Die Ehrung langjähriger Älpler war der Höhepunkt der Wintertagung der Alpsektionen Sarganserland-Linthgebiet und Werdenberg-Rheintal. Die Alpsektionspräsidenten Emil Tschirky und Hanspeter Gantenbein überreichten die Urkunden. Dieses Jahr meldeten die Sarganserländer sechs und die Werdenberger und Rheintaler je drei Älpler:
- Michael Bartholet, Flums (10 Alpsommer)
- Albert Fässler, Rüthi (10 Alpsommer)
- Hans Rudolf Gabathuler, Gretschins (10 Alpsommer)
- Chläusi Gantner, Berschis (50 Alpsommer)
- Franz Gmür, Amden (52 Alpsommer)
- Hanspeter Guntli, Sargans (10 Alpsommer)
- Fridolin Jöhl, Amden (47 Alpsommer)
- Erich Müller, Walenstadt (32 Jahre)
- Pius Thoma (52 Alpsommer)
Auch wenn die Arbeit auf der Alp einzigartig schön ist, die langjährigen Älpler schenken der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz genauso viel Beachtung wie den Tieren und der Produktion von Milch, Alpkäse und Alpbutter.
Wie Rindviecher quasi zu Rega-Gönnern werden
Kommt es zu einem Notfall mit Menschen oder auch Rindern, ist die Rega zur Stelle. «In erster Linie ist die Rega dafür da, Menschenleben zu retten», hielt Patrick Sieber von der Rega fest. Aber im Rahmen der Bergbauernhilfe werden verletzte, abgestürzte oder tote Nutztiere aus unwegsamem Gelände bis zur nächsten mit einem Fahrzeug erreichbaren Stelle geflogen. «Tiere aus unwegsamem Gelände zu retten, ist aufwändig. Die meisten dieser Flüge absolvieren Jungpiloten», vermerkte Sieber.
Hat man sich bis zum 15. Mai als Gönner angemeldet (die Mitgliedschaft kostet 40 Franken pro Jahr) übernimmt die Rega die Kosten. «Dann werden quasi auch Rindviecher, Equiden und Kleinwiederkäuer zu Gönnern», erklärte Kelly Gray von der Rega. Sie wies darauf hin, dass bei Betriebsgemeinschaften jeder einzelne Tiereigentümer Gönner sein müsse.
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Bei der Milchproduktion den Fuss vom Gaspedal nehmen
Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands (SBV), gratulierte den Älplern für ihr langjähriges Engagement und hob die Bedeutung der Alpwirtschaft hervor. Er sagte: «Die Alpwirtschaft ist nicht nur ein wichtiger Teil unserer Landwirtschaft, sondern auch für die gesamte Volkswirtschaft.»
Ritter riet den Milchproduzenten, kurzfristig «den Fuss vom Gaspedal zu nehmen», um weitere Übermengen zu vermeiden. Als Alternative zur Milchproduktion erwähnte er das Ausmästen von Kühen und das Absetzen von Remonten. Langfristig müsse man die Verkäsungszulage auf 5 Rp. erhöhen und den Grenzschutz stärken, insbesondere was den Veredlungsverkehr anbelangt. Bezüglich der AP 2030+ gab Ritter den Zeitplan bekannt. Im dritten Quartal 2026 werde die Botschaft dazu erscheinen. Danach werden die entsprechenden Verordnungen beraten, 2030 werde die AP 30+ in Kraft treten.
28 Alpen produzieren 264 000 Kilo Alpkäse
«Insgesamt produzierten 2025 die 28 Alpen der beiden Alpsektionen rund 2,8 Mio kg Milch und über 264 000 kg Alpkäse», sagte Marco Bolt, Fachstellenverantwortlicher Alpwirtschaft am LZSG Salez. Er war im Sommer 2025 oft auf den Alpen unterwegs. Dabei wurden fast flächendeckend auf 43 Alpen im Kanton St. Gallen und in Liechtenstein die Alpkäse taxiert. Bolt wies darauf hin, dass kleinere Alpkäsereien kaum Absatzprobleme hätten. «Aber die grossen, die den Detailhandel bedienen, spüren die Krise am Milch- und Käsemarkt.» Übrigens würden auch die Alpkäser(innen) geehrt – und zwar am 23. April an der Hauptversammlung des Vereins Alpkäseproduzenten.
Er rief auch in Erinnerung, dass man für Einzelstockbehandlungen auf der Alp künftig auch über die Fachbewilligung Pflanzenschutz verfügen müsse.
Heinz Feldmann sagt auf Wiedersehen
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Im Herzen ist Heinz Fehlmann von der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) ein Älpler. Seit 25 Jahren widmet er sich dem Thema Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit auf den Alpen. Er legte den Teilnehmern nahe, die Checkliste vom Ratgeber «Rindvieh im Weide- und Wandergebiet» zu nutzen. Auch sollen die Warntafeln «Mutterkühe» mit dem neuen Piktogrammkleber ausgerüstet werden. Er wies darauf hin, dass Agriss 2026 Schwerpunktkontrollen auf den Alpen mit familienfremden Mitarbeitern durchführen werde.
«Bleibt gesund in Haus und Hof», wünschte er den Älpler(innen) und verabschiedete sich gleichsam damit. Auf Ende März wird er nach 25-jährigem Wirken zugunsten der Alpwirtschaft in Pension gehen. Untätig wird er nicht sein, sondern auf dem Hof seines Sohnes Remo in Gondiswil mitarbeiten. Im Sommer wird er auch auf der Alp Lochberg im Kanton Uri oder auf der Alp Madrisa in Avers anzutreffen sein. Feldmanns Nachfolger bei der BUL sind Josef Doppmann (Milchverarbeitung) und Ruben Wyttenbach (Herdenschutz).