«Der Biolandbau geht dort voran, wo gesellschaftliche Erwartungen besonders hoch sind», sagte Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli. Das Projekt «Alle Küken leben» sei dabei Ausdruck eines klaren ethischen Bekenntnisses und ein zentrales Element der Glaubwürdigkeit von Bio-Eiern aus der Schweiz.

Kontrolljahr 2025: Hohe Einhaltung, gezielte Schwerpunkte

Abo Was brauchen die Brüder? Aufzucht oder Mast? Die korrekte Haltung von Bruderhähnen sorgt in der Praxis für Diskussionen Thursday, 22. January 2026 Der Rückblick auf das Kontrolljahr 2025 zeigte insgesamt ein sehr erfreuliches Bild. Rund 80 % der kontrollierten Betriebe wiesen über alle Tiergattungen hinweg keine Abweichungen auf. Die bei den übrigen Betrieben festgestellten Abweichungen betrafen im Geflügelbereich unter anderem fehlende Salmonellen-Beprobungen bei Legehennen-Kleinhaltungen mit Eiervermarktung, einen mangelhaften Füllstand der Staubbäder, nicht bio-konforme Einstreu oder den Zustand der Weide.

Gleichzeitig wurde betont, dass Kontrollen nicht nur der Einhaltung der Vorgaben dienen, sondern auch ein wichtiges Instrument zur Weiterentwicklung der Betriebe sind. Für 2026 werden unter anderem Hobbytiere stärker in den Fokus genommen, insbesondere dort, wo keine kommerzielle Nutzung besteht, die Bio-Anforderungen jedoch dennoch eingehalten werden müssen.

Veränderungen bei Legehennenhybriden und Haltung

Ein weiteres zentrales Thema war die Entwicklung bei den Legehennenhybriden. Seit Anfang 2026 dürfen in den beiden Bio-Brütereien keine hochspezialisierten Weissleger mehr gebrütet werden. Stattdessen setzt Bio Suisse auf eine Auswahl von Beige- und Braunlegern und Zweinutzungshühnern. Diese Entwicklung ist eng mit dem Grundsatz «Alle Küken leben» verknüpft, da die Hähne der Weissleger sich nicht für die Bruderhahn-Aufzucht eignen. Besonders hervorgehoben wurde der beigelegende Lohmann-Sandy-Hybrid, dessen Eigenschaften den bisherigen Weisslegern in Verhalten und Körperbau nahekommt. Die Anzahl der Sandy-Hennen steigt jedes Jahr, so wird für das laufende Jahr bereits mit der Auslieferung von über 100 000 Hennenküken gerechnet.

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Starkes Jahr mit vorsichtigem Ausblick

Der Bio-Eiermarkt blickt auf ein insgesamt sehr positives Jahr 2025 zurück. Mit rund 225 Millionen produzierten Bio-Eiern wurde ein Marktanteil von ca. 19% erreicht. Der Absatz im Detailhandel stieg von Januar bis Oktober um 5.5 %, während der durchschnittliche Konsumentenpreis im Detailhandel bei 87.3 Rappen pro Ei lag. Produktion und Absatz erreichten damit Höchstwerte.

Gleichzeitig zeigen sich neue Spannungsfelder. Verlängerte Umtriebe stellen höhere Anforderungen an das Herden- und Stallmanagement und führen zugleich zu steigenden Produktionskosten. Für 2026 wurden die Produzentenrichtpreise um Rp. 6 auf 55.40 Rp. pro Ei erhöht, wobei die Kosten für die Bruderhahnaufzucht neu eingerechnet werden. Für die Direktvermarktung wird ein Preisrahmen von 80 Rp. bis 95 Rp. pro Ei empfohlen. Der Blick nach vorne bleibt positiv verhalten. Eine angespannte Marktlage bis Ostern, das anhaltende Risiko der Vogelgrippe sowie die vollständige Umsetzung der Bruderhahnaufzucht stellen die Branche weiterhin vor grosse Herausforderungen.

«Alle Küken leben» als langfristiger Weg

Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli beendete die Tagung mit Dankesworten an die Bio-Eierbranche, die den Ausstieg aus dem Kükentöten seit dem DV-Entscheid im Jahr 2021 in sportlichen vier Jahren erfolgreich und geeint umgesetzt hatte. Er machte deutlich, dass «Alle Küken leben» kein kurzfristiges Projekt, sondern das Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses war. Erste Diskussionen dazu begannen bereits 2016, gefolgt von intensiven Branchentreffen, Tagungen und Workshops. Begleitet wurde dieser Weg von umfangreicher Kommunikation über Fachmedien, Onlineplattformen, Newsletter und soziale Medien.

Im Jahr 2026 soll der Fokus noch stärker auf dem Produkt und seiner Bekanntheit liegen. Der Mehrwert von Bio-Eiern soll sichtbarer werden, und zwar mit einer klaren Botschaft: Ei, Henne und Hahn gehören in der Bioeierproduktion von Natur aus zusammen.