An der Generalversammlung des Rassenclubs Swiss Limousin am Samstag, dem 7. März 2026 in Oschwand BE, waren 42 stimmberechtigte Mitglieder aus der Deutsch- und der Westschweiz anwesend. Präsident Roman Strupler führte durch die Traktanden. In seinem Jahresbericht erwähnte er, neben anderen Aktivitäten auch die Frankreich-Reise, sprach über die Marktlage für Limousin-Tiere, und verwies auf konstruktive Gespräche mit dem Verein Mutterkuh Schweiz.

Informationen aus den Kommissionen

Franz Burri von der Kommission Fleischrinderherdebuch (FLHB) ging auf die Vermarktung von Zuchtstieren ein. An drei Auktionen wurden 67 Stiere zu einem Durchschnittspreis von 6300 Franken verkauft. Wichtig für die Züchter ist, daran zu denken, dass für die Anmeldung der Stiere auch deren SNP (genomische Zuchtwerte) nötig sind. Für den kommenden Stierenmarkt im April sind 40 Limousin-Stiere angemeldet. An der nächsten Auktion vom Donnerstag, 19. März, werden 21 Limousin-Tiere aufgeführt. Franz Burri gibt sein Amt in der Kommission FLHB nach vielen intensiven Jahren an Jonas Meyer weiter.

Labelfleischvermarktung mit Limousin Regional

Für die Geschäftsstelle Limousin Regional sprach Hansueli Wirz. Über das Label Limousin Regional konnten etwa 150 Schlachttiere vermarktet werden. Diese Tiere stammten aus zwölf Produktionsbetrieben und erfüllten die höchsten Qualitätsanforderungen. Leider hätten die drei Metzgereien, die die Tiere abnehmen, kein weiteres Mengenpotenzial. Die Metzgereibetriebe stünden unter hohem Margendruck, darum hätten auch keine neuen Abnehmerbetriebe gefunden werden können.

Jahreshöhepunkt für 2026: die 2. Expo Swiss Limousin

Der Jahreshöhepunkt für die Limousinzüchter wird die 2. Expo Swiss Limousin. Am Grossanlass vom 11. und 12. April 2026 in der Vianco-Arena im aargauischen Brunegg AG sind 170 bis 180 Tiere angemeldet; zweiunddreissig Betriebe machen mit. Franz Burri leitet das elfköpfige OK, das schon längere Zeit an den Vorbereitungen ist. Ein Highlight wird die Elite-Auktion werden, es sind dafür sieben Tiere vorgesehen. Im Rahmen der 2. Expo Swiss Limousin findet auch der Kongress des europäischen Limousin-Verbandes Eurolim statt. Diesem Verband gehören 15 europäische Länder an, darum werden auch viele ausländische Gäste erwartet.

Limousin ist die häufigste Fleischrassenkuh

Bei den Fleischrassen liegt Limousin, nach Angus, Simmental und Braunvieh, bei den Rassenkühen mit über 9000 Tieren auf dem vierten Platz. Gleichzeitig liegt Limousin mit Abstand auf dem ersten Gesamtplatz der Fleischrassen mit rund 30 000 Kühen (mit über 20 000  Kreuzungs-Kühen). Fünf neue Produzenten konnten in den Verein aufgenommen werden, sie kommen aus Düdingen FR, Landiswil BE, Richenthal LU, Pfaffnau LU und Herlisberg LU.

Knackpunkt Fusion Mutterkuh Schweiz mit Bio-Weide-Beef

Mutterkuh-Schweiz-Präsident Matthias Gerber musste verschiedene Fragen zur geplanten Fusion seines Verbandes mit der IG Bio Weide-Beef beantworten. Die Fusion sei eine Möglichkeit, den Vermarktungskanal von Migros zu nutzen. «Mit Bio Weide-Beef haben wir bei der Migros einen Schuh in der Türe.» Viele Anwesende waren aber der Meinung, dass diese Fusion dem Image von Mutterkuh Schweiz schade. Das System der muttergebundenen Aufzucht sei bei Bio Weide-Beef nicht gegeben. Am 25. März wird der Verband Mutterkuh Schweiz an der Hauptversammlung über das Geschäft abstimmen.

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Fleischrassenherdebuch und Auszeichnungen

Svenja Strasser vom Fleischrassenherdebuch FLHB ging in ihren Ausführungen auf die Herdbook-Awards und die Tierzuchtstrategie 2030 ein. Mit Gold in der Kategorie Stiere wurde Burris Limousin aus Dagmarsellen LU für Burris Toronto ausgezeichnet. In der Kategorie Kühe wurde Mike Schild für HSB HANNI auch mit Gold geehrt. 

Alle Rassen arbeiten zusammen an der Ausarbeitung der Tierzuchtverordnung 2030, im Bereich Selektion der besten Tiere, der Zurverfügungstellung von Leistungsdaten und der Verbesserung wirtschaftlicher Merkmale.

Betrieb Beno und Tabea Sollberger in Ochlenberg öffnet seine Türen

Nach der Versammlung zeigte Beno Sollberger seinen Betrieb. Der Stallneubau stiess auf grosses Interesse. «Unser Bauprojekt hier, in der voralpinen Hügelzone, brauchte ein paar Jahre lang viel Nerven und Geduld», sagte der Betriebsleiter. Er hält 35 Limousin-Kühe und hat einen Gesamtbestand von rund 80 Tieren. Im Neubau arbeitet ein Mistroboter auf Vollspaltenboden. Das Dürrfutter wird in Rundballen gelagert. Rund zwei Drittel der Tiere sind genetisch hornlos.