Die Emmi Gruppe wuchs im vergangenen Jahr weiter. Der Gesamtumsatz stieg mit Akquisitionen um 9,1 Prozent, auch das organische Wachstum habe mit einem Plus von 4,3 Prozent die Erwartungen übertroffen, heisst es in der Medienmitteilung vom 26. Februar. Dazu beigetragen habe die starke Wachstumsdynamik im Heimmarkt Schweiz wie auch in den Wachstumsmärkten Brasilien, Chile und Mexiko. Insgesamt lag der Nettoumsatz bei 4,746 Mia. Franken. Zum Umsatzplus habe wesentlich die Übernahme der französischen Mademoiselle Dessert Gruppe beigetragen. Emmi erwirtschaftet inzwischen 61 Prozent des Umsatzes im Ausland.

Dank der hohen Agilität, dem dezentralen Geschäftsmodell und Effizienzprogrammen habe Emmi die Auswirkungen der negativen Währungseinflüsse und der US-Zölle weitgehend kompensieren können, heisst es weiter.

ZMP profitiert

So stieg auch der Reingewinn um sieben Mio Franken auf 227 Mio. Franken. Die Dividende soll zum elften Mal in Folge erhöht werden, um 6,1 Prozent auf 17,5 Franken pro Aktie. Davon profitieren als Hauptaktionär auch die Zentralschweizer Milchproduzenten ZMP. «Das gute Ergebnis bestätigt die Stärke unserer Wachstumsstrategie mit Fokus auf wachsende Märkte und strategische Nischen», meinte Emmi-CEO Ricarda Demarmels. Innovation bleibe der Wettbewerbsvorteil von Emmi: «Wir sind schnell und mutig.» [IMG 2]

Milchpreis belastet Wachstum

Für das laufende Jahr rechnet Emmi mit einem geringeren Umsatzwachstum von nur mehr ein bis drei Prozent. Ein Grund sei der deutlich tiefere Milchpreis in der Schweiz. Im Heimmarkt Schweiz wird eine Fortsetzung der positiven Volumenentwicklung erwartet. Ricarda Demarmels wies an der Medienkonferenz vom 26. Februar in Zürich darauf hin, dass die Massnahmen der Branche zur Stabilisierung der aktuell zu grossen Milchliefermengen bereits erste Wirkung zeigen würden und es wichtig sei, dass alle Akteure die beschlossenen Massnahmen konsequent umsetzen. «Experten gehen davon aus, dass es mittel- bis langfristig zu einer Knappheit der Milchvolumen kommen wird», sagte Demarmels.  

Desserts als Wachstumstreiber

Im laufenden Jahr setze Emmi noch mehr auf Gesundheit, so mit angereicherten funktionalen Milchprodukten. Trends zeigen, dass Menschen weniger, aber bewusster und nährstoffreicher essen, sie wollen mehr funktionale Mehrwerte, Gesundheit und Genuss, erklärte Demarmels. Davon profitiere Emmi, denn genau das würden Milchprodukte beinhalten, und die würden deshalb schneller wachsen als jede andere Kategorie bei Lebensmitteln. Emmi fokussiere deshalb weiter auf wertschöpfungsstarke Premium-Milchprodukte. Sehr gefragt seien Desserts, die seien ein zentraler Wachstumstreiber.

Weniger Emissionen

Eine positive Bilanz wird nach drei Jahren zum Branchenprojekt «Klimastar Milch» gezogen, das die graslandbasierte Milchwirtschaft noch nachhaltiger gestalten soll: Die Nahrungsmittelkonkurrenz wurde um 21 Prozent und die Flächenkonkurrenz um 13 Prozent reduziert. Zudem würden wissenschaftliche Daten zeigen, dass die CO2-Emissionen pro kg Milch tiefer ausfallen als erwartet. Die Schweizer Milchproduktion weise im internationalen Vergleich einen niedrigen CO2-Fussabdruck auf.

Die Generalversammlung der Emmi AG findet am 9. April statt.