Donata Kurmann ist glücklich. «Mein Traum hat sich erfüllt», sagt die 40-jährige Bäuerin und lacht dabei. Der Bauernhof Feld ist seit 2015 auf ihren Namen und auf den ihres Mannes André Kurmann im Grundbuch eingetragen. Er liegt auf der linken Talseite der Wigger an der Hauptstrasse nach Hergiswil im Kantin Luzern in der Frühlingssonne. Aber der Weg dahin sei lang und steinig gewesen, erzählt sie bei Kaffee und Lebkuchen.
Zeichen bei der Hochzeit
«Schon im Jahr 2013, bei unserer Heirat, gab es ein Zeichen, dass das Feld unser Heim wird», davon ist die Bäuerin überzeugt. Denn auf dem Hochzeitsfoto erkenne man im Hintergrund den Hof Feld deutlich. Sie selber wuchs auf einem Bauernhof in der Rohrmatt auf und lernte den Beruf Coiffeuse.
Bereits ab 2012 wurde bei ihr und André Kurmann der Wunsch immer grösser, einen Bauernhof zu kaufen oder zu pachten. Auf der Suche danach «reisten wir in der ganzen Schweiz umher», erinnert sie sich. Der gelernte Landwirt und Zimmermann André Kurmann hatte damals in einer gemieteten Scheune eine Zimmerei eingerichtet. Auf dem Hof Feld, der damals noch vom Vorbesitzer geführt wurde, erledigte er einige Reparaturen an Haus und Scheune.
Wieder Leben auf dem Hof
Sie wussten, dass der alleinstehende Landwirt eine Nachfolge für seinen Hof suchte. Donata und André Kurmann entschlossen sich, ihn zu fragen, ob sie in Frage kämen. «Er kann höchstens Nein sagen», waren sich Kurmanns einig. Aber er sagte Ja.
Denn der Wille des Verkäufers war, dass auf dem «Feld» wieder echtes Leben einkehrt. Er wünschte sich eine junge Familie mit Kindern als Hofnachfolger. Donata und André Kurmann mit ihren Kindern Jonathan, Benjamin und Carolin entsprachen dieser Wunschvorstellung und deshalb wurden sie als Käufer auserkoren.
Aber erst gab es Hürden zu überwinden. Der Kaufpreis für den Hof mit 13 Hektaren Land und drei Hektaren Wald lag über der Belehnungsgrenze. Das heisst, der Kaufpreis musste erst von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern genehmigt werden. Nach dem Ja des Kantons ging es um die Finanzierung und das sei eine hohe Hürde gewesen, erinnert sich Donata Kurmann.
Zu alt für Starthilfe
Weil ihr Mann beim Kauf schon älter als 35 Jahre war, der Hof in der Talzone liegt und Donata Kurmann selbst damals über keine bäuerliche Ausbildung verfügte, gab es keine Starthilfe vom Bund, keinen Investitionskredit vom Kanton und so sei die Geldsuche «zäh» gewesen, erinnert sie sich.
Einzig die «Stiftung zur Erhaltung bäuerlicher Familienbetriebe» in Luzern gewährte der jungen Familie ein zinsloses Darlehen. Dazu setzten sie sämtliche eigenen vorhandenen Gelder ein und erhielten Darlehen von privater Seite, so dass es ganz am Schluss für die nötige Bankgarantie reichte, um einen Hypothekarkredit aufzunehmen.
Ein eigenes Hühnermobil
Vor sieben Jahren, im Frühling 2015, zog die junge Familie auf den Hof. «Ich war voller Tatendrang und freute mich auf ein eigenes Bauernhaus und einen grossen Bauerngarten», erinnert sich die unternehmungslustige Bäuerin. Der Hof Feld wurde von Anfang auf Bio umgestellt.
Aber erst mal wartete viel Arbeit, denn der zukünftige Garten bestand damals zu 100 Prozent aus garantiert reiner Biodiversität. Donata Kurmanns Bruder Johann verkaufte dem jungen Paar für den Anfang zwei Mutterkühe, André Kurmanns Bruder Martin drei Mutterkühe.
In den nächsten Jahren kamen der Hund Idefix, weitere sieben Mutterkühe und drei Burengeissen dazu. Für den Sohn Jonathan gab es die Ziege Flöckli, für Benjamin die Ziege Füür und Tochter Carolin erhielt Zilla. Allmählich organisierte und erledigte das Paar notwendige erste Reparaturen an der Viehscheune und Umbauten im Bauernhaus.
2018 kauften die Kurmanns ein Hühnermobil und schafften die ersten 190 Biolegehennen an. Eierproduktion und Eiervermarktung wurde Donata Kurmanns neuer Betriebszweig. «Heute lebt bereits der vierte Umtrieb darin», erklärt sie auf der Weide inmitten ihrer Biohühner. Die Eier verkauft sie alle direkt an ihre Eierabonnenten, an den Chäs-Chäller Willisau, an Coop Willisau, an die Landi Luzern West, an die Bäckerei Eigenbrötler und an das Catering Cookuk AG sowie an das Ace-Cafe in Rothenburg.
Zusammen den Traum leben
Neben all der Arbeit begann Donata Kurmann die Ausbildung zur Bäuerin mit Fachausweis. Dank der Mithilfe ihrer Eltern und Schwiegermutter beim Haus- und Kinderhüten schaffte die nimmermüde Frau 2019 den Abschluss.
«Heute läuft unser Hof und wir alle leben unseren Traum auf dem Feldhof», sagt sie lachend. Und sie macht zum Schluss noch ein Geständnis: Als Mädchen habe sie ganz bestimmt gewusst, dass sie nie und keinesfalls auf einem Bauernhof leben möchte und auch ganz sicher nie einen Bauern heiraten würde. Sie lacht herzlich, als sie davon erzählt!
Als Coiffeuse frisiert sie heute einmal wöchentlich die Haare der Bewohner und Bewohnerinnen im Altersheim Menznau. Und André Kurmann arbeitet zu 80 Prozent bei der Landi Luzern West. «Zusammen ist es uns gelungen, unseren Traum Wirklichkeit werden zu lassen.»