Zunehmend häufige extreme Wetterereignisse, Schädlinge und Krankheiten setzen den Schweizer Wald unter Druck. Dabei hätte dieser viele wichtige Funktionen zu erfüllen, etwa als Rohstofflieferant, als CO₂-Speicher, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie als Naherholungsgebiet und als wichtiger Faktor für die Regulierung des Klimas. Der Bundesrat hat am 12. Dezember die «Integrale Wald- und Holzstrategie 2050» verabschiedet. Diese soll Schutz- und Nutzungsaspekte zusammenführen und die strategische Ausrichtung im Sektor Wald und Holz für die nächsten Jahre festlegen.
Massnahmenpaket für nächste acht Jahre
Das Paket besteht aus einem Strategiebericht, einem Indikatorenbericht und einem Massnahmenplan für die nächsten acht Jahre. Die Massnahmen könnten mit bestehenden Bundesmitteln umgesetzt werden und würden auch das Entlastungspaket 2027 berücksichtigen, heisst es in der Medienmitteilung.
Übergeordnetes Ziel sei ein Gleichgewicht zwischen Schutz- und Nutzungsaspekten. Der Wald soll so bewirtschaftet werden, dass die Funktionen und Leistungen trotz des Klimawandels in vollem Umfang erfüllt werden könnten. Eine nachhaltige Holznutzung trage zur Waldpflege und zur Sicherung der Waldfunktionen bei.
Mehr Holz nutzen
Der Verband der Waldeigentümer «Wald Schweiz» sowie «Lignum» als Dachorganisation der Wald- und Holzwirtschaft begrüssen in ihren Stellungnahmen die neue Strategie des Bundes. Darin seien die ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald und die Ressource Holz aufeinander abgestimmt. Ziel müsse sein, dass die ganze Wertschöpfungskette Wald und Holz gestärkt werde. Wichtig sei das Bekenntnis, dass bis 2032 eine zusätzliche Million Kubikmeter Holz genutzt werden soll. Das gelinge allerdings nur gemeinsam und bedinge die entsprechenden Rahmenbedingungen. So wird vom Verband sehr begrüsst, dass künftig wieder Richtpreise für Schweizer Holz publiziert werden dürften. Die dafür zuständige Holzmarktkommission nehme ihre Arbeit im Januar 2026 auf. Und dass die Waldstrategie aufgehe, brauche es auch künftig finanzielle Mittel der öffentlichen Hand, so für Walderschliessungen.
Keine Kompensationen zulassen
Auch die Umweltorganisationen Bird Life, Pro Natura und WWF begrüssen die Strategie, insbesondere, dass die Waldfläche erhalten und die Biodiversität gefördert werden soll. Allerdings nehme die Waldfläche im Mittelland bereits ab, und der Druck für Rodungen steige dort, während die Waldfläche im Berggebiet zunehme. Diese Verbände sprechen sich gegen Kompensationen in anderen Regionen aus. «Rodungen in Baden können nicht im Maggiatal kompensiert werden.» Zudem solle die Qualität für mehr Biodiversität gefördert werden, so mit mehr Alt- und Totholz, seltenen Baumarten oder Eichenwäldern.