«Wer hat das Recht, die Ordnung zu bestimmen, in der Landwirtschaft und in der Welt?», fragte Elisabeth Rüttimann, Präsidentin der Luzerner Bäuerinnen. Ordnung sei nicht absolut, erklärte sie den knapp 200 Frauen, die an der Frühjahrstagung am Baldeggersee teilnahmen. Denn sie basiere auf der eigenen Ansicht, dem eigenen Blickwinkel.
Nur 8 Prozent der Betriebe werden von Frauen geführt
Hohen Besuch gab es mit der Regierungspräsidentin Michaela Tschuor, die mit ihrer Standesweibelin Anita Imfeld auftrat. Letztere akkurat in blau-weiss gekleidet und selbst eine Bauerntochter. «Damit ist die Ordnung wiederhergestellt», meinte Tschuor. Die Landwirtschaft funktioniere nie allein. Es sei immer ein Miteinander, mit der Natur, den Tieren, Generationen, Nachbarn, Konsumenten und schlussendlich auch mit der Politik, zählte sie auf. Und dabei seien die Bäuerinnen die zentralen Akteurinnen, wenn auch lediglich 8 Prozent der Betriebe in der Schweiz von Bäuerinnen geführt werden.
Eine Heugabel zum Ausmisten für die Regierungspräsidentin
«Damit Sie sich bei diesem Anblick immer an die Bäuerinnen erinnern», sagte Elisabeth Rüttimann zur Regierungspräsidentin, und überreichte ihr eine goldene Heugabel. Damit könne sie – wo auch immer, das überlasse sie ihr – natürlich auch ausmisten.
«Wenn eine Blume nicht blüht, gibst Du dann der Blume die Schuld?», fragte Florine Schmidt in den Saal. Und meinte damit, dass es wichtig sei, sich mit dem eigenen Umfeld zu beschäftigen. Sie befasst sich mit Energie, Raumqualität und Persönlichkeitsentwicklung. Mit der Ordnung im Innen und Aussen und wie diese die Lebensqualität beeinflussen. Sie erklärte den Luzerner Bäuerinnen, dass es einem leichter falle, Ordnung zu schaffen und auszumisten, wenn man das Ausmisten an gewisse Punkte knüpft. Etwa an den Frühling, den Wechsel zwischen Winter und Sommer, bei einem Umzug aber auch, wenn Besuch angekündigt ist. Mit dem Ausmisten schaffe man Erleichterung, Klarheit und Übersicht, im Aussen, aber auch im Innen. Weniger Ballast, mehr Leichtigkeit. Zudem sei es einfacher, am Vormittag auszumisten, wenn mehr Energie vorhanden ist und wenn nicht mit den emotionalsten Dingen, sondern beispielsweise mit der Sockenschublade begonnen werde.
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Die Gedanken aufschreiben
Was vermutlich viele kennen, ist das Prinzip der Anziehung. Liegt ein Kleidungsstück auf der Kommode, liegt am nächsten Tag eins mehr dort. Darum sei es wichtig, erklärte Florine Schmidt, dass jedes Teil seinen Platz hat und auch dort verstaut ist. Dabei kann auch eine «Weniger ist mehr»-Liste helfen. Von was möchte man mehr, von was weniger im Leben haben? Und zuletzt gilt dies nicht nur für materielle Dinge, sondern auch für das, was wir im Kopf haben. Dabei könne es helfen, die Gedanken aufzuschreiben, um Platz für neue zu schaffen, schloss Schmidt ihre Ausführung zum Thema Ordnung ab.
Ohne die Frauen gehe keine Landwirtschaft
Die Kinder der Tanzgruppe val.danza aus Gelfingen LU tanzten zu rhythmischer Musik ihre Choreografie. Zudem überbrachte Doris Marti vom Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband Grüsse und stellte das neue Kochbuch, an dem sie beteiligt war, vor. «Es ist nicht geheuchelt, sondern effektiv so, wenn man sagt, ohne die Frauen gehe keine Landwirtschaft», erklärte Markus Kretz, Präsident des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes. Frauen stünden immer noch zu viel im Schatten, was schade sei. Und wenn es den Männern auch nicht immer gelinge, «Danke» zu sagen, so hoffe er doch, dass die Frauen nun nicht gleich daheim bei den Männern anfangen würden, mit dem Ausmisten, meinte Kretz scherzhaft. «Im Namen der Männer danke ich für alles, was ihr Frauen leistet.»