«Beispielhafte Tradition» Die Alpsaison wird zum immateriellen Kulturerbe der Unesco Wednesday, 6. December 2023 Der Verein «Lebendige Alpsaison» ist die Antwort der Eidgenossenschaft auf die Aufnahme der Alpsaison in das immaterielle UNESCO-Weltkulturerbe im Dezember 2023. Der Eintrag in die UNESCO-Liste soll dazu beitragen, die jahrtausendealte Tradition zu bewahren. Grosse Herausforderungen wie Klimawandel, Nachwuchsmangel und Nutzungskonflikte müssen angenommen und bewältigt werden. Das wichtige Kulturgut der bäuerlichen Halbnomaden in der Schweiz soll für künftige Generationen geschützt werden. Die Anerkennung verschafft der Alpwirtschaft mehr Sichtbarkeit und liefert politische Argumente für ihre Unterstützung. Der neue Verein koordiniert die Umsetzung des UNESCO-Eintrags und übernimmt die Kommunikation auf nationaler Ebene.

Vereinsgründung mit viel Prominenz im Kulturzentrum Progr

«In diesem Verein sind alle Menschen gleich wichtig, der Älpler genauso wie der Wissenschaftler», begrüsste Moritz Schwery vom Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband (SAV) die Besucherinnen und Besucher der Gründungsversammlung. Der Präsident des Freiburgischen Alpwirtschaftlichen Vereins, Jean-François Borcard, erschien im traditionellen «Bredzon», der kurzärmligen Sennenjacke der Freiburger Älpler. In seiner pointierten Ansprache sagte Borcard: «Diese Vereinsgründung ist wie das Pflanzen eines Apfelbaums: Es braucht viel Zeit, Pflege und etwas Glück, damit man schöne Früchte ernten kann.»

Peter Küchler wird Präsident und hofft auf viele Mitglieder

SAV-Präsident und Nationalrat Ernst Wandfluh dankte besonders Julien Vuillemier vom Bundesamt für Kultur sowie dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) für die geleistete Vorarbeit. Peter Küchler, der ehemalige Direktor des Landwirtschaftlichen Zentrums Plantahof, wurde von der Versammlung einstimmig und mit Applaus zum ersten Präsidenten gewählt. Die Geschäftsstelle führt Selina Droz vom Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband im Mandat. Mit Moritz Schwery, dem früheren Leiter des Landwirtschaftszentrums Visp, ist der SAV ebenfalls im Vereinsvorstand vertreten.

Der Vorstand und die Kerngruppe des Vereins setzen sich zudem aus Vertreterinnen und Vertretern von Agridea, vom Amt für Kultur des Kantons Waadt, vom Amt für Landwirtschaft und Geoinformation des Kantons Graubünden, vom Netzwerk Schweizer Pärke, von der Hochschule für Land-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), vom Freiburger Tourismusverband, vom Verband der Museen der Schweiz sowie vom Bundesamt für Kultur zusammen. Mit Sarah Müri ist auch eine praktische Älplerin im Gremium vertreten.

Durch seine breite Abstützung soll der Verein als Vermittler zwischen Alpwirtschaft, Tourismus, Behörden, Natur- und Umweltverbänden sowie der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung wirken. Eine zentrale Aufgabe ist derzeit die Gewinnung neuer Mitglieder. Peter Küchler hofft auf den Beitritt der Kantone und wünscht sich viele Einzelmitglieder und Gönner – «am liebsten so viele, wie die Rega hat». Ein ehrgeiziges Ziel: Die Rettungsflugwacht zählt 3,5 Millionen Gönnerinnen und Gönner.

[IMG 2]