Am Unternehmertag von Agrotec Suisse vom 16. Januar 2025 im KKL in Luzern wurden interessante Vorträge zur Zukunft der Landtechnikbranche gehalten und ein Unternehmerpreis vergeben. Der mit 10'000 Franken dotierte Unternehmerpreis «Agrotec Suisse 2025» wurde erstmals vergeben. Er ging an die Firma Heldstab AG aus Davos für eine beispielhafte Lösung bei der Nachfolgeregelung.
Fachverband für Landtechnik
Agrotec Suisse ist der schweizerische Fachverband der Landtechnikbetriebe mit einem Bildungs- und Weiterbildungsangebot für die Landtechnik- und Hufschmiedebranche. Der Verband ist im bernischen Aarberg beheimatet.
Der Unternehmertag in Luzern befasste sich mit der Zukunft der Branche. Für viele Betriebe ist es schwierig, eine Nachfolge für ihr Unternehmen zu finden, so wie dies bei vielen KMU-Betrieben anderer Branchen auch der Fall ist. Ein Grund liegt darin, dass es generell zu wenig Fachkräfte gibt. Ein zweiter Grund ergibt sich durch den technologischen Fortschritt, durch welchen grosse Herausforderungen auf die Landmaschinenhändler zukommen.
Aktiv auf Social Media
Agrotec Suisse nutzte die Veranstaltung, um einen Unternehmerpreis zu vergeben, welcher ein gelungenes Beispiel darstellt, wie die erwähnten Herausforderungen gemeistert werden können. Der Gewinner, die Heldstab AG aus Davos, wurde durch eine Fachjury gekürt. Dieser gefiel vor allem die beispielhafte Nachfolgelösung, welche der Familienbetrieb im Jahr 2012 vollzogen hatte. Zudem begeisterte Geschäftsführer Hansruedi Heldstab die Jury mit seinen Social-Media-Aktivitäten, in denen er den Beruf des Landtechnikers in regelmässiger Folge präsentiert. Diese Aktivitäten bringen Hansruedi Heldstab einen grossen Nutzen, weil er so viele Fachkräfte für seinen Betrieb gewinnen kann.
Grosse Herausforderungen
Der landtechnische Unternehmertag hat gezeigt, dass die aktuellen Herausforderungen für Landtechnikfirmen nicht überall so rosig sind wie bei der Heldstab AG. Viele Werkstätten leiden unter dem Fachkräftemangel. Viele gut ausgebildete Landmaschinenmechaniker verlassen die Branche. Sie sind durch ihr Fachwissen gefragte Berufsleute und können in anderen Bereichen einem oft geregelteren und ruhigeren Berufsalltag nachgehen.
Fehlende Mitarbeitende sind ein Grund, weshalb es für viele Landtechnikwerkstätten immer schwieriger wird, eine Nachfolgelösung zu finden, welche bereit ist, sich den grossen Herausforderungen zu stellen. Ein weiterer Grund ist die Digitalisierung in der Landwirtschaft. Durch die neuen Technologien wie Datenmanagement oder Robotik ist es jetzt schon klar, dass die Zukunft anders aussehen wird, als was man sich gewohnt ist. Die Übernahme einer Landtechnikwerkstätte ist mit einem Sprung ins kalte Wasser zu vergleichen.
Was damit gemeint ist, ist durch den Vortrag von Stephan Blankenhagen zum Thema Strukturwandel im Landtechnikhandel zu erahnen. Blankenhagen muss es wissen, er ist bei John Deere Vertriebsleiter für Westeuropa und kennt die John Deere internen Entwicklungen weltweit. Am Agrotec-Unternehmertag machte Stephan Blankenhagen deutlich, dass Automatisierungen und das Datenmanagement bei Landmaschinen zunehmen. Um das Potenzial solcher Maschinen zu nutzen, brauchen Landtechnikfirmen Fachleute, um den Mehrwert dem Kunden, also dem Landwirt, zu vermitteln. Diese Mitarbeitenden müssen nebst ihrem technischen Fachwissen auch über agronomische Kenntnisse verfügen, um den Landwirt optimal beraten zu können.
Zukünftig muss man Landmaschinen wie einen Melkroboter sehen: Vieles wird automatisiert, aber der Handel und die Kunden gewöhnen sich daran.