«Ja, ich mag Sauerkraut.» Laurent Jakobi strahlt. Er verrichtet an der Chabishoblete des Bildungszentrums Wallierhof in Riedholz anstrengende Arbeit und hobelt die grossen Chabisköpfe. Bereits zum 25. Mal fand der Anlass am Wochenende vom 19. und 20. Oktober statt. Laurent Jakobi kennt den Anlass gut. Er war schon als Kind mit dabei.
Es gebe einige Helferinnen und Helfer, deren Nachwuchs bereits als Kinder vor Ort waren und die jetzt selbst als Helfer im Einsatz stünden, verrät Regula Gygax vom Wallierhof. Nicht weniger als 160 Personen sind über die beiden Tage verteilt im Einsatz. Nebst Mitarbeitenden vom Wallierhof sind es auch viele freiwillige Helfer(innen).
Weiterwachsen ist nicht möglich
Was vor 25 Jahren mit 400 kg verarbeitetem Weisskohl begann, hat sich stets entwickelt. Man sei nun bei rund 6,5 Tonnen angelangt, so Regula Gygax. Weiterwachsen könne der Anlass jedoch nicht, da man an die Kapazitätsgrenzen stosse. Auch wenn der Anlass über die Jahre gewachsen ist, geblieben ist die Ursprungsidee: «Wir wollen zeigen, wie man ein gesundes Nahrungsmittel herstellen und haltbar machen kann», erklärt Regula Gygax. Sie selbst arbeitet bei der Kasse. Viele Besucherinnen und Besucher kämen jedes Jahr wieder, es habe aber auch jedes Jahr neue.
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Das Hobeln beginnt früh
Bereits am Vorabend wurde eine Charge Chabisköpfe halbiert und die Storzen entfernt. Um 7.30 Uhr am Samstagmorgen wurde mit dem Hobeln begonnen. Diese Vorlaufzeit ist dringend nötig. Denn bereits beim offiziellen Beginn um 10 Uhr hatte sich eine lange Schlange vor der Chabisausgabe gebildet. Pia Kofmel, Verantwortliche der Abteilungen Entstorzen, Hobeln und Waagausgabe, erzählt, dass bereits um 10.30 Uhr eine Tonne Chabis den Hobeln zum Opfer gefallen sei.
Hobel sind weiterhin gesucht
Schon an der Chabishoblete vom vergangenen Jahr sagte Pia Kofmel, dass die Hobel in die Jahre gekommen seien und dringend Ersatz gesucht werde. Das hat sich seitdem nicht geändert. Noch immer ist der Wallierhof auf der Suche nach Chabishobeln zum Mieten oder sogar zum Kaufen. Besitzer können sich beim Wallierhof melden.
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Die Hoblete ist fest im Terminkalender verankert
An der Chabishoblete wird aber nicht nur Weisskohl verarbeitet, es ist auch gesellschaftlicher Anlass. Das ist mehrfach von den Besuchenden, aber auch von den Helfern zu hören. So haben etwa Hans und Marlise Stuber aus Oberwil bei Büren BE eine kleine Stande mitgebracht, um genug Sauerkraut für den Winter zu haben.
Früher hätten sie den Weisskohl in einer grossen Stande eingemacht, erklärt sie, während er die Stande gut und luftdicht füllt. Seit ein paar Jahren machen sie nun Chabis an der Chabishoblete ein. «Das ist gäbig hier», erklärt Hans Stuber. «Und danach gehört der Besuch der Festwirtschaft mit dazu», verrät er schmunzelnd.
Auch für Klaus Kissling, der im Entstorzen-Team arbeitet, gehört der Anlass jedes Jahr dazu. Der gesellschaftliche Event gefällt ihm.
Zum Jubiläum können die kleinen und grossen Besucher ihr Glück am Glücksrad versuchen. Ausserdem ist der Pilzverein Solothurn mit einer Ausstellung vor Ort. Langjährige Besuchende dürften dabei ein Déjà-vu erleben. Während einer gewissen Zeit war der Pilzverein jeweils mit einer grossen Ausstellung vor Ort und verkaufte Pilzschnitten. Zum Jubiläum wurde in einer kleinen Ausstellung die «Faszination der Pilze» gezeigt.
Ein kleiner Markt, die Festwirtschaft und die Apfelsaftpresse, die direkt vor Ort mostet, runden den Anlass ab.