Starke Nachfrage treffe auf knappes Angebot, hiess es im Holzmarktbericht Ostschweiz vom Dezember. Die Auftragslage für Bau- und Industrieholz sei schweizweit gut, die höheren Holzpreise fänden bei den Waldbesitzern Zustimmung. Nun brauche es eine Ankurbelung des Angebotes. Der kalte und schneereiche Jahresbeginn könne dazu beitragen, dass die Holzernte im Privatwald forciert wird. «Die Holzernte lohnt sich wieder, seit 2014 lagen die Holzpreise nie mehr so hoch wie heute», schrieb Heinz Engler, Geschäftsführer von Holzmarkt Ostschweiz.
Mehr Holzen im Wald
Ein grösseres Holzangebot erwartet die Holzindustrie: Jährlich eine Million Kubikmeter mehr Rundholz sollen es bis 2030 sein. Handlungsbedarf sieht auch der Bundesrat in seiner im Dezember 2025 vorgestellten «Integralen Wald- und Holzstrategie 20250»: Die Rahmenbedingungen für die Steigerung der Nutzung und Verwendung von Holz aus Schweizer Wäldern seien zu optimieren.
Wald Schweiz, der Verband der Waldeigentümer, will die «Holzmobilisierung an der Basis» vorantreiben. Dazu beitragen sollen auch die Richtpreise für Rohholz, welche ab diesem Jahr publiziert werden dürfen und zu mehr Transparenz im Holzmarkt beitragen sollen (siehe unten).
Die Deklarationspflicht ist umstritten
Transparenz erwartet die Wald- und Holzbranche auch bei der Herkunft von Holz. Längst nicht alles zu Gebäuden oder Möbeln verbaute Holz trägt das Label «Schweizer Holz». Sehr viel Holz wird importiert, aus unterschiedlichster Herkunft. Seit 2010 gilt eine Deklarationspflicht für Holz, Holzwaren wie Möbel, und auch Holzkohle, und zwar nach Holzart und Herkunft. 2019 wurde die auf Verordnungsebene geregelte Pflicht explizit im Umweltschutzgesetz verankert.
Die Deklarationspflicht soll im Rahmen des Entlastungspaketes des Bundes aber fallen. Dafür sprachen sich der Handel, Grossverteiler, aber auch der Verband der Schreinermeister und Möbelfabrikanten aus. Einstimmig für die Beibehaltung plädierte der Vorstand von Lignum, dem Dachverband der Wald- und Holzwirtschaft. Diese Massnahme trage mit dazu bei, die Rahmenbedingungen für Schweizer Holz und für die geforderte stärkere Nutzung des Waldes zu verbessern.
Eine Diskussion wird beantragt
Die Streichung sei als Beitrag zum Abbau der Bürokratie in der Bundesverwaltung zu verstehen, meinte Bundesrätin Karin Keller-Sutter bei der Beratung im Ständerat im Dezember. In der Kommission sei diese «Massnahme 22» mit kleiner Gesetzesänderung nicht einmal diskutiert worden, erklärte Ständerat Jakob Stark (SVP, TG). Dafür sorgte aber Daniel Fässler, Ständerat (Mitte, AI) und Präsident von Wald Schweiz, mit einem Antrag. Das sei der sonderbarste Vorschlag im ganzen Entlastungspaket, und finanziell fast irrelevant.
Gemäss Angaben des Bafu geht es um eine 80-Prozent-Stelle und Kosten von 135 000 Franken für den Vollzug der Holzdeklaration. Zum Vergleich: Mit dem Entlastungspaket sollen 2,4 Mia Franken im 2027 und 3 Mia in den Jahren 2028 und 2029 gespart werden. Der Vorschlag zur Streichung der Deklarationspflicht wurde dank dem Antrag Fässler im Ständerat mit 28:14 Stimmen versenkt. Wie übrigens alle Kürzungsvorschläge, welche die Landwirtschaft betreffen (wir berichteten). In der März-Session wird der Nationalrat das Entlastungspaket beraten.
Holzmarktkommission in Gründung
Noch diesen Januar findet die Konstituierung der Holzmarktkommission statt. Ziel ist es, künftig Richtpreise für Schweizer Rohholz zu veröffentlichen. Bisher durften nur historische Preise publiziert werden. Dass es wettbewerbsrechtlich möglich ist, Preisempfehlungen der Branche zu veröffentlichen, geht auf eine parlamentarische Initiative von Ständerat Daniel Fässler zurück, Präsident von Wald Schweiz. Das Waldgesetz wurde daraufhin angepasst, die geänderte Fassung trat im August 2025 in Kraft.
Seither wurden die Rahmenbedingungen für die Schaffung einer Holzmarktkommission erarbeitet. Diese ist paritätisch zusammengesetzt aus mehreren Vertretern von Waldeigentümern, Abnehmern und weiteren Akteuren des Holzmarkts. Diese werden sich über Richtpreise austauschen. Wann und in welcher Form diese veröffentlicht werden, sei allerdings derzeit noch offen, sagt Benno Schmid, Leiter Kommunikation und Politik von Wald Schweiz.