Im Vorstand des Verbands Thurgauer Landwirtschaft (VTL) bleibt vorerst alles beim Alten. Hingegen ändert auf den 1. Januar 2026 die Geschäftsführung. Jürg Fatzer, der die Geschäftsstelle des VTL’s während 15 Jahren leitete, ging Ende 2025 in Pension und übergab das Zepter dem ehemaligen Micarna-Kadermann Peter Hinder. Eingestiegen ist Hinder bereits im November 2025.

Hansruedi Thoma an der Geschäftsstelle

Im Kanton St. Gallen gab es beim Bauernverband (SGBV) nicht nur Veränderungen im Vorstand, sondern auch an der Geschäftsstelle. Am 1. Juni 2025 übernahm Hansruedi Thoma die Geschäftsführung. Der Agro-Treuhänder war lange Jahre für BBV Treuhand tätig und führt in Müselbach einen Betrieb, wo er IP Suisse Weiderinder produziert. Er hatte schon vor seinem Eintritt in die SGBV-Geschäftsführung Einsicht in den Verband, ist er doch Präsident des knapp 1000 Mitgliedern zählenden Bauernvereins Toggenburg, engagierte sich im Landwirtschaftsrat und war in der SGBV-Geschäftsprüfungs-Kommission. Zudem ist er als Mitte-Politiker auch gut vernetzt. 

Cindy Bächtold stärkt die Frauenvertretung 

2025 hat sich auch die Verbandsführung des Schaffhauser Bauernverbands neu aufgestellt. So schuf der Schaffhauser Bauernverband (SHBV) ein neues Ressort «Familie, Bäuerin und soziale Absicherung». Cindy Bächtold, die an der Delegiertenversammlung des SHBV in den Vorstand gewählt wurde, ist dafür zuständig. Bächtolds bewirtschaften in Schleitheim einen Betrieb, der sich auf Ackerbau und Rebbau spezialisiert hat. Hauptberuflich leitet die Mutter von vier Kindern im Alter zwischen zehn und 14 in der Landi Weinland den Bereich Landi-Läden und Topshops mit rund 70 Mitarbeitern.

Markus Richner neuer Amtsleiter im Kanton Glarus

2025 fanden keine Rochaden im Vorstand des Glarner Bauernverbands statt. Dies wird erst im 2026 der Fall sein, denn Präsident Fritz Waldvogel wird zurücktreten. Hingegen gab es 2025 eine Neubesetzung im Landwirtschaftsamt. Der langjährige Leiter Marco Baltensweiler wird im März 2026 pensioniert. Bis dahin ist er in einem Teilpensum tätig. Die Stelle des Amtsleiters übernahm im August 2025 Markus Richner, der zuvor den Fachbereich Direktzahlungsprogramme im Bundesamt für Landwirtschaft leitete. Er schätze im Kanton Glarus die kurzen Wege und die pragmatische lösungsorientierte Kultur in der Verwaltung, sagt Richner und weiter: «Im vergangenen halben Jahr konnte ich die Vertreter der bäuerlichen Organisationen und der Gemeinden kennenlernen. Diesen Austausch will ich im 2026 noch intensiver pflegen – vor allem auch mit der bäuerlichen Basis.»


Was packen Sie im Jahr 2026 an?

Abstimmungen und Wahlen auf der Agenda 
Zum einen läuft bei uns im Kanton St. Gallen die Vernehmlassung zum Gesetz über die Abgeltung von ökologischen Leistungen und zum anderen zum Entwurf der kantonalen Biodiversitätsstrategie 2026–2033, wo wir vom St. Galler Bauernverband je eine Stellungnahme bis am 16. Februar einreichen werden. Im Januar wird der Landwirtschaftsrat auch Stellung nehmen zur Abstimmung Wil West am 8. März. Die Landwirtschaft ist gespalten, was die Parolenfassung betrifft. Die einen bedauern den dadurch verursachten Kulturlandverlust, die anderen sehen Wil West als Chance, weil doch einiges getan wurde, um den Kulturlandverlust möglichst klein zu halten. Erste Pflöcke schlagen wir schon im ersten Halbjahr 2026 ein, was die Abstimmung zur «Vegan-Zwang-Initiative» im September betrifft. Auch stimmen wir uns schon auf die Wahlen 2027 ein. Wir strecken die Fühler nach geeigneten bürgerlich-bäuerlichen Kandidatinnen und Kandidaten aus und wollen ihren Bekanntheitsgrad erhöhen, sodass sie innerhalb der Partei auch einen guten Listenplatz erhalten.[IMG 2]

Hansruedi Thoma, Geschäftsführer St. Galler Bauernverband

Landschaftskonzeption und Gewässerräume
Stellungnahmen, Stellungnahmen und nochmals Stellungnahmen. In der ersten Januarwoche reichen wir bereits die erste beim kantonalen Amt für Raumentwicklung ein – und zwar zur «Thurgauer Landschaftskonzeption». Damit will der Kanton eine Grundlage für die Gestaltung der Landschafts- und Naturräume schaffen. Das Konzept ist rechtlich unverbindlich. Aber die daraus abgeleiteten Richtpläne und Verordnungen werden einen grossen Einfluss haben, wie sich unsere produzierende Landwirtschaft weiterentwickeln kann. Die Bauernfamilien, vor allem die Junglandwirt(innen), die Betriebe nun übernehmen, dürfen nicht weiteren Einschränkungen unterworfen werden. Diskussionsbedarf mit dem Kanton haben wir, was die Umsetzung der revidierten Raumplanungsverordnung (RPG2) betrifft und die allfällige Umsetzung von breiteren Mindestabständen bei Stallbauten. Um Abstände geht es auch bei den Gewässerräumen. Der VTL fordert, dass der Kanton seinen vom Bund vorgesehenen Spielraum ausnützt, sodass im Thurgau möglichst wenig Nutzfläche für die Nahrungsmittelproduktion verloren gehen. Unsere Stimme soll gehört werden – nicht nur im Kanton, sondern schweizweit und vor allem auch im nationalen Verbandswesen.[IMG 3]

Peter Hinder, Geschäftsführer Verband Thurgauer Landwirtschaft

2026 gibt es eine Strohballenarena
Der Vorstand des Schaffhauser Bauernverbands macht im Januar eine Klausurtagung, wo wir die Zusammenarbeit und Verantwortlichkeiten mit der neuen Geschäftsführerin und innerhalb des Vorstands festlegen. Dabei legen wir die Ziele für jedes Ressort fest. Ich bin für das Ressort «Familie, Bäuerin und soziale Absicherung» zuständig, das neu gegründet wurde. Gut, hat man erkannt, dass die Stabilität und die Weiterentwicklung nicht nur von Produktionsverfahren oder vom Wetter abhängt, sondern vor allem auch vom Wohlergehen der Bauernfamilien. Ab 2027 wird der persönliche Sozialversicherungsschutz für mitarbeitende Bäuerinnen beziehungsweise Partner(innen) Pflicht, um Direktzahlungen in voller Höhe zu erhalten. Ein erster Infoabend, den wir mit den Landfrauen organisieren, findet im Frühling zum Thema «soziale Absicherung der Bäuerin» statt. Ein weiterer Anlass – und dafür steht das Datum schon fest – ist die Strohballenarena am 7. Mai in Beringen. Dabei organisieren wir ein Podiumsgespräch, um über die Ernährungsinitiative aufzuklären, die im September zur Abstimmung kommen wird.[IMG 4]

Cindy Bächtold, Vorstand Schaffhauser Bauernverband

Berglandwirtschaft und Alpwirtschaft stärken
Bedeutsam im neuen Jahr ist die Revision des kantonalen Landwirtschaftsgesetzes. Dieses wird im Januar im Landrat behandelt und kommt am 3. Mai vor die Landsgemeinde. Ziel ist die Stärkung der Wertschöpfung in der Land- und Alpwirtschaft. Beispielsweise durch eine verstärkte Qualitäts- und Absatzförderung. Auch wird die Rechtsgrundlage geschaffen für eine engere Zusammenarbeit mit anderen Kantonen im Bereich Beratung und Vollzug. Die Alppachtbestimmungen werden neu geregelt und so ausgestaltet, dass Investitionen für die Eigentümer interessant bleiben und die Pachtzinsen für die Pächter eine wirtschaftliche Nutzung der Alpen gewährleisten. Wir erarbeiten in der ersten Jahreshälfte in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der Land- und Alpwirtschaft und der Gemeinden die entsprechenden Verordnungsbestimmungen. Ende 2026 kommt mit der Vernehmlassung der AP 2030+ ein grosser «Brocken» auf uns zu. Wir wollen frühzeitig Chancen und Risiken für die Berglandwirtschaft und Alpwirtschaft evaluieren und im Verbund mit den übrigen Bergkantonen Position beziehen.[IMG 5]

Markus Richner, Leiter Landwirtschaftsamt Glarus