Neue Vorstandsentscheide «Kapazitäten stossen an ihre Grenzen»: Wer überliefert, soll weniger als den C-Milchpreis bekommen Wednesday, 14. January 2026 In einer Mitteilung beschreibt die Branchenorganisation Milch (BOM) einen Silberstreif am Horizont: Nachdem sie im Januar eine Empfehlung für Tiefstpreise bei Lieferungen über der Vorjahresmenge herausgegeben hat, nähere sich die Milchproduktion in diesen Tagen einem Plus von noch 5 Prozent. Im Dezember 2025 und Januar 2026 waren die Milchmengen noch 10 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen.

Butterlager über dem Normalwert

«Dennoch ist auch in den kommenden Monaten weiterhin mit Mehrmengen gegenüber dem Vorjahr zu rechnen», teilt die BOM mit. Gleichzeitig lägen trotz der beschlossenen Entlastungsmassnahmen 2000 bis 3000 t mehr Butter am Lager als üblich. «Hinzu kommt, dass die für die Regulierung bestimmte Milch nicht gleichmässig auf die verschiedenen Marktakteure verteilt ist, weshalb eine Stützung der Reguliermilch zu einer gewissen Solidarisierung innerhalb der Branche führt.» 

24 Millionen Franken aus dem Fonds für die Exportstützung

Der Vorstand der BOM hat nun beschlossen, weitere Gelder aus dem Fonds Regulierung freizugeben. Sie werden für die Exportstützung von zusätzlichen 1325 t Butter aus C-Milch eingesetzt, wobei die Ausfuhren bis spätestens 30. September 2026 erfolgen müssen. Damit wurden in der laufenden Kampagne insgesamt 2000 t Rahm und 4855 t Butter für den Export gestützt. Insgesamt sollen dafür laut BOM 24 Millionen Franken aus dem Fonds Regulierung fliessen. «Diese Gelder kommen den Milchproduzenten zugute, die ihre Überschussmilch als C-Milch verkaufen», schreibt die Branchenorganisation.

«Der Milchmarkt ist grundsätzlich robust»

Im Weiteren warnt die BOM vor «übermässigem politischem Aktivismus» und betont, der Milchmarkt sei grundsätzlich robust. Den Grund für die aktuelle Lage sieht sie in den exzellenten Wetterbedingungen des letzten Jahres. Die hätten dazu geführt, dass ohne zusätzliche Einflussfaktoren mehr Milch gemolken wurde.

Abo Im Interview Landwirt trifft BOM: Ein Gespräch über betrogene Bauern, Kontingente und 1-Franken-Milchpreis Monday, 2. March 2026 Der Veredelungsverkehr von Butter und Milchpulver sei im Jahr 2025 zurückgegangen, heisst es weiter beruhigend. Der Käseaussenhandel weise ausgeglichene Import- und Exportzahlen auf und der Absatz von Molkereiprodukten entwickle sich erfreulich.

Neues Gremium, um für die Zukunft gewappnet zu sein

In den kommenden Wochen und Monaten will sich die BOM intensiv damit befassen, die richtigen Schlüsse aus der aktuellen Situation zu ziehen. «Der Vorstand hat dazu ein neues Gremium eingesetzt und bereits ein zweitägiges Seminar terminiert.» Bei diesem Seminar sollen mögliche Massnahmen zur Abfederung einer mit heute vergleichbaren Situation vertieft diskutiert werden.

Neue Entscheide zum A-Richtpreis gibt es nicht. Er wurde bereits Mitte Dezember bis Ende 2026 auf 78 Rappen pro Kilogramm fixiert.

Zentrales Anliegen aufgegriffen

Der Vorstand der BOM nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, dass ein zentrales Anliegen der Milchbranche kürzlich von der Politik aufgegriffen worden ist: Der Bundesrat hat im Rahmen seines Aussprachepapiers zur AP 30+ vorgeschlagen, die Zulagen für verkäste Milch zu erhöhen. Ausserdem will er an der Absatzförderung im Inland festhalten, lobt die BOM.