«Ehre, wem Ehre gebührt – aber viel wichtiger ist es mir, wie es weiter geht», so Andy Steinacher, Präsident des Aargauer Obstverbandes (AOV) an der Generalversammlung. Diese fand vergangene Woche im Restaurant Traube in Küttigen mit 70 Teilnehmenden statt.
Vorsicht bei Bau- und Nutzungsordnungen
Die Aargauer Obstproduzenten können laut Andy Steinacher auf gute Kirschen- und Kernobsternten zurückblicken. Einzig bei den Zwetschgen habe es eine unterdurchschnittliche Ernte gegeben, wobei die Obstqualität im Vergleich zu 2024 sehr gut sei.
Ein besonders für die Zukunft wichtiger Hinweis von Steinacher galt der Aargauer Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Er rief die Obstproduzent(innen) und Verarbeiter-(innen) auf, die Details genau zu prüfen, falls eine BNO in ihrer Gemeinde durchgeführt werden sollte. Oft seien Änderungen enthalten, die eine Obstanlage fast verunmöglichen oder verhindern würden.
Siegerinnen und Sieger wurden geehrt
Speziell erwähnt Andy Steinacher die Familie Geiser aus Windisch. Mit ihrem Süssmost hat sie 2025 den Schweizermeistertitel erlangt. Zudem wurden die Urkunden des Qualitätswettbewerbs Kirschen verteilt und der Sieger 2025, die Betriebszweiggemeinschaft Erne und Zeder aus Leuggern, wurde geehrt. Für das Aktuellste, den Süssmostwettbewerb, siehe Kasten unten.
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Wechsel im Präsidium
Den grössten Wechsel gab es an der Spitze: Präsident Andy Steinacher trat nach acht Jahren im Amt zurück. An seine Stelle tritt, einstimmig gewählt, Bruno Wirth, bisheriger Vizepräsident. «Du hast von Anfang an Vollgas gegeben», meinte Wirth zu Steinacher, als er dessen obstbauliche Karriere erläuterte. «Dir ist es gelungen, den Aargau auf der Schweizer Obstbaukarte sichtbar zu machen. Dein Engagement und deine Power haben mich die letzten Jahre fasziniert», verdankte Wirth. Neu in den Vorstand gewählt wurde Thomas Widmer aus Oftringen. Er produziert unter anderem Erdbeeren, Weihnachtsbäume, Stein- und Kernobst. Der restliche Vorstand wurde in globo wiedergewählt. Felix Rohner gab nach 22 Jahren das Amt des Revisors ab, an seine Stelle tritt Gregor Rehmann aus Kaisten.
Obstbauberater Bertrand Gentizon vom LZ Liebegg rief dazu auf, die Fachbewilligung Pflanzenschutz zu erlangen, beziehungsweise sich zu registrieren. Abschliessend referierte Markus Gfeller, Geschäftsleiter der Aargauischen Landwirtschaftlichen Kreditkasse (ALK), zum Thema Finanzierungshilfe für resiliente Apfelsorten.
Aargauer Grandprix Süssmost
Dieses Jahr wurden 72 Obstsäfte aus dem Aargau eingereicht, darunter 15 Cider sowie drei Spezialitäten aus dem Jahrgang 2025. Der Qualitätswettbewerb wurde vom Aargauer Obstverband organisiert. Die Säfte wurden am LZ Liebegg in Gränichen von einer Fachjury beurteilt. Es wurden unter anderem die Ausprägung der Fruchtaromatik, die Harmonie und der Gesamteindruck der Getränke bewertet.
Das Resultat spricht für sich: Es wurde 13-mal Gold vergeben, davon sechsmal das Punktemaximum, 12-mal Silber und 23-mal Bronze. Die Urkundenübergabe fand an der Generalversammlung statt. Zwanzig von möglichen zwanzig Punkten erreichten in der Kategorie Süssmost die folgenden Produzenten: Gregor Rehmann, Kaisten, als Jahressiger; Hansjörg Haller, Gränichen; Barbara & Ruedi Neeser, Reitnau; Andreas & Doris Suter, Lupfig.
Bei den Cidern sind die Bestplatzierten, ebenfalls mit Gold prämiert, mit 19 Punkten Backstabber Cidery, Herznach; Peter Laube, Lengnau; Remo Laube, Lengnau; Ilona & Remo Mühlebach, Tegerfelden.
Unter den Spezialitäten hat Angelika Giotis-Brem aus Oberwil-Lieli mit 18 Punkten Silber erreicht und somit unter den drei Spezialitäten die beste Bewertung.
Die nächste, diesmal nationale, Fruchtsaftprämierung findet im März statt.
Die vollständige Rangliste