Mit einem Foto eines mickrigen Haufens Bio-Zuckerrüben am Feldrand beschrieb Katja Riem den Status Quo der aktuellen Agrarpolitik. An einem Referat anlässlich der Anicom-Tagung Mittelland stellte sie ihre Visionen einer zukünftigen AP vor. 

Die unternehmerische Freiheit stärken

«Das ist der Ertrag von zwei Hektaren Zuckerrüben, die gar gesetzt und nicht gesät wurden», betonte sie mit Verweis auf das Bild. Dieser Anbau sei vom Staat gemäss aktueller Agrarpolitik mit 8200 Franken unterstützt worden – unabhängig vom Ertrag. Für die SVP-Nationalrätin und ihre Parteikolleg(innen) ist deshalb klar, künftig müsse der Weg von der Ökologisierung zurück zur Produktion gehen: «Junge Landwirtinnen und Landwirte sollen sich wieder auf das Berufsleben freuen können.» Die aktuelle Umgestaltung der AP sei darum eine Chance, den Berufsleuten wieder eine Perspektive zu geben. Die unternehmerische Freiheit müsse gestärkt werden und mit entsprechenden Planungshorizonten unterstützt werden.

Den Markt mehr gewichten

Sinkende Erträge, Brotweizen, der nicht mehr backfähig ist, Felder, bei denen vor lauter Beikraut die Kultur nicht mehr zu erkennen ist – die aktuelle AP habe für marktfremde Eingriffe und ökonomisch-ökologische Widersprüche gesorgt. Diese gelte es mit der neuen AP zu eliminieren: «Die Rahmenbedingungen für vorwärtsstrebende Betriebe müssen sich verbessern», betonte Katja Riem und fordert, dass Effizienz pro Hektar und Kilo Produkt zu betrachten sind. Produktion müsse sich wieder lohnen, und sie gewichtet Markt-Rahmenbedingungen höher als Direktzahlungen. Dieser Grundsatz müsse auch bei allfälligen Freihandelsabkommen und Grenzschutz-Diskussionen entsprechend einbezogen werden.

Die Produktion fördern

Die Ziele, die eine neue AP erfüllen müsse, sind für Katja Riem deshalb stark auf den Markt und die Produktion fokussiert:

  • Versorgungssicherheit
  • Effiziente Produktion im Rahmen der GAP
  • Planungssicherheit
  • Erhalt von Wissen, Wertschöpfung und Infrastruktur rund um Produktion und Verarbeitung
  • Anpassen an geopolitische Veränderungen.

Damit sollen auch Betriebe, die effizient produzieren wollen, wieder eine Perspektive bekommen. Neben Ökologie und Biodiversität soll deshalb die AP künftig auch produzierende Betriebe unterstützen und fördern (siehe Grafik). Katja Riem stellte auch eine Modellrechnung vor, wie entsprechende finanzielle Mittel umgelagert werden können.

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