Nicht importiert, sondern im Kanton Zürich gezüchtet und ohne Transportwege vor Ort verwertet: Das Start-up Local Fish machte am 24. März 2026 an der Königswahl des Ostschweizer Trägervereins Culinarium in St. Gallen das Rennen. Die Fischproduktion, die 2021 gegründet wurde, setzt nicht nur konsequent auf Regionalität, sondern auch auf Nachhaltigkeit.
Von der Schuppe bis zum Filet wird alles verwertet
Die Fische – einheimische Arten wie Wels, Zander und Egli – wachsen in der eigenen CO2-neutralen, modernen Indoor-Aquakultur auf. Dabei verzichtet Local Fish auf Mikroplastik, Beifang und Antibiotika und setzt nach eigenen Angaben auf hohe Standards bei Nachhaltigkeit und Tierwohl.
Eine wichtige Rolle spielt auch die Kreislaufwirtschaft: «Unser Ziel ist es nicht nur, CO2-neutral zu produzieren, sondern sämtliche Nebenprodukte gewinnbringend zu verwenden», schreibt die Firma mit Sitz in Rafz auf ihrer Website. Die Vision: aufzuzeigen, wie gesund, nachhaltig und einfach Fisch ist.
Im Angebot steht eine Palette von Produkten – vom ganzen Fisch über die Knusperli bis hin zum Jerky, einem Snack aus getrocknetem Fischfilet. Zudem entsteht aus den Nebenprodukten Tierfutter. Das Konzept hat die Culinarium-Wähler(innen) überzeugt: Tom Adler, CEO und Mitbegründer von Local Fish, durfte sich die Culinarium-Krone aufsetzen.
Trägerverein Culinarium
Der Trägerverein Culinarium hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen für regionale Produkte aus der Ostschweiz zu begeistern. Zudem will er die damit verbundene Wertschöpfungskette von der Produktion bis zum Genuss auf dem Teller stärken. Dabei sollen Konsument(innen) den Mehrwert regionaler Produkte erkennen, Freude an deren Vielfalt haben und beim Einkaufen aus Überzeugung ihre Region stärken. Gemeinsam mit Partnern positioniert Culinarium Regionalprodukte über seine Kommunikationskanäle. Dabei legt er Wert auf kurze Transportwege, regionale Arbeitsplätze sowie die regionale Herkunft der Produkte und deren unabhängige Kontrolle.
An der Wahl, die am Regio-Tag im Rahmen der Gastromesse Gastia stattfand, war nicht nur die Bewertung einer Fachjury ausschlaggebend, auch ein öffentliches Online-Voting sowie das Publikumsvoting flossen in die Gesamtwertung mit ein.
Fisch schlug sich gegen Käse und Spitzenkoch durch
Erstmals traten die Kandidaten dieses Jahr in einer gemeinsamen Kategorie an, statt wie früher getrennt in «Produktion» und «Gastronomie». Eine weitere Kandidatin für die Krone war die Dorfkäserei Muolen unter der Leitung von Johannes Eberle.
Er führt den Thurgauer Familienbetrieb, der sich dem traditionellen Käsehandwerk verschrieben hat, in fünfter Generation. Auch Eberle sind kurze Transportwege wichtig: Die Milch stammt von Kühen aus der Umgebung, und auch die meisten weiteren Zutaten kommen aus der Region. Zudem gelangen Nebenprodukte wie Molke direkt in der Nachbarschaft zur Weiterverwertung.[IMG 2-3]
Der dritte Kandidat war Manuel Baur, Küchenchef im Hotel Greuterhof im thurgauischen Islikon. Auch er rückt Regionalität und Nachhaltigkeit ins Zentrum. So setzt Baur auf den Nose-to-Tail-Ansatz, indem er das ganze Tier verarbeitet. Das Gemüse nutzt er ebenfalls möglichst ganz – vom Blatt bis zur Wurzel. Zudem fermentiert der Küchenchef einen Teil des Gemüses, um es länger haltbar zu machen und Food Waste zu reduzieren.