Noch immer laufen die Schlachtungen mit aktuell wöchentlich 47 000 bis 48 000 Schlachtschweinen auf Hochtouren. Der Zielwert in einem gesunden Markt liegt bei rund 44 000 Schlachtungen und wird bereits seit vielen Wochen überschritten. Der Einzug für den Entlastungsfonds startete mit den Schlachtungen ab dem 16. Februar. Er beträgt 20 Rappen pro Kilo Schlachtgewicht und wird durch die mengenrelevanten zehn grössten Schlachtauftraggeber umgesetzt. Damit werde ein guter Wert von 90 % der Schlachtschweine erreicht, heisst es bei Suisseporcs. Somit fliessen wöchentlich grob hochgerechnet 800 000 Franken in die Marktentlastungs-Kasse.

Im Vordergrund steht der Jager-Export

Die Arbeitsgruppe ist bei der Branchenorganisation Proviande beheimatet, wird geleitet durch die Suisseporcs und berät aktuell die Entlastungsmassnahmen. «Der Ausschuss Export plant Massnahmen im Jagermarkt, um die Übermengen im Herbst frühzeitig zu vermeiden», sagt Stefan Müller, Geschäftsführer der Suisseporcs auf Anfrage der BauernZeitung. 

Es ist also davon auszugehen, dass als eine der Massnahmen in den kommenden Monaten Jager exportiert werden. Die aktuelle Situation stelle für die ganze Branche eine grosse Herausforderung dar, und entsprechend seien nicht alle betroffenen Betriebe glücklich mit der Marktsituation und den ergriffenen Massnahmen. «Die Branche arbeitet aber solidarisch und konstruktiv zusammen», so Müller weiter.

Die Spannbreite der Rückmeldungen ist gross. So fühlen sich teils kleinere Betriebe benachteiligt, die seit Jahr und Tag konstant wenig produzieren, aber auch grosse, die noch immer an einen Markt glauben, der alles von allein wieder zum Guten wendet. Dazu kommt die Diskussion zwischen Zucht und Mast. Ausserdem gibt zu reden, wer denn nun die Schuld am grossen Angebot trage und ob die Aufteilung beim Fonds-Einbezug fair sei. Die Gespräche werden wohl an den kommenden regionalen Suisseporcs-Generalversammlungen weitergeführt. Müller betont, dass gegenseitige Anschuldigungen unter den Produzenten, aber auch innerhalb der Branche, insbesondere zum aktuellen Zeitpunkt, nicht zielführend seien.

Fonds so lange wie «absolut notwendig»

Ein Enddatum für den Einbezug für den Entlastungsfonds könne derzeit nicht definiert werden. Bei der Krise 2022/2023 dauerte dieser während 15 Wochen an. Die beiden Krisen seien aber diesbezüglich nicht vergleichbar, weil andere Massnahmen angestrebt würden, sagt Stefan Müller. «Suisseporcs hat das Ziel, die effizienteste, günstigste Lösung anzustreben und den Einzug nur so lange wie absolut notwendig aufrechtzuerhalten.»

Wenig Neues gibt es vom Schweinemarkt. Es hat zu viele Jager und zu viele Schlachtschweine im Angebot. Entsprechend bleiben die Preise im Keller. Dazu kommt der Abzug für den Marktentlastungsfonds. Bei den Schlachtschweinen kann «das grosse Angebot nicht vom Markt aufgenommen werden», heisst es im aktuellen Kommentar des Schweizer Bauernverbands (SBV). Auf dem Jagermarkt gibt es grosse Angebote bei grosser Nachfrage.