Die Hauptversammlung des Bio-Rings Appenzellerland im Restaurant Krone in Gais AR begann mit einem Wurst-Käse-Salat. Die Wurst stammte vom Biohof von Judith Zeller, der Bio-Appenzellerkäse von der Schaukäserei Stein AR und das Salatbouquet von Thomas Roth aus Niederteufen AR – also alles rundum Bio.
Immer weniger Biomilch-Produzenten
So begann die Hauptversammlung des Bio-Rings Appenzellerland gelockert. Das war gut so, denn die nachfolgenden Themen beschäftigen die Biobauern.
Da ist zum einen der Milchmarkt, wo Jahr für Jahr Biobetriebe aus der Produktion aussteigen. «Der Biomilch-Preis ist gut und die Biomilch-Menge können wir halten. Gleichwohl ist es bedauerlich, wenn Umsteller diesen Schritt in die Biomilch-Produktion nicht wagen», sagte Vorstandsmitglied Gallus Wetter.
Wetter machte darauf aufmerksam, dass ab 2029 die Knospe-Fütterungsrichtlinie konsequent eingehalten werden müsse. Es gebe keine Ausnahmen mehr. In diesem Jahr darf man noch maximal 10 % ausländische Eiweisskomponenten zur Ration hinzufügen. 2027 bis 2028 gelten 5 % und ab 2029 muss es 100 % Bioknospe-Inland sein.
Bruderhähne machen Probleme
Vizepräsident Beat Rusch ging auf die Haltung von Bruderhähnen ein. «Die Haltung der Brüder müssen wir querfinanzieren, denn das Inlandfutter dafür ist teuer», sagte er und fügte weitere Nachteile an. Die Hühner der neu gezüchteten Legehennenrassen gäben weniger Eier, die erst noch kleiner seien. Zumal durch die Blockade der Bruderhähne in den Aufzuchtställen die Umtriebe verlängert werden müssten.
Hinzu komme, dass das Fleisch von Bruderhähnen schwierig abzusetzen sei. Hat da Bio Suisse die Hausaufgaben nicht gemacht und versäumt, zum vornherein nach Lösungen zu suchen? «Ein Zurück gibt es nicht. Auf alle Fälle kommt von Bio Suisse wenig Unterstützung», schloss Rusch.
Antrag für die nächste Delegiertenversammlung
Präsident Koni Meier machte darauf aufmerksam, dass eine Arbeitsgruppe der Mitgliedorganisation über die Zulassung von Spermasexing diskutiert. Ein Thema, das schon zweimal von den Delegierten abgelehnt wurde – zuletzt 2021. Nun soll auf die nächste Delegiertenversammlung von Bio Suisse nochmals ein Antrag gestellt werden.
Der Bio-Ring Appenzellerland unterstützt das Vorgehen, ebenso Bio Grischun und Bio Ostschweiz. Diesbezüglich äusserten sich Claudio Gegori von Bio Grischun und Martin Harder von Bio Ostschweiz an der Versammlung.
Peter Ziegler wird Delegierter
Beim Traktandum Mutationen gab es mit André Bühler von der Lohnmetzgerei in Heiden AR einen Neueintritt. Der Vorstand bleibt in der gegenwärtigen Zusammensetzung, auch wenn sich Änderungen im Präsidium ankündigen.
Seit Anfang des Jahres ist Präsident Koni Meier nicht mehr aktiver Landwirt. Er hat den Biobetrieb in Herisau AR an seine Tochter Edith übergeben. Präsident bleibt Meier weitere zwei Jahre, hingegen tritt er als Bio Suisse-Delegierter zurück. Die Mitglieder wählten Peter Ziegler, der mit seiner Familie einen vielseitigen Biobetrieb in Wiehnacht AR bewirtschaftet, zum neuen Delegierten.
Sinn und Unsinn des Klimachecks gaben zu Reden
Im Anschluss an die statutarischen Geschäfte versuchte Thomas Pliska von Bio Suisse, die Landwirte für den Klimacheck zu begeistern. Diesen hatte Bio Suisse mit IP-Suisse entwickelt. Auf freiwilliger Basis können die Landwirte ihn nutzen. Die Bio-Suisse-Richtlinien sind hinterlegt sowie weitere Massnahmen zum Klimaschutz, sodass sich der zeitliche Aufwand dafür in Grenzen hält. Aber Sinn und Unsinn des Klimapunkte-Systems gaben zu reden.
Zumindest lässt sich so nach aussen hin und gegenüber dem Detailhandel die Klimaleistung der Biobauern sichtbar machen. Wichtig sei allerdings, dass die Biobauern für ihre Klimaschutz-Massnahmen auch entschädigt werden, so der Tenor an der Versammlung.
