Der Milchmarkt steht aktuell vor grossen Problemen: Die schweizerischen Milchprodukte werden durch den starken Franken im Ausland stark verteuert. Gleichzeitig werden damit auch die Importe immer günstiger. Präsident Hansueli Jungen, wies in seiner Eröffnungsrede am Informationsanlass der Aaremilch AG am 28. Januar auf diese Probleme hin. «Wir müssen den Milchmarkt unbedingt so schnell wie möglich wieder ins Gleichgewicht bringen!», rief er in den Saal. 

Die starke Währung schwächt die Schweizer Milch

«Das Problem müssen wir selber lösen» Bei der Drosselung der Milchmengen berücksichtigt Mittelland Milch auch die betriebliche Situation Wednesday, 28. January 2026 Der Veredelungsverkehr hat zugenommen und kann nicht beschränkt werden; so wird Schokolade für den Export mit grossen Mengen an importierten Milchprodukten hergestellt. Beim Käse sind die Importe höher als die Exporte, von Januar bis November 2025 waren es 545 Tonnen. 

Zudem haben wegen der Schliessungen von Lucens (Waadt), Thun (Bern) und Hochdorf (Luzern) die Verarbeitungskapazitäten abgenommen. Dazu kommt, dass Nestlé in Konolfingen als Kunde abgesprungen ist und nun von Mooh mit Billig-Milch beliefert wird. Ein weiteres Problem sind die höheren Milchlieferungen gegenüber dem Vorjahr ab April 2025. Diese Mehrmengen nahmen kontinuierlich zu und waren im November 6,9 Prozent höher als im Jahr 2024.

Zu viel Milch und zu wenig Nachfrage

Die Prognosen zeigen auch für das neue Jahr weitere Mehrlieferungen. Übersteigt das Angebot die Nachfrage, gerät der Preis unter Druck. Dieses Szenario sollte durch die Empfehlung zur Mengenreduktion ab September vermieden werden – was leider bisher nicht gelungen ist. Darum kann die Aaremilch AG am Markt die bis November ausbezahlten Produzentenpreise nicht mehr realisieren. Sie war gezwungen, den Marktabzug bereits per Dezember um 2 Rappen zu erhöhen.

A-Richtpreis wird korrigiert

Abo Wenig Anlass zur Hoffnung Die Lage auf dem Milchmarkt: Überproduktion hält an – noch ist keine Entspannung in Sicht Tuesday, 27. January 2026 Rudolf Bigler nahm als Vorstandsmitglied der Branchenorganisation Milch (BOM) Stellung und erklärte deren Rolle im Milchmarkt. Der Vorstand setzt sich aus zehn Vertretern der Produktion und zehn von Verarbeitungs- und Handelsbetrieben zusammen. Für alle Vorstands-Entscheide braucht es 75 % Zustimmung.

Die BOM hat am 15. Dezember 2025 entschieden, den A-Richtpreis per 1. Februar 2026 um 4 Rp./kg zu senken. Der A-Richtpreis ist in den letzten Wochen stark unter Druck geraten und muss erstmals seit Juli 2024 korrigiert werden. Der neue Richtpreis von 78 Rappen pro Kilogramm gilt ab dem 1. Februar 2026 und ist für elf Monate bis Ende Dezember 2026 festgelegt.

Butterlager sind voll

Grosse Sorgen bereitet auch die Situation bei der Butter. Die Lager wurden während der Adventszeit weniger abgebaut als normal und sind heute noch voll. Durch die grossen Milchmengen steigen auch die Butterlager noch weiter an. Weltweit nimmt die Milchproduktion laufend zu, was zusätzlich zu enormem Druck auf den Schweizer Milchmarkt führt.

«Wir müssen so schnell wie möglich aus der aktuellen und gefährlichen Krise kommen.»

Hansueli Jungen, Präsident der Aaremilch AG, an der Informations-Veranstaltung 2026 in der alten Reithalle Thun.

Mit der Preissenkung soll verhindert werden, dass der Preisunterschied zum Ausland zu gross wird. Ein zu hoher Unterschied könnte zu Marktanteilsverlusten für Schweizer Milch führen.

Nischenmärkte entwickeln sich stabiler

Nischenmärkte und Bio entwickeln sich derzeit stabiler. Das Preisniveau bei der Biomilch bleibt für das 1. Quartal 2026 unverändert. Aber mit Bio Suisse zusammen wurde beschlossen, den «MMR-Marketing-Beitrag» pro kg vermarktete Biomilch von 0,2 auf 0,3 Rappen pro kg Milch zu erhöhen.

So reagiert die Aaremilch AG bei Überlieferungen

Andreas Stämpfli von der Geschäftsleitung der Aaremilch AG erläuterte die genauen Massnahmen gegen die Überlieferungen. Wer die Monatsvertragsmenge um mehr als 105 % überliefert, muss einen Abzug von 45 Rp./kg auf den Milchpreis hinnehmen. Dieser Abzug wird auf höchstens 10 % der gelieferten Milch gemacht. 

Abo Muss Milch entsorgt werden? «Wir müssen jetzt, heute, sofort handeln», warnt SMP-Präsident Boris Beuret Saturday, 17. January 2026 Dieses Vorgehen führte zu Diskussionen im Publikum. Viele Bauern empfanden die Massnahmen als zu wenig griffig. «Die C-Milch stehen lassen», war ein Votum; ein anderer Produzent hat Angst, dass ihm beim Masshalten im nächsten Jahr die Liefermenge gekürzt wird.

Nur Schweizer Milchprodukte in den Regalen der Migros

Die Partnerschaft mit Migros bezeichnete Hansueli Jungen als Lebensversicherung. Durch die Zusammenarbeit mit der Migros-Tochterfirma Elsa kann die Aaremilch überdurchschnittliche Milchpreise bezahlen. Matthew Robin erklärte die Strategie der Migros. 

«Migros braucht zuverlässige Partner, darum ist jeder Milchproduzent der Aaremilch wichtig.» Dabei werden in den Migros-Läden nur Schweizer Milchprodukte verkauft. Migros setzt auch auf Produkte für die neuen Ernährungsgewohnheiten wie den Protein-Trend. Zur Stabilisierung des Milchmarktes nannte er zwei Massnahmen der Migros: die Reduktion der Milchproduktion mit einem Bonus/Malus-System und die Steigerung des Verbrauchs mit Aktionen.

Ist Urmilch eine mögliche Nische?

Urmilch gilt im Konsum als bekömmlicher als normale Milch und ist darum stark nachgefragt. Diese Milch enthält nur das Milchprotein Beta-Kasein A2. Die A2-Milch hat noch zu wenig Produzenten in der Schweiz, darum wird solche Milch aus Amerika importiert. Beim Besamen muss dafür auf Stiere mit Beta-Kasein-Werten (BB und A2/A2) geschaut werden.

Erstklassige Grassamen für das Grasland Schweiz

Jürg Jost von UFA-Samen erklärte die grosse Bedeutung der Grassamen-Zucht für das Grasland Schweiz. Die klimatischen Anforderungen an Graspflanzen nehmen zu und das ist eine Herausforderung für die Züchter. Jost lässt weltweit auf über 5000 Hektaren Fläche Grassamen produzieren.

Ehrungen für ununterbrochen hervorragende Milchqualität
 
Goldmedaille für drei Jahre: Iris & Michael Bieri-Egli, Süderen; Hansruedi Egger, Frutigen; Martin Griessen, Hasliberg; Hans Jenni, Brüttelen; Hans Eduard Kleinjenni, Kandergrund; Markus Moor, St.Stephan; Christof Pieren, Achseten; Hanspeter Stucki, Horboden; Christian Walthard, Iseltwald; Erwin Zumbach, Oberhofen; Hansruedi Zurbuchen, Habkern; Christian Zwald, Oberried Brienz

Silbermedaille für zwei Jahre: Rolf Antener, Langnau; Peter Bärtschi, Herbligen; BG Häni-Wenger, Habkern; Markus & Elsbeth Blatter, Hasliberg; Roland Brunner, Habkern; André Buchs, Boltigen; Jakob Eschler-Werren, Oberwil i.S.; Alfred Freiburghaus, Aeschau; Toni Gobeli, Boltigen; Ulrich Saurer, Aeschlen o. G.; Christine & Martin Schlüchter, Oberthal; Adrian Sempach, Heimenschwand; Christine Teuscher, Oberwil i. S;. Heinz von Bergen, Hasliberg Reuti; David von Känel, Kiental; Doris Voramwald, Heimisbach; Hans Wyssen, Frutigen; Franz Zurbuchen, Habkern

Bronzemedaille für ein Jahr: Daniel Aebersold, Heimenschwand; Abraham Aellig, Reichenbach i. K.; Walter & Monika Bachmann, Eggiwil; Ferdinand Bergmann, Abländschen; Ueli Bhend, Habkern; Fritz Bichsel, Boltigen; Hansruedi Brügger, Innertkirchen; Hansueli Bühler, Reichenbach i. K.; Peter Burkhalter, Rüegsbach; Christian Burri, St.Stephan; Kaspar Dänzer, Adelboden; Toni Dreyer, Weissenburg; Hansueli Dummermuth, Heimenschwand; Ulrich Erb, Schwenden; Hans Peter & Evelyn Fankhauser, Schwarzenegg; Andrea Feuz, Oberwil i. S.; Christian Gerber, Langnau; Rudolf Grossen, Kandersteg; Stefan Grossen, Frutigen; Samuel Jorns, Habkern; Ueli Kuhnen, St. Stephan; Ernst Kuhnen, St. Stephan; Kilian Lauber, Frutigen; Werner Luinbühl, Bowil; Stefan Lüthi, Walkringen; Fritz Maurer, Brenzikofen; Reinhold & Marianne Moser, Oberwil; Hansueli Nufer, Ringgenberg; Joel Oberson, Brünisried; Daniel Oswald, Emdthal; Daniel Ott, Därstetten; Adrian Reusser, Teuffenthal; Adrian Rösti, Frutigen; Erhard Schenk, Boltigen; Simon Schneider, Frutigen; Samuel Siegenthaler, Unterlangenegg; Adrian Thönen, Frutigen; Christian Tschanz, Schwanden; Hansueli Tschiemer, Habkern; Adolf von Allmen, Lauterbrunnen; Hans von Bergen, Hasliberg Reuti; Ueli Wandfluh, Gunten; Daniel Wüthrich, Bigenthal