Ein aufgedrehter Abend, fünf Künstler und viel Charme: Die «Appenzeller Welttournee» ist ein musikalisch-kabarettistisches Feuerwerk, das am 18. März im Berner National Halt macht. Auf der Bühne stehen der Stimmenkünstler Martin O., Schauspieler und Kabarettist Philipp Langenegger sowie das urchig-weltoffene «Appenzeller Echo». In der Formation spielt Landwirt Benjamin Rempfler Piano und Hackbrett.

Das Appenzeller Echo wurde 1997 von Josef Rempfler und seinem Bruder Benjamin Rempfler, der als IT-Supporter tätig ist, ins Leben gerufen. Nach mehrjähriger musikalischer Tätigkeit in verschiedenen Gruppen fanden sie gemeinsam mit Erwachsenenbildner Walter Neff am Bass eine ideale Besetzung, um ihre musikalischen Vorlieben und Stilrichtungen voll auszuleben.

Vom Bauernhof auf die Bühne und zurück

Benjamin Rempfler ist in Appenzell AI als Bauernsohn aufgewachsen und früh in die regionalen Traditionen hineingewachsen. «Schon mit fünf Jahren wollte ich Hackbrett spielen», erinnert sich der heute 47-Jährige. Mit acht Jahren war es dann soweit; später kamen Klavier und eigene Kompositionen hinzu. Heute bewirtschaftet er den elterlichen Betrieb in der Nähe von Appenzell AI mit Mutterkühen, Mastschweinen, Lamas sowie Kreuzungen aus Fleckvieh, Original Braunvieh und Limousin. Ausserdem vermietet die Bauernfamilie eine Ferienwohnung.

«Musik ist für mich wie ein weiterer Betriebszweig», sagt Rempfler. «Beides gehört zu meinem Leben – die Landwirtschaft und die Bühne.» Die «Appenzeller Welttournee» passt deshalb gut zu ihm: Jodel, Streichmusik, Hackbrettklänge und Naturtöne treffen auf Elemente aus Tango, Swing, Blues oder Weltmusik.

Heimatgefühl auf internationaler Reise

Für Benjamin Rempfler ist das Hackbrett mehr als ein Instrument. Es ist Ausdruck seiner Herkunft. «Appenzell, Wurzeln, Tradition und Musik – das ist Heimatgefühl», betont er. Auf der Bühne reist er mit dem Publikum von Kontinent zu Kontinent, bleibt dabei aber stets fest im Boden seiner Herkunft verankert. Mit Liebe zur Heimat segeln die Appenzeller Künstler auf allen sieben Weltmeeren und springen musikalisch von Ort zu Ort: Sie treffen auf mongolische Freigeister, begegnen Cowboys in Zeitlupe oder besteigen ein brüllendes Dampfschiff in Argentinien.

Ein Kontrast, der für den Landwirt funktioniert: Hier der ruhige Hof an der Sitter, dort die Bühne mit Geschichten, Klangbildern und überraschenden Wendungen.

«Ohne meine Frau und die Gofen würde es nicht gehen»

Die Jubiläumsausgabe der «Welttournee» kommt zum fünften Jubiläum «reloaded» nach Bern. Für Benjamin Rempfler bedeutet jeder Auftritt auch einen Perspektivenwechsel: «Andere Orte sehen, neue Menschen treffen und danach wieder heim auf den Betrieb zurückkehren – das hält den Kopf frei.» Während der Tournee übernimmt seine Familie viele Aufgaben auf dem Hof. «Ohne meine Frau und die Gofen würde es nicht gehen.» Planung, Vorbereitung und Teamarbeit seien dabei entscheidend. Ähnlich wie in der Landwirtschaft.

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