«Die Swiss Fleckviehkuh ist die richtige Rasse auf dem Markt. Sie bietet Milch und Fleisch, ist robust, hat starke Gehaltswerte und hohe Fitnesseigenschaften.» Mit diesen Worten eröffnete Beat Dürrenmatt, Präsident der IG Swiss Fleckvieh, die Hauptversammlung vom Samstag, 7. Februar, in Mettau im Kanton Aargau.

Viele kannten dieses schöne Gebiet noch nicht. Obwohl die Anreise für einige fast zwei Stunden dauerte, konnte der Präsident 63 Stimmberechtigte und viele Gäste in der Turnhalle in Mettau begrüssen. Mit ein Grund war sicher auch der Betriebsbesuch bei Vorstandsmitglied Stefan Kuhn und seiner Familie in Wil AG. Beat Dürrenmatt rühmte noch einmal die Ausstellungserfolge vom letzten Jahr. Er erwähnte, dass bei 78 Zuchtfamilien eine SF-Kuh Stammkuh gewesen sei. Erwähnenswert sei hier die Zuchtfamilie von den Familien Reto und Markus von Dach, Werdthof BE, die 93 Punkte erhalten habe. Zum ersten Mal habe auch eine SF-Kuh die Milchmarke von 160 000 kg Milch überschritten. Dieses Kunststück gelang der Kuh Cocosamba Kristall von Familie Schürch aus Murzelen BE.

Sechs Kühe standen zur Auswahl

In den statutarischen Geschäften wurden sowohl der Präsident als auch die Vorstandsmitglieder Florence Tagini, Paul Lisser und Bernhard Hadorn für vier weitere Jahre bestätigt. Für Jakob Reichen, Boltigen BE, kommt neu Christian Berger, Aeschi b. Spiez BE, in den Vorstand. Bei der Präsentation der Rechnung musste die Geschäftsführerin Daniela Schmutz ein Minus von 186 Franken bekanntgeben. Das Vereinsvermögen beträgt aktuell noch 54 495 Franken. 

Ein Höhepunkt an der Hauptversammlung ist jeweils die Wahl der Kuh des Jahres. Der Vorstand stellte diesbezüglich sechs Kühe zur Auswahl. Die Delegierten und Gäste wählten die bekannte Ausstellungskuh Umberto Panama von Samuel und Ueli Künzi, Blausee-Mitholz BE, zur Siegerin. Samuel und seine Frau Ursula Künzi bewirtschaften jetzt mit ihren Kindern den Landwirtschaftsbetrieb des Alters- und Pflegeheims in Kühlewil BE.

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Mehr Diskussionen gab es, als Stefan Schumacher, Präsident der Rassenkommission SF, ans Mikrofon ging. So wurde in der Rassenkommission diskutiert, nur noch die sogenannten A-Tiere als SF-Tiere laufen zu lassen. Die C-Tiere, die nach einem festzulegenden Stichtag geboren werden, würden den Rassecode XX erhalten. «Es ist noch nichts entschieden, wir wollen zuerst die Meinungen von der Basis hören», versprach Schumacher. Und eines machte er schon vorneweg klar: «Es wird dadurch kein geschlossenes Herdebuch geben.»

Für die neue Rassen-Definition spricht Folgendes:

  • Festigung der Rasse Swiss Fleckvieh, letzter Schritt in die Eigenständigkeit.
  • Der SF-Blutanteil wird nicht mehr separat geführt; die Herdebuchführung erfordert keine speziellen Massnahmen mehr – SF gilt als eigenständige Rasse.
  • Die Anpassungen gelten ab einem Stichtag; für bestehende Tiere ändert sich nichts.

Dagegen spricht:

  • Fallen alle C-Tiere weg, ist der SF-Herdebuchbestand von A-Tieren noch 37 396 Stück (insgesamt wären es 64 895).
  • Züchter, die SF bisher als Kreuzungsprodukt verstanden haben, könnten sich ausgeschlossen fühlen.
  • Tiere HB-C die nach dem festzulegenden Stichtag geboren werden, erhalten den Rassecode XX.
  • Diese Tiere sind von Ausstellungen und Auszeichnungen (wie bei den anderen Rassen) ausgeschlossen.

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Stefan Kuhn konnte sich vor Kaufangeboten kaum retten

Spätestens beim Betriebsbesuch bei Familie Kuhn hatten die SF-Züchter wieder anderes zu diskutieren. Viele waren überrascht, von der hohen Qualität der ausgestellten Tiere. Der Betriebsleiter konnte sich dabei vor Kaufangeboten kaum retten. 45 Kühe, der grösste Teil SF-Tiere, werden auf dem Grünlandbetrieb gehalten. Gemolken werden sie in einem Melkroboter. «Während der Vegetationszeit sind die Kühe am Morgen zwischen vier und fünf Stunden auf der Weide, nachher kommen sie wieder in den Stall», sagte Stefan Kuhn. Die Kühe während der Nacht draussen zu lassen, habe mit dem Melkroboter nicht funktioniert.

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Abo Swiss Fleckvieh Hardy P wird zum grossen Star: «Ich weiss auch nicht, warum die Paarung so gut funktionierte» Sunday, 1. February 2026 Das Zuchtziel sei klar: Milch und die Fitnesswerte. «Erst danach kommen das Exterieur und der Milchgehalt», sagte der Betriebsleiter. Der Stier Hardy P habe auf seinem Betrieb sehr gut funktioniert.

«Da wir nur gesexte Stiere einsetzen, bleibt die Auswahl begrenzt», hielt er fest. In der Vergangenheit habe man viel mit dem Stier Lorbas P gearbeitet. Das habe sehr schöne Kühe mit mässiger Milchleistung gegeben. «Die SF-Rasse darf bei der Milchleistung nicht ins Hintertreffen geraten», so Kuhn. Deshalb setze er auch keine Stiere ein, die einen Milchzuchtwert von unter 600 kg aufweisen würden.