass zum Thema.
Er nannte einige Gründe dafür, wieso man auf einer Fläche unregelmässige Wüchsigkeit antrifft: so etwa Bodenunterschiede, Bäume auf der Parzelle und Schattenwurf oder Nachsaaten wegen Rübenmieten. Die Möglichkeiten teilflächenspezifischer Bewirtschaftung beginnen bereits bei der Bodenbearbeitung, um etwa Verdichtungszonen zu lockern oder ein gleichmässiges Saatbeet zu schaffen.
Organischer Dünger – Naturprodukt mit deutlichen Schwankungen
Im Besonderen ging der Digitalisierungsfachmann auf den teilflächenspezifischen Einsatz von organischem Dünger ein. «Dieser ist auf vielen Betrieben bereits vorhanden und kann sinnvoll genutzt werden», so Marco Landis. Gerade auch deswegen, weil organische Handelsdünger viel kosten würden und auch für mineralische Dünger aktuell tief in die Tasche gegriffen werden müsse.
Doch der Umgang mit organischem Dünger bringt auch Herausforderungen mit sich: «Es handelt sich dabei um ein Naturprodukt mit deutlichen Schwankungen in der Zusammensetzung», sagte Landis. Daher können Normgehalte den aktuellen Nährstoffgehalt nur schwer wiedergeben.
Die Nährstoffverfügbarkeit für die Pflanze hänge zudem von zahlreichen Faktoren ab, so etwa von der Witterung oder Jahreszeit.
Braucht es eine Drohne oder reichen Satellitendaten?
Wer seine Felder teilflächenspezifisch bewirtschaften will, muss sich zunächst ein genaueres Bild über die Flächen machen können. Das entsprechende Wissen lässt sich aus verschiedenen Quellen beziehen. Deren gibt es viele. Beispiele sind:
Drohnenbilder: Auflösung 1 cm, jedoch teuer.
Satellitenbilder: Sentinel-2-Daten frei verfügbar, Auflösung 10 m. Von kostenlos bis aufbereitete Bilder von rund Fr. 5.-/ha.
Langjährige Biomassekarten: basieren auf Satellitenkarten, Auflösung 10 m, Aufbereitung ca. Fr. 5 bis 10.-/ha.
Teilflächenspezifische Bodenproben: Auflösung 50 m, Kosten ca. Fr. 50.-/Teilfläche plus Probenahme.
Bodenscans: via Drohne oder Sensor an Fahrzeug, Auflösung 10 m, Kosten ca. 100.-/ha (stark variierend je nach Feldgrösse)
N-Sensoren am Traktor: Auflösung 5-10 m, Fr. 10'000 bis 20'000.-.
Traktordaten: Auflösung 5-10 m, bei modernen Traktoren verfügbar.
Und nicht zuletzt seien auch die Erfahrungswerte, die ein Betrieb hinsichtlich seiner Flächen hat, wertvoll. Zudem stellt sich die Frage, ob es eine hohe Auflösung, wie sie Drohnenbilder liefern, überhaupt braucht?
«In den meisten Fällen tun es auch Satellitendaten», stellte Landis fest. Gehe es allerdings um Kleinparzellenversuche, sollte jedes Detail sichtbar sein.
Beitrag für den effizienten Stickstoffeinsatz im Ackerbau
Ein Thema war zudem die Wirtschaftlichkeit: Laut Marco Landis lohnt sich die teilflächenspezifische Bewirtschaftung besonders beim Einsatz von organischem Dünger: «Hier lässt sich mit weniger Düngereinsatz viel herausholen».
Dazu kommt, dass ein Betrieb für den effizienten Stickstoffeinsatz im Ackerbau einen Beitrag von Fr. 100.-/ha erhält. Dies, wenn die Zufuhr an Stickstoff gesamtbetrieblich 90 Prozent des Bedarfs der Kulturen nicht übersteigt.
Auf den Betrieb passende Düngestrategie wählen
Auch gilt es, eine auf den Betrieb angepasste Düngestrategie zu wählen: Dabei ist zu entscheiden, ob man sich nach dem Ertragspotenzial einer Parzelle (gering, mittel, oder hoch) ausrichten soll oder nach der aktuellen Biomassekarte, wie sich die Kultur aktuell im Feld präsentiert.
«Bei organischen Düngern empfiehlt sich am ehesten die Strategie der Düngung auf das Potenzial», so Landis. Dies, weil organische Dünger erst langsam pflanzenverfügbar sind und dadurch nicht genügend schnell auf ein aktuelles Satellitenbild reagiert werden kann.